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Dieser Bericht in Tagebuchform ist von Pastor Akira Sato geschrieben, dem Pastor der Fukushima First Baptist Church, einer Baptistengemeinde ganz in der Nähe des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, in der auch der Projektleiter (der Rettungsmaßnahmen am Atomkraftwerk) Mitglied ist. Bitte beten Sie für diese Gemeinde. Der Pastor gab sein Einverständnis zur Übersetzung (von Wolfgang Langhans) und Veröffentlichung auf dieser Internetseite.


Evakuierungsbericht 55

Unterschiedlich belastbare Leute

Ich schaue aus dem Shinakansenfenster(jap.ICE)  die Kirschblüten an,  es ist ein Jahr vergangen, seit der Erdbebenkatastrophe. Seit dem wir in März hierher gezogen sind, sind 2 Wochen vergangen. Ich habe schon vorher geschrieben, dass ich nicht so aufgeregt war, obwohl wir wieder nach Fukushima zurückgekommen sind. Aber langsam realisiere ich es doch, dass wir nach Fukushima zurückgekommen sind. Bis jetzt waren wir egal wo wir waren Flüchtlinge, aber hier  ist das ganze Gebiet betroffen von der Katastrophe.

In den Zeitungen kann man Artikel lesen, die man in anderen Gebieten nicht lesen kann. Aktuelle Informationen über den Reaktor werden detailliert beschrieben. Wir befinden uns in der Nähe der Heimat und schauen leise zu wie es weiter geht. Vielleicht sind wir wie eine Katze, die sich im Grass versteckt hat und leise zuschaut, was zu Hause gerade passiert.

Eine große Änderung ist, dass wir nicht mehr zwischen Tokyo und Fukushima hin und her fahren müssen und dass wir alle unsere Privatsphäre wieder bekommen haben. Wenn ich so zurückschaue, staune ich darüber, dass wir ein Jahr lang zwischen Tokyo und Fukushima hin und her gefahren sind und zusammen unter einen Dach leben konnten. In dieser Zeit hätte ein Autounfall passieren können. Die Strecke, die wir zurückgelegt haben und die Häufigkeit, aber keiner wurde von einem Unfall betroffen. Jedes Mal, wenn ich in den Nachrichten über einen Autounfall höre, wird mir bewusst, dass wir uns über ein sehr dünnes Eis uns gewagt haben und dennoch bewahrt worden sind.

Wenn ich aus dem Zug rausschaue sehe ich an der Küste Häuser die gnadenlos zerstört worden sind und nur die Grundmauern sind übrig geblieben. Vor mir sehe ich das Katastrophengebiet. Ich bin wirklich in das Katastrophengebiet wieder zurückgekommen.

Unser Gottesdienst am Sonntag feiern wir in den Räumen eines Hochzeitveranstalters( In Japan gibt es extra Unternehmen, die ein Gebäude haben mit verschiedenen Räumen, wo man Hochzeiten feiern kann. Man mietet den Saal, Raum für 2 bis 3 Stunden und feiert dort das Hochzeitsbanquett. Oft haben sie auch eigene christliche Kapellen oder schintoistische Schreine in den Gebäuden, um dort die Trauung zu machen. Es kommt dann ein Pastor( soweit ich es weiß, ein echter Pastor) für diese Trauung. )

Unsere Wohnung, wo ältere und nicht gesunde Mitglieder zusammen wohnen, ist fertig geworden, aber der Bau für das neue Gemeindehaus hat noch nicht angefangen. Wir sind als Gemeinde nicht sesshaft. Der erste Gottesdienst in Fukushima, wir konnten nachmittags von einer anderen Gemeinde die Räumlichkeiten benutzen. Ab dem zweiten Mal mieten wir einen Raum von der Hochzeitsveranstaltungsfirma. Natürlich bezahlen wir was dafür.  Da wir den Raum gemietet haben, können wir uns es nicht so gemütlich machen, aber es ist irgendwie typisch für unsere Exodusgemeinde, so versuche ich es mir zu sagen.

 

An dieses Nomadenleben kann ich mich nicht so richtig dran gewöhnen, aber unsere älteren Geschwister sind ruhig und gelassen. Nicht umsonst haben sie länger gelebt als wir. Sie haben so viel Gelassenheit, dass sie auf der Reise auch Freude daran haben können. Sie lassen sich nicht einschüchtern und sind stark. Sie haben sicher bis jetzt Höhen und Tiefen im Leben durchgemacht. Das kann keiner ihnen nachmachen. Hut ab. 

 

Sie sind ein Schatz für unsere Kirche.

Wenn ich an die Gemeindemitglieder denke, die sich in ganz Japan verstreut haben, wird es mir traurig im Herzen. Die Tränen meiner Seele trocknen nicht aus, diese Traurigkeit wird für mich wie ein Sumpf und macht mich innerlich sehr wackelig. Verschiedene Traurigkeiten überfallen mich wie Wellen. Das diese Erdbebenkatastrophe mich nicht einfach loslässt, wird mir sehr bewusst.

Das diese Erdbebenkastrophe so lange dahin zieht und problemhaft ist. Ich habe langsam die Nase voll, bin ich wohl der Einzige, der denkt, dass ich befreit werden möchte?

 

14. April Im Shinkanesen nach Osaka

 

 Ich habe sehr bewegte Tage. Ich wollte es mir etwas gemütlich machen, wenn ich wieder nach Fukushima zurückgekommen bin, aber ich bin wieder mit anderen Sachen sehr beschäftigt. Das Pendeln zwischen Tokyo und Fukushima gibt es nicht mehr, aber der neue Start hier, verschiedene Anträge müssen gemacht werden und andere Kleinigkeiten fallen an.

 

Die ganzen Anforderungen vom Schadenersatz wegen dem Reaktorunfall, die Bauarbeiten für den Gemeindesaal fordern sehr viel Energie. Der Weg ist weit und bis zum nächsten Ziel werden noch einige etwas unangenehme Geschehnisse passieren.

 

Ich bin heute Morgen um in den Zug gestiegen, um nach Matsushima zu fahren. Meine Frau ist zu ihrem Vater, dem es gesundheitlich nicht gut geht. Sie ist auch heute Morgen losgefahren. Sie ist versehentlich, durch die Führung vom Navigator auf die Autobahn gefahren. Sie konnte bis jetzt nicht auf der Autobahn fahren. 

Meine Frau, die bis jetzt nicht auf der Autobahn fahren konnte, wie sie wohl alleine  auf die Autobahn gefahren ist? Als ich das hörte, dachte ich, wenn sie das geschafft hat, dann kann  ich auch alles machen. Diese Nachricht gab mir einen Schwung in mir.  Ihre abenteuerliche Erfahrung, wollte ich in diesen Moment egoistischer Weise für mich gebrauchen. „ Wenn man es versucht, wird es schon irgendwie“ , das habe ich mir gesagt.  Aber wie gesagt, es ist schon egoistisch, wenn ich zuerst an mich denke, anstatt nicht zuerst Mitleid für meine Frau hatte, die sicherlich sehr viel Angst gehabt haben muss.

Aber wenn man die Bibel öffnet, kann man glauben, dass man auch über das Wasser gehen kann. Gerade in Schwierigkeiten, wenn man keinen Ausweg mehr weiß, realisiert man Gottes Gegenwart, der höher ist als sich selber.

Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus (Phil. 4:13)

Diese Aussage von Paulus, ich habe bemerkt, dass ich selber diese Aussage für mich aneignen wollte.

Dieser Weg durch die Katastrophe war ohne angeheuert werden nicht möglich gewesen durchzugehen. Ohne wären wir von verschlungen worden, weggeschwemmt und zurück geschleudert worden

 Neulich habe ich dieses Zeugnis gehört. Ein Firmenchef in Amerika, der auch Christ ist, hatte einen Traum gehabt, Jesus ist ihm erschienen  Deine Firma ist nach Japan gegangen und hat dort Erfolg gehabt, wie viel hast Du für Japan getan? . Er ist dann von Traum erwacht und hat sofort an einer christlichen Organisation in Japan eine große Summe gespendet und hat vor kurzer Zeit, ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe wieder eine große Summe für den Wiederaufbau gespendet.

In Gottes Hand spielen sich Dinge ab, der weit über meine Erfahrungen und Wissen gehen. Wie die Wolken, ob ich es weiß oder nicht, groß und doch sensibel, seit je her bis zur heutigen Tage.

 

Wenn es so ist, Gott dann arbeite noch mehr in dieser Welt und verdränge diese Dunkelheit. Wenn ich das von Gott erbete, ist das nur meine Ungeduld?

25.April mittwochs morgens, im Zug nach Takamatsu

 

 

 

 Meine, mir zu Gewohnheit gewordene Redensweise ist In den vielen Dingen, die wir nicht verstehen. Wenn wir die Dinge die wir verstehen uns nahen, dann können wir Gott begegnen.Was wir verstehen ist wirklich nur sehr wenig, aber wenn wir die wenigen Dinge, die Gott zeigt aneinander verbinden, dann wartet Gott auf jeden Fall dort.

 

 Die vielen Informationen können eine große Hilfe sein, aber in manchen Zeiten können sie auch ein Grund für die Verwirrung sein.

In eine Dokumentarfilm Alexei und die Quellewurde gezeigt, wie nach dem Tschernobyl Unfall, in eine Dorf, wo die Werte unbeschreiblich hoch waren, die Dorfbewohner ihren Alltag gelebt haben.

Damals kamen  Reporter von aller Welt und haben immer wieder die gleiche Frage gestellt, ob sie keine Angst haben, weil die Werte so hoch sind. Weil diese Frage so oft gestellt wurde, haben die Leute dort gesagt, ob man keine andere Frage stellen kann. Wie das Leben ist, jeden Tag in Freuden zu leben, ob man nicht darüber eine Frage stellen kann. Das habe ich im Nachhinein gehört.

 

 In dem Gemurmel ist Gott nicht zu finden, in dem Blick nach vorne ist Gott zu finden. In der Welt des Gemurmels habe ich die Anwesenheit Satans gespürt. Wo bist Du?so frage ich Gott, ich werde meine Reise auf dieser Welt, wo das Chaos herrscht weiter fortsetzen. 

30.April  Im Auf der Jobanline Strecke


Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht  54

Meine Aufgabe

Ich bin jetzt wieder zurück von San Franzisco. In 6 Tagen hatte ich 11 Versammlungen gehabt. Als ich ankam, spürte ich gleich schmerzen in meinen Brustbereich, ich habe den Pastor um Rat gefragt. Sogleich kam ein Doktor ins Hotel . Der Doktor war ein Christ und hat mich sofort behandelt. Am nächsten Tag ist er wieder nach Japan zurück geflogen.  Wenn ich so zurückdenke, bei meinen letzten Dienst, Ende letzten Jahres bekam ich einen Hexenschuss und konnte nicht mehr stehen. Dort in der Gemeinde war ein Orthopäde da, als hätte er schon in voraus gewusst, dass ich einen Hexenschuss bekommen werde, er hat mich auch damals sofort behandelt. Ich bin wirklich dankbar dafür. Mein Aufenthalt in San Franzisco war am laufenden Band so gewesen, alle Leute  denen ich begegnet bin, waren gut zu mir gewesen.

Eins worüber ich etwas traurig bin, dass ich irgendwo einen Schlips verloren habe. Es ist in letzter Zeit so, jedes Mal, wenn ich irgendwo hinreise, hinterlasse ich ein Andenken von mir, ich vergesse immer irgendetwas. Eine besondere Vergesslichkeit nach der Erdbebenkatastrophe worüber ich etwas traurig bin. Wie ein Hund, der bei dem Spazieren gehen immer sein Dasein markiert, ich lache über mich selber. Ich versuche mir einzureden, weil ich so viel empfange, ist es nichts Besonderes, das ich auch etwas verliere.  Auf jeden Fall versuche ich dieses Phänomen zu ignorieren.

Auf dem Rückflug habe ich seit langen wieder einen Film angeschaut. Habe ich wieder die Kraft bekommen, einen Film ganz durchzusehen oder war es der Inhalt von dem Film?

Es war ein Film von 2007 Titel I am legend.  2007, 2 Jahre später, der Film spielte sich in 2009 ab. Ein SF Film, der die Gefahr des Aussterben der Menschheit in naheliegender Zukunft zeigen soll. Der Inhalt des Filmes ist, das ein genmanipulierter Masernvirus Krebspatienten heilt. Aber diese Traumentdeckung ändert sich zu einem Alptraum. Die Menschen werden wie verrückt wild, als hätten sie die Tollwut bekommen. Die Menschheit steht vor dem Aussterben,,-das ist die Geschichte.

In Amerika wird der Notstand ausgerufen und in New York bricht die Panik aus. Es besteht die Gefahr der Luftübertragung und die Leute müssen sofort evakuiert werden.  Die Menschen rennen um ihr Leben und jeder will schneller raus, als der Andere. Diese Szene in der Stadt war allzu sehr ähnlich mit der Situation, was sich letztes Jahr in unserer Stadt abgespielt hat. Ich musste mir einfach den Film anschauen. Dieser Film wurde schon vor über 5 Jahre gedreht.

Aber für mich war es wie eine Vorwarnung für die Katastrophe, die uns begegnet ist, mir ist es etwas mulmig geworden.

Diese Katastrophe ist keine Naturkatastrophe, sondern sie wurde durch Menschen verursacht.Wenn es nur das Erdbeben und Tsunami gewesen wäre, wären wir jetzt nicht heimatlos gewesen. Dieser Ausspruch und der Reaktorunfall haben mich zum Nachdenken gebracht. Die Häuser von den meisten Menschen waren an den Tag in Ordnung gewesen und es waren auch wenige verletzte Menschen gewesen. Aber als die Sirenen heulten mussten 70000 Menschen ihr zu Hause verlassen und wurden in ganz Japan verstreut. Unsere heimatlose Reise geht immer noch weiter. Ist dieses Geschehen zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit passiert?

Der Schluss des Filmes war etwas hoffnungsvoll. Der Hauptdarsteller, ein Wissenschaftler von dem US Militär trennt sich von seiner Familie und bleibt alleine in New York zurück. Er forscht, dass sich die Infizierten  wieder von der Krankheit befreit werden können. Er wird dann von den infizierten und brutal gewordenen Menschen überfallen und stirbt. Aber kurz vor dem Tod schafft er es im Versuch, dass ein Infizierter immun wird.

In der  Szene, wo die kleine Tochter und seine Frau sich von ihn trennen, betet die Frau für den alleine übrig gebliebenen Hauptdarsteller Oh, Gott, gibt meinen Mann die Kraft, dass er die Schwierigkeiten überwinden kann. Als ich das hörte wollte ich auch beten Herr, gib Kraft den Japanern, die sich in Schwierigkeiten befinden, gib ihnen Kraft es zu überwinden.

Ich hatte in mir nicht die Kraft, den Film anzuschauen, sondern die Handlung von dem Film war einfach zu beeindruckend auf mich gewesen, deshalb konnte ich mir den Film anschauen, das ist mir bewusst geworden.

 

(21.März  Im Flugzeug zwischen San Franzisco und Narita, Japan)

 

 

Ich bin gut wieder in Japan angekommen. Nachdem ich in Narita angekommen bin, bin ich mit meinem Auto sofort nach Fukushima gefahren und habe die letzten Untersuchungen für unsere Wohnung durchgemacht. Es ist ein schönes  Haus geworden, schöner als ich es gedacht habe,  ich freue mich darauf. Es ist wirklich ein schönes Haus.  Ist es ein Geschenk von Gott an uns, weil wir den Kopf hängen lassen? 

Hiob, über ihn steht in der Bibel geschrieben, er hat seine Kinder und Habe verloren und ihn trifft noch so eine schlimme Krankheit, dass es ihm selber die Sprache verschlägt. Aber zum Schluss erlebt er Gott von neuen und wird für das Doppelte gesegnet. Hat Gott für uns auch noch so einen Ausgang bereitet?  Oder haben wir schon bereits einen doppelten Segen empfangen?

Jemand hat unsere neue Wohnung gesehen und hat gefragt, ob sie dort nicht einziehen können. Ein Grund, weil es viele Katastrophenbetroffene gibt, die ihr Haus verloren haben. Aber ich freue mich, dass es Leute gibt, die in unserer Wohnung gerne wohnen wollen.

Nach der letzten Untersuchung bin ich sofort nachts nach Tokyo gefahren. In Okutama habe ich 3 Stunden geschlafen und bin dann am nächsten morgen früh nach Okinawa gefahren.  Ich befinde mich jetzt auf dem Rückflug von Okinawa. Ich bin dankbar, dass alle Termine trotz Hektik gut eingehalten werden konnten, bis jetzt.

Morgen ist der letzte Gottesdienst in dem Freizeitheim von Okutama. Sie haben uns ein Jahr lang versorgt.

Wir wollen mit der Kirche von Okutama,  den Leuten aus dem Bezirk, die für uns gesorgt haben, alle zusammen ein Arigato, sayonara( danke, auf Wiedersehen)Gottesdienst feiern. Die 9te Taufe auf unserer Reise, ein Büroangestellter wird morgen getauft. Das Mittagessen, ein Dank-Fest, ist ein Geschenk von der Catering Firma an uns. Sie werden ein leckeres Büffet und Sushi spendieren.

Es wird ein Gottesdienst, mit einem Dank für das vergangene eine Jahr werden mit vielen Erinnerungen. Wie dieser Tag werden wird? Ein Tag, der das turbulente eine Jahr abschließen wird? Ein Tag, wo Tränen sich mit Lachen vermischt? 

 

24.März (Samstags)  Auf dem Rückflug von Okinawa nach Haneda

 

 Ich sitze gerade in dem Expresszug  Super Hitachi, Joban Line (Bahnstrecke zwischen Tokyo und Sendai, wegen dem havarierten Nuklearreaktor, unterbrochene Strecke um den Reaktor rum). Der Wagon ist sehr modern, an dem Sitzplatz gibt es eine Steckdose, es ist so als würde ich in dem Shinkansen (jap. ICE) sitzen. Diese Bahn fährt von Ueno in den Katastrophenbetroffenen Fukushima, am pazifischen Meer. Ob deswegen dieser Zug den neusten Zugwagen bekommen hat, ist mir nicht bekannt. Wir können nicht in unsere Heimat fahren, unser Weg wird abrupt beendet, deshalb bin ich für jede Ermutigung dankbar.

 

Diese Woche hat uns ein Reporterteam von einem Fernsehsender interviewt. Wir sind zu einem Strand gefahren, wo die Häuser von dem Tsunami weggeschwemmt worden sind. Über den gnadenlosen Anblick, das man nur noch die Fundamente von dem Haus sieht, waren sie sprachlos.

Es ist schon über ein Jahr her, dass ich mit dem Expresszug  Super Hitachider Joban Line gefahren bin. Eigentlich fährt der Zug von Ueno nach Sendai, aber die Strecke in unserer Heimat ist unbefahrbar und unterbrochen.  50km entfernt von unserer Heimat fährt dieser Zug ab. Die Autobahn nach Sendai wäre auch in nächster Zeit fertig gewesen, aber auch diese Strecke ist unbefahrbar. Hier musste auch kurz vor unserer Heimat auf die Notbremse gedrückt werden.

Gestern ist ein Gemeindemitglied für paar Stunden nach Hause gegangen, in die gesperrte Zone. Der Anblick auf die menschenverlassene Heimat, er /sie hat es schon oft genug gesehen, aber sprachlos und mit schweren Herzen kam er/sie wieder zurück.  Jedes Mal, wenn er/sie die Haustür von dem verlassenen zu Hause öffnet, begegnet ihm/ihr die traurige Realität. Niedergeschlagen kam er/sie wieder zurück.

Seit letzter Woche war das Reporterteam 4 Tage lang mit uns zusammen gewesen. Sie waren überrascht, dass wir nicht besonders erfreut ausgeschaut haben, als wir wieder nach einen Jahr nach Fukushima zurückgekommen sind. Sie dachten, dass sie mehr erfreute Gesichter filmen können. Die aufgenommen Bilder zeigen eine Realität.

Wir sind von Kanto mit dem Auto nach Fukushima gefahren und sind wieder nach einen Jahr nach Fukushima zurückgekommen, aber es ist nicht unsere Heimatstadt. Unser zu Hause ist noch weit weg, in der menschenleeren Heimat.

Die unerwartet traurigen Gesichter, die durch die Kamera aufgenommen worden sind, erzählen unsere gemischten Gefühle. Wenn es unsere Heimatstadt gewesen wäre, die Endstation unserer Reise, wie groß wäre die Freude gewesen. Aber die Realität ist, dass unsere Evakuierung weiter geht. Wir haben nur einen neuen Evakuierungsort  und auch hier müssen wir ganz von vorne wieder anfangen. Wir müssen uns hier vor Ort einleben, Post und Krankenhaus müssen wir suchen,  für den Start müssen wir  viele Sachen kaufen. Wir müssen uns  hier an diesen Ort uns anpassen. Durch den Gedanken an den nicht einfachen Start war ich vielleicht angespannt gewesen.

Ich habe mich gefreut, dass wir wieder nach Fukushima zurückkommen konnten, aber es ist nicht unser zu Hause, deshalb bin ich traurig. Traurig, aber erfreut. Traurig-erfreut. Ob die Fernsehkamera diese gemischten Gefühle wohl gut aufgenommen hat?

 

Übrigens Arigato , sayonara (Danke, auf Wiedersehen) Gottesdienstwar wirklich rührend gewesen. Um die 200 Leute kamen. Wir wurden plötzlich von unserer Heimat rausgeworfen, in dem einen Jahr wurden wir überall, wo wir ankamen, umarmt und uns wurde geholfen. Es war eine gute Zeit gewesen, das eine Jahr mit dank zu beenden.

 

In dem Gottesdienst hat der Missionar Ockert, als Verantwortlicher von dem Freizeitheim ein Grußwort gesprochen.  Grußmails von Leuten in der Ferne,  Musiker haben für unseren neuen Start musiziert. Es war alles ein herzliches Geschenk von Gott an uns.

Nach dem Gottesdienst war ein Dankest.  Ein Christ, der eine Cateringfirma leitet, hat für uns das Büffet und Sushi gespendet. Es war bei einem Hochzeitsempfang, hat jemand gesagt.  Vor einen Jahr, als wir alles verloren hatten, kamen wir total ermüdet in Okutama an. Die wunderbare Natur hat uns umgeben und viele Leute erschienen wie Wolken plötzlich vor uns und haben uns mit Wärme umgeben und standen uns bei.

Unser stellvertretender Pastor sagte während des Gottesdienstes,  das Okutama Tokyo, hinterm Mondsei. Er hat alle zum Lachen gebracht, aber danach hat er beim Vorlesen, von dem Grußwort geweint. Ihm kamen die Tränen hoch, als er die Zeilen las. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nicht zu weinen, an diesen Tag, aber ich musste auch weinen. Eigentlich wollte ich die Schuld dem stellvertretenden Pastor zuschieben, aber das ist mir nicht so gelungen (im humorvollen Sinne). Während der Predigt, war ich auch etwas emotional verwirrt gewesen, ich war an diesen Tag einfach sehr aufgewühlt gewesen.

An dem nächsten Tag war die Emotion noch mehr explodiert. Nach dem Frühstück haben wir noch die Sachen gepackt und dann noch einen kurzen Großputz. Der Missionar Ockert hat die Abschlussfeier geleitet. Dann kam die Zeit, dass wir abfahren wollten. Kurz bevor wir in das Auto gestiegen sind, unser Abschied vor der Abreise, wir haben alle Geweint. Eigentlich sollte es ein cooler Abschied werden. Aber wir haben uns alle umarmt und haben alle geweint.

Die Trauer um den Abschied, dann all die Emotionen, das eine unbegreifliche heftige Jahr, Trauer, Mitleid, ein Gefühl, das man sich an jemand klammern will, Wut, Rührendes. Emotionen, die zerschlagen geworden sind, Wunden in Herzen haben immer wieder geschmerzt, wir haben uns gestemmt, gestöhnt vor Schmerzen.  Es kam mir so vor, dass wir innerlich und emotional wie Wellen hin und her getrieben worden sind.  Ach, es war wirklich ein langes und schwieriges Jahr gewesen, das wir überwunden haben. Wir haben es alle zusammen überwunden.  Der Abschied von unseren Freunden, die mit uns gekämpft haben und mit uns durch Leiden und Freud mitgegangen sind.  Der Abschied unter Tränen, mein Herz hat auch mit gezittert.

Wenn man traurig ist, soll man weinen, wenn man schreien will, soll man schreien, es ist sicherlich so, aber man soll es nicht einfach so sagen. Vielschichtige Emotionen kamen in mir auf und haben mich überfallen.

 

Man sagt, dass Leute in Tohoku dazu neigen ihre Emotionen zu unterdrücken.  Ich dachte auch kurz daran, aber selbst das wurde zerschmettert. Die ganze geballte Emotion von dem einen Jahr ist in uns explodiert. Ob das Reporterteam diese Realität gefilmt hat? Als wir uns hinterher unterhalten haben,  haben die Reporter auch geweint, als sie die Kamera gedreht haben.

In dem Alten Testament, Israel wurde nach Babylon verschleppt und musste 70 Jahre im fremden Land leben. Danach konnte sie wieder in ihre Heimat zurück. Sie haben so lange den Wunsch gehabt, in ihre Heimat wieder zurückzukehren. Als sie wieder Heimgekehrt sind, wie groß war wohl ihre emotionale Betroffenheit wohl gewesen?

Ist es wohl, wie es in Psalm 126 steht? Wir wissen auch längst nicht mehr, ob wir traurig sind oder ob wir uns freuen. In Freuden und Trauer, lachen und weinen. Ich verstehe mich auch nicht mehr, in dieser Situation. Uns bleibt nichts anderes übrig, als weiter zugehen.

  Psalm 126

 

1 Ein Wallfahrtslied.

 

Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte,

da waren wir wie Träumende.

 

2 Da war unser Mund voll Lachen

und unsere Zunge voll Jubel;

da sagte man unter den Heiden:

»Der Herr hat Großes an ihnen getan!«

 

3 Der Herr hat Großes an uns getan,

wir sind fröhlich geworden.

 

4 Herr, bringe unsere Gefangenen zurück

wie die Bäche im Negev!

 

5 Die mit Tränen säen,

werden mit Freuden ernten.

 

6 Wer weinend hingeht

und den Samen zur Aussaat trägt,

der kommt gewiss mit Freuden

zurück

und bringt seine Garben.

Sonntagmorgen hatte ich die Gelegenheit mit dem Architekt am Telefon zu sprechen. Er begleitet schon seit 30 Jahren unsere Gemeinde und hat unsere Gemeindehäuser entworfen. Er hat rückblickend auf das heftige eine Jahr für unsere Gemeinde gesagt, dass er an  eine koreanische Militäreinheit  denke, während des Koreakrieges. Plötzlich wurden sie in der Nähe von der chinesischen  Grenze überfallen und wären fast vernichtet geworden, aber sie haben bis zu Letzt gekämpft und haben sich zurückgezogen. Der Architekt hat mich mit dieser Geschichte getröstet.  Für unsere Fukushima First Baptist Church war es auch so ein Jahr gewesen. Weil es unsere Gemeinde war, war es möglich gewesen, das hat er auch gesagt.

 

Ich war sehr dankbar über diese Worte und mir kamen die Tränen.

 

Meine Hände haben gezittert und ich konnte nicht aufhören zu weinen.

 

Früher  entstand  in unserer Heimat eine Kirche, sie haben Fuß gefasst in dieser Gegend und konnten einige Missionsstationen eröffnen. Sie haben sicherlich auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, aber die Herausforderung für die Mission von damals war vielleicht alles für diese Zeit gewesen.  Wir wurden mitten in den Wirbel der Erdbebenkatastrophe reingeworfen und hatten viel erlitten, haben aber überlebt. Wir sind wieder aufgestanden. War die Vergangenheit die Vorbereitung gewesen, damit wir das Reich Gottes mit zitternden Herzen erleben können?

Haben wir Gott wirklich bis auf das Letzte wohl gekämpft?  Wie die koreanischen Soldaten damals, trotz kritischer Lage den Versuch zu überleben und weiterzukämpfen? Trotz viele Opfer, die Tränen abwischend, nach vorne den Schritte gewagt?

 

Wenn Du, Gott sagst, dass es so ist, dann  bin ich zufrieden.  Ich habe nichts zu bereuen.

 

Ich will in deinen Armen ruhen.

 

30.März, In der Bahn von Iwaki nach Ueno.

 

 

 

Evakuierungsbericht 53 

 Den alten Mensch entkleiden und ein himmlischer Bürger werden

 

Am 11.März war es genau ein Jahr gewesen, nach der Erdbebenkatastrophe, und nun ist es sogar mehr als ein Jahr geworden. Wir haben das erste Jahr überlebt und nun befinde ich mich über dem Himmel von San Franzisco. Damals konnte ich nicht soweit denken,  auch nach der Erdbebenkatastrophe zu weiter zu leben. Aber  nun ist ein Jahr vergangen und ich bin tief gerührt über diesen Zeitlauf. Wenn ich es etwas übertrieben sagen darf, dachte ich wirklich, dass ich jetzt jeder Zeit heimgehen könnte.  Ich  verstand es instinktiv, dass ich so denken muss, um diese Erdbebenkatastrophe zu überleben. Eine Erdbebenkatastrophe, das nur einmal in tausend Jahren passiert, mitten in den Wirbel wurden wir reingestellt. Um zu überleben, musste ich auch bereit  sein, mein eigenes Leben zu riskieren. So, aber  jetzt durfte ich das erste Jahr nach der Erdbebenkatastrophe  überleben.  Und ich befinde mich noch mitten auf  dem Weg.

Ich werde mein Bestes geben. Dieses eine Jahr war so intensiv gewesen, als hätte ich 10 Jahre gelebt. Mich würde es nicht wundern, wenn ich ein oder zwei Krebsgeschwülste bekommen würde, von diesem ganzen Stress.  Ich bin sicherlich nicht der Einzige, alle die die Erdbebenkatastrophe überwunden haben, haben so viel Stress gehabt, dass sie ihre Lebensdauer verkürzt haben.

Kürzlich habe ich in einer Schule über die Erfahrung der Erdbebenkatastrophe gesprochen. In dieser Schule soll auch einen Schüler aus Fukushima, er/sie hat die Schule gewechselt, da sein. Eines Tages soll dieser Schüler in Tränen ausgebrochen sein,  als würde alles hervorbrechen, was er/sie in sich getragen hat. Kein Wunder, wir mussten plötzlich unsere Heimat verlassen. Und dieser Schüler hatte auch keine andere Wahl gehabt, als die Schule zu wechseln, alleine. Ich möchte sagen, dass dieser Schüler bis heute es gut durchgehalten hat.  Er/Sie hat mitten in der Erdbebenkatstrophe überlebt,  mein Applaus für all die Mühe.

In dem Restaurant von Amerika hat auch eine Person gearbeitet,  die Schwester von dieser Person hat in Fukushima, Hamadoori  (Küstengebiet von Fukushima) gelebt. Sie kam durch die großen Tsunamiwellen ums Leben. Der Schaden ist so groß und hat Narben, auch in den Herzen der Menschen, die am anderen Ende von dem Meer  wohnen, hinterlassen.

Wir haben so viel geweint, wenn alles gleich geblieben ist, wie vor der Erdbebenkatastrophe, dann ist es zu traurig. Ich sage mir selber, dass ich mir nicht fragen darf, was wohl diese Erdbebenkatastrophe gewesen ist oder dass ich es vergessen werde. Ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe, die Erinnerung daran wird bei vielen Leuten immer weniger, aber ob es Gott ist, oder die Erinnerung  an die Menschen, die durch diese Katastrophe ihr Leben verloren haben, die Erdbebenkatastrophe drängt mich immer noch heftig.

Eines Tages werden die Tränen auch vergessen werden. Aber auch damals wurde die Zeitgeschichte in die Bibel niedergeschrieben und wir können heute Exodus und die babylonische Gefangenschaft nachlesen. So ist es für uns, wir ,die diese Erdbebenkatastrophe überlebt haben, die Pflicht unsere Erfahrung weiter zu erzählen und zu bezeugen.

Nun zu mir persönlich,  was hat sich vor und nach der Erdbebenkatastrophe sich verändert? Die Leben und Denkweise, wie ich meine Bibel lese, mein Vertrauen zu Gott. Ich bin durch die Feuerprobe hindurch und wenn man dennoch bei mir keine Änderung  spüren könnte, dann wäre es doch zu traurig.

Unter diesen Umständen möchte ich meinen alten Mensch  ausziehen,  und als ein Mensch, der die Erdbebenkatastrophe überlebt hat, mich verwandeln. In der Bibel steht auch:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung, das Alte ist vergangen, siehe es ist alles neu geworden.2.Korinter 5:17

Ich habe das erste Jahr nach der Erdbebenkatastrophe erlebt, eine Traurigkeit ist still tief über mich. Damals wurden wir verletzt und die Schmerzen, die ich damals nicht wahrgenommen habe, fangen jetzt an zu schmerzen. Mose hat nach dem Auszug aus Ägypten so geschrien:

Und wenn Du so an mich handeln willst, so töte mich auf der Stelle, ..damit ich mein Unglück nicht länger ansehen muss.4.Mose 11:15

Er hat sein Limit sicherlich längst überschritten und dennoch ging die Reise weiter.

Der Prophet Elia ist aus seiner Heimat weg gegangen. Er hat einen Dienst beendet und hat an dem Ort, wo er geflohen ist gesagt: Es ist genug! So nimm nun, Herr, mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter.1.Könige 19:4

Er ist in die Wüste gegangen und hat sich unter einen Baum gelegt und hat sich den Tod gewünscht.

 

Dieses Jahr, 11.März war ein Sonntag, es war mein Geburtstag, am Morgen war ich an einen Erinnerungsgottesdienst an die Erdbebenkatastrophe, dann ein Seminar über die Erdbebenkatastrophe am Nachmittag und am Abend war noch eine Gedenkversammlung, ein Zeitschriftinterview mit Philip Yancey   danach und habe so meinen Tag beendet.                                                                                                              ( leider nur auf  Englisch  http://en.wikipedia.org/wiki/Philip_Yancey )

Es war 22:00 gewesen, so um den Dreh. Ich habe einen schlechten Orientierungssinn. Problemlos bin ich in den falschen Zug gestiegen und bin dann noch tief eingeschlafen. Es war schon 0:00, als ich im Hotel angekommen bin.

Höhepunkt war der nächste Morgen, der 12.März. Als ich aufgewacht bin, war es 7:40. Ich wurde um 8:00 an einer Schule, mit christlichem Ursprung, erwartet.  In 10 Minuten habe ich mich fertig gemacht und bin aus dem Hotel gerannt. Irgendwie habe ich es geschafft, aber ich habe innerlich geschwitzt. Eine Begegnung mit dem unveränderten eigenen Ich, auch nach der Erdbebenkatastrophe. So habe ich das 2 Jahr nach der Erdbebenkatastrophe  angefangen.

Puh, eigentlich hat sich nichts verändert, auch wenn man die Erdbebenkatastrophe überlebt hat…

Aber vielleicht war es besser so gewesen. Nicht zu sehr sich mit der Traurigkeit sich beschäftigen, sondern jeden Tag voll durchrennen, ohne sich an die Traurigkeit und Leiden zu sehr zu denken. In all dem Wirrwarr der Informationen und Geschwätz, Gottes Gegenwart spüren und Gott hinterher rennen und sich an ihn klammern. Wie ein kleines Kind, das seine Mutter entdeckt hat und schnurstracks zu ihr hinrennt und an sich festklammert. Ich möchte auch schnurstracks durchrennen.

In dem einen Jahr, auf dieser Reise hat sich Gott in seiner Liebe sich offenbart. Hat er auch nicht auf uns gewartet, dass wir zu ihm rennen und uns an ihn uns festklammern? Wie der verlorene Sohn, der in der Bibel beschrieben wird. Alles strömt in diese Richtung.

 

Der Lachs, der in den Fluss von unserer Heimat geboren worden ist, ist auf seinem letzten Reiseabschnitt  seinen Geburtsfluss wieder hochgeschwommen.  Strömt alles in diese Richtung?

Unsere Reise geht weiter als unsere Heimat in Fukushima, sie geht weiter bis in die himmlische Heimat. Ist dieser Weg ein besonderer Weg für Reisende auf der Erde? Man wird von der Erde getrennt und wird ein Bewohner im Himmel.

Wie in Sommer, wenn die Zikaden aus der Erde kriechen und sich entpuppen und anfangen zu  singen. So wollen wir unseren alten Menschen entkleiden und wie ein Bewohner im Himmel werden, ein Lied als Zeugnis mit ganzer Leib und Seele anstimmen.

Ob das wohl dieser Sommer sein wird?

 

13.März , über San Franzisco

Sato Akira

 

 

Mein Geburtstag hat man für mich schon in Taiwan gefeiert. Noch eine erfreuliche Nachrichten. Die Fortsetzung von dem Bucht Kirche in Exoduswurde von Verlag INOCHI NO KOTOBA SHA (Wort des Lebens-Verlag)  am 11.März veröffentlicht. Es ist die Fortsetzung von dem Buch, das kurz nach der Erdbebenkatastrophe erschienen ist. Die Titelseite ist diesmal Grün. Davor war es Rot. Der Atomreaktor und das Kreuz waren das Design. Die Titelseite von dem neuen Buch zeigt das neue Gemeindehaus, das die Form eines Vogels hat, das seine Flügel ausbreitet und in die Heimat zurückfliegen will. Auch diesmal wird ein Teil von dem Verkauf den Kirchen in den Katastrophengebieten gespendet. Wenn sie es sich zur Hand nehmen würden, wären wir sehr dankbar dafür. Es ist wie ein Signal für uns, dass Sie die Erdbebenkatastrophe nicht vergessen haben.

Ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe, das Interesse daran  schwindet , aber für uns ist es ein großer Trost, wenn sie sich erkundigen, wie wir damals gezittert haben, und zerschmettert waren , wie wir geflohen sind. Und wenn wir ihnen mitteilen könnten, wie viel Freundlichkeit  und Hilfe wir von Gott und Menschen erfahren haben, wenn Sie sich mit uns an diesen Zeugnis freuen könnten, wäre es für uns eine große Kraft.

Warum ich das Tagebuch angefangen habe, damals dachte ich, dass ich an diesen Tag schreiben muss, am nächsten Tag durfte es nicht sein.  Es war so als würde mir jemand den Rücken zum Schreiben drücken. Und danach habe ich das Tagebuch weitergeschrieben. Eine sonderbare Geschichte ist geboren worden. Das Tagebuch in der Erdbebenkatastrophe, die verschiedenen Vorträge und Beiträge von verschiedenen Leuten, die uns unterstützt haben. Das alles wurde in dem neuen Buch gesammelt.

Der Anfang, wo wir wirklich obdachlos umher irrten. Und dann ein Jahr lang in Evakuierung lebten und nach einen  Jahr wieder eine Wohnung  und ein neues Gemeindehaus bauen, das hätte ich nie im Traum gedacht.

 

 Entschuldigung ,eine Werbung für mein Buch. Am 7.März ist das erste Buch auch auf Koreanisch erschienen, wenn Sie jemand in Korea kennen, wenn Sie von dem Buch weitererzählen würden,  wäre ich ihnen dankbar.

Die Fortsetzung von dem Buch ist neu erschienen. Ein altes Buch von mirDer neue Aufbruch ist neu wieder erschienen .Wenn Sie dieses Buch auch lesen würden. Danke

17.März San Franzisco

 

Sato Akira

 

 Der neue Aufbruch Vorwort

 Eine Schwester im Herrn hat vor lange Zeit immer meine Predigten, die in der Fukushima Daiichi Seisho Baptist Kyokai ( Fukushima First Bible Church) gehalten wurden, kurz zusammen gefasst und jede Woche in den wöchentlichen Bulletin reingeschrieben. Einige von diesen Zusammenfassungen wurde zu einem Buch, nun wird das Buch wieder neu veröffentlicht, die Schrift ist größer und leserlicher geworden. Ich bin tief gerührt.   

Denn die Predigten wurden in dem Gemeindehaus, bevor es  am 11. März geschlossen wurde nach der Erdbebenkatastrophe, wurde gehalten. Wir sind es, die einen neuen Aufbruch am allernötigsten haben. Die plötzlich passierte Erdbebenkatastrophe, danach die Tsunamiwellen und der Atomreaktorumfall hat uns alles auf einen Schlag weggeraubt. Und es sind seitdem 9 Monate vergangen, wir sind immer noch niedergeschlagen.

Das Buch ist schon lange vorher veröffentlicht worden.  Viele Leute haben mir schon oft gesagt, dass sie es immer wieder gelesen haben oder ich wurde auch gefragt, wann das Buch wieder erscheinen wird. Ich habe es selber wieder durchgelesen und bin über die alten aber doch frischen Wörter aus der Bibel erstaunt, es kam mir so vor, das diese Worte uns, die wir jetzt in Trauer sind, Trost zusprechen wollen. Meine Essenz der Predigten sind etwas schwierig kurz zu bündeln, aber die Schwester im Herrn hat damals wirklich meine Predigten  sehr kompakt zusammengefasst.  Ich denke wehmütig an das Gemeindeleben, das damals ganz normal gewesen ist und jetzt nicht mehr existiert (in diesem Gemeindehaus). Viele Erinnerungen kommen in mir auf.

Unsere Gemeinde wurde unerwartet verstreut. Wir werden uns vielleicht nie wieder mit den ganzen Mitgliedern versammeln können, aber so wie die erste Gemeinde in dem neutestamentlichen Zeitalter auch verstreut wurde und dennoch in den Wirbel des Zeitalter das Reich Gottes verkündigt hat, so wollen wir unseren Reiseweg, das uns gegeben wurde schrittweise tränend abwischend nach vorne weitergehen.

 

Das Buch ist an alle Leute, die einen schweren Lebensweg gehen und dennoch zum Himmel hochschauen und vorwärts gehen wollen.

 

11.Dezember 2011,im Shinkansen

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 52

 

                                      Es war dramatischer als ein Drama

Es war eine 18 Tage lange Reise gewesen. Gestern war die letzte Versammlung in Portland gewesen und nun werde ich von Seattle nach Japan wieder zurück fliegen.  Zum Flughafen hat mich ein Missionar, der in Japan gewesen ist, begleitet und er hat mich total unerwartet sehr fest umarmt. Mir kamen sofort die Tränen. In mir reagierte etwas einfach unbewusst. Hat in mir irgendetwas, was ich auf dem Weg nach der Erdbebenkatastrophe unterdrückt habe,  reagiert? Ist es das Elend? Die Traurigkeit? Das Leiden oder der Schmerz? Ich weiß es nicht. Aber diese unkontrollierbare Emotion in mir, ist mir wieder sehr bewusst geworden.

Wie oft werde ich wohl diese emotional unkontrollierbare Situation mit mir selber erleben? Ich hoffe, dass es nicht lebenslänglich so gehen wird. Ich werde mich damit abfinden, aber dennoch versuchen nicht in zu sehr emotianalen Situationen zu geraten.

In Seattle war eine Frau zu Besuch gewesen, genauso wie ich aus Fukushima. Sie ist kurz bevor ich angekommen bin, nach Hause geflogen. Sie soll immer geweint haben, wenn sie über die Erdbebenkatastrophe gesprochen hat. Sie wohnte in der Nachbarstadt von mir, deshalb kann sie auch nicht in ihre Heimat und nach Hause zurück. Wohin sie wohl nach Hause gegangen ist? Es ist mir sehr unter die Haut gegangen. Das muss es wohl sein wenn man sagt „ die alte Wunde tut weh“ ( In Japan ein Redewendung für: Man wird an alte Wunden erinnert).

Wie kontrolliert der Mensch sich selber eigentlich, auf dieser harten Lebensreise, der Verlust von naheliegenden Menschen oder eine heimliche Traurigkeit, die man im Herzen hat. Wie kann der Mensch seinen Schritt nach vorne gehen, während er mit den inneren Wunden der Traurigkeit zu Recht sich findet und gleichzeitig den schwierigen Weg ohne anzuhalten weitergeht? Wenn man die Landschaft im Herzen, die sich in Traurigkeit verfärbt hat, nicht wieder in die originale Farbe zurückfärben kann, dann möchte ich wenigstens, nachdem ich geweint habe, eine Lied anstimmen, das man vielleicht unter diesen Umständen singen kann.

 

 Jetzt könnte ich von Herzen das Lied Furusato(Heimat) singen. Es singt die Herzenslandschaft der Japaner. Meine Frau kann wiederum kann seit der Erdbebenkatastrophe, das Lied nicht mehr singen.

Der Komponist ist Tatsuyuki  Takano, geboren 1877, er ist durch seine ältere Schwester zum Glauben gekommen. Er  war an der Tokyo Universität Wissenschaftler für Japanische Literaturwissenschaft. Man sagt, dass dieses Lied die himmlische Heimat besingt. Vorallem die dritte StropheDen Willen tun und dann in die Heimat zurückkehren. Die Aufgabe hier auf Erden beenden und danach in die himmlische Heimat zurück kehren, es ist ein Lied, das so ein Leben besingt, glaube ich.

Nur  der Text von dem Lied   In den Fluss habe ich kleine FIsche gefangen, …ich träume immer noch, die Heimat die ich nicht vergessen kann.....bei Regen und bei Wind , denke ich an die Heimat., wenn man seine eigene Heimat verloren hat, dann ist es einem weinerlich zumute.  Die Erinnerung and die Berge und Flüsse in der Heimat. Die unterdrückten Gefühle kommen auf.

Der Dichter dieses Textes war Teichi Okano. Er hat 40 Jahre in der Hongo Chuo Kirche den Chor geleitet und in Tokyo Geijutsu Universität, stellvertretender Professor. Die Melodie von dem Lied Furusato (Heimat), die Basis der Melodie sollen die Hymnen von der damaligen Zeit gewesen sein. Gerade vielleicht deswegen, lässt mich dieses Lied an unsere Heimat in der Sicherheitszone denken.

Deshalb will ich das Lied Furusato (Heimat)singen. Ich möchte es jetzt, in meinen Tränental singen,. An die Heimat, die wir jetzt nicht betreten können und in himmlische Heimat, wo wir auf jeden Fall heimkehren werden.  Das Lied Furusato(Heimat),dass ich mit meinen weinenden Augen sehe im Geiste, mit viel Heimweh.

 

Furusato ( Heimat )

(Das Lied können Sie auf Youtube anhören

http://www.youtube.com/watch?v=snfe27tee2Y&feature=related)

 

1)Usagi oishi kano yama( Manchmal träume, dass ich in den Bergen bin)

 

Kobuna tsurishi kano kawa( In diesen Fluss habe ich den Fisch gefangen)

 

Yume wa ima mo megurite( Auch jetzt träume ich davon)

 

Wasuregataki Furusato ( die unvergessliche Heimat)

 

 

 

2)Ikani imasu chichi-haha( Vater und Mutter, ihr habt mir eins gelehrt)

 

Tsutsuganashi ya tomogoaki( Der Schatz des Lebens wird frei vergeben)

 

Ame ni kaze ni tsuketemo( Sonnenschein und Regen, Freundschaft und Glück)

 

Omoi izuru Furusato( Eure Worte kommen zu mir wieder zurück)

 

 

 

3)Kokorozashi wo hatashite( Den Willen vollbracht)

 

Itsunohinika kaeran( Eines Tages werde ich heimkehren in die Heimat)

 

Yama wa aoki Furusato( Die Heimat, wo die Berge so grün sind)

 

Mizu wa kiyoki Furusato( Die Heimat, wo das Wasser so rein ist)

 

Hier Seattle ist die Heimat von Seatle Mariners, Baseballteam, wo der berühmte Ichiro auch  im Team ist. Er fängt auch manchmal unglaubliche Bälle. Manche Bälle, wo jeder anderer aufgeben würde, schlägt er und rennt voller Kraft zum ersten Base. Dieses Jahr soll er in der dritten Position spielen, so stand es in der lokalen Zeitung.

Auch in hoffnungslosen Momenten, nicht aufgeben, sondern voll durchrennen. Als Japaner hat Ichiro gegenüber Amerikaner keine Chancen, was körperliche Ambitionen angeht. Aber er gibt sein Bestes mit dem was er hat und geht in den Kampf. Das Zeitalter und das Land kann verschieden sein, aber seine Haltung ruft Begeisterung hervor. Wenn ich schon gerade in Seattle bin, möchte ich mir ein Beispiel an ihn nehmen.

 

 (23.Februar Auf dem Flug von Seattle nach Narita, Japan)

 

Ich bin gut zurückgekommen, danke Schön für die Gebete.

Nachdem ich zurückgekommen bin, habe ich eine Schwester im Herrn, die gerade im Krankenhaus ist, besucht. Sie hat mich gefragt, warum wir bald wieder in aller Ferne auseinander gehen müssen. Sie hat geweint und mir kamen auch die Tränen.

In einen Monat kommt dieser Tag, mir kamen wieder die Zwangsgedanken, dass wir auseinander gehen und dann ganz verschwinden.

Als ich nach Narita Flughafen ankam und in das Auto gestiegen bin, habe ich mein Navigator eingeschaltet und wie üblich das Ziel zu Hause ausgewählt. Und als es mir einfiel, war ich wie selbstverständlich auf dem Weg und in die Richtung meiner Heimat gewesen. Was habe ich wohl in diesen Moment gedacht?

Dort ist es menschenleer. Man darf nicht rein, die Polizisten stehen davor. Hat sich mein Unterbewusstsein sich gemeldet, gequengelt, wie ein kleines Kind, das nach Hause wollte? War es Gewohnheit oder mein Reflex?

Mir ist es augenblicklich klar geworden und traurig habe ich die Fahrtrichtung gewechselt. Ich kam mir elending vor. Eine Stadt, wo 7.0000 Leute verschwunden sind war weit fern.  In diesen Moment, in der menschenleeren Heimat muss es sicherlich stockdunkel sein. Sind wohl die Lachse letztes Jahr wieder zurückgekehrt? Auf dem Weg nach Tokyo kamen mir verschiedene Gedanken.

 

Die Bewohner von der Miyake Insel mussten durch den Vulkanausbruch auf der Insel auch ganz Zwangsevakuiert werden, sie mussten auch ihre Heimat verlassen und wurden zerstreut. Wie konnten sie es mental überbrücken? Ich möchte auch es auch wissen, wie man in einer zermürbenden Zeitlauf, die Durchhaltekraft und Kunst zum durchhalten, wie man es schaffen kann.

Vor einen Jahr lebten wir alle zusammen in einer Stadt und wir dachten, dass es selbstverständlich ist. Aber wir wurden zerstreut. Und werden nocheinmal zerstreut. Wir erleben immer wieder, wie Wellen, die aufeinanderfolgen, eine Erfahrung der gnadenlosesn Trennung. Jemand sagte mir, dass es ein unglaubliches Jahr gewesen ist.

Wir brauchen uns kein Fernsehdrama anschauen, und wir müssen auch nicht ins Kino. Es war spannend gewesen und dramatisch genug. Dramatisch als jedes Drama.

 Die Abschiedsfeier in einen Monat, es wird eine Graduierungsfeier von dem ersten Jahr nach der Erdbebenkatastrophe sein. Ich möchte jeden einzelnen loben für ihre Tapferkeit. Plötzlich mitten in der Erdbebenkatastrophe wurden sie rausgeworfen und haben ein Jahr in dem Freizeitheim gewohnt. Es war ein Gruppenleben und die Privatsphäere war nicht sicherlich immer so wie man sich es erhofft hat. Das zu Hause verloren und dann ein Jahr lang durch gehalten. Normalerweise ist so etwas nicht möglich. Kinder und Erwachsene, alle haben gut durchgehalten. Auch in ganz Japan verstreut, wie Spinnenkinder, haben sie in der Einsamkeit durchgehalten.

Auch die Leute, die in Fukushima geblieben sind, auf einmal war die Kirche geschlossen und haben eine unbeschreibliche Traurigkeit erlebt. Die Leute, die auf unsere Heimkehr gewartet haben und für uns gebetet haben, ihr habt alle toll durchgehalten.

Wo befinden wir uns auf der Erbebenkatastrophenmappe( von Gott ausgesehen vielleicht? Etwas schwierig ins Deutsch zu übersetzen.)

(25, Februar, sonntags heimgekehrt nach Okutama)

 

 Ich befinde mich gerade über Taiwan, von heute werde ich für 4 Tage in Taiwan reden. Taiwan hat diesmal, bei der Erdbebenkatastrophe für Japan viel gespendet. Ich bin sehr dankbar dafür.

Diesmal habe ich wieder lang gebraucht, um mein Blog zu updaten. Fast schon wie Sauerkraut, lange eingelegt, Ich werde hier alles gesammelt ins Internet stellen.

Es tut mir leid.

 Am 5.März. Im Flugzeug über Taiwan  Sato Akira

 

Evakuierungsbericht  51

Ich sitze gerade im Flugzeug nach Hawaii. Von Honolulu werde ich nach Seattle fliegen und am 24. Febr. wieder zurückkommen, es wird eine lange Reise werden. Bis kurz vor meiner Abreise war ich in dem Rathaus von Okutama und habe ihnen meinen Dank für das vergangene Jahr berichtet. Und dann habe ich kurz noch meinen Koffer gepackt, zum Flughafen geeilt und bin in den Flieger gesprungen. 

 

Ich bin mit dem Auto nach Narita gefahren. Ich habe einen schlechten Orientierungssinn, deshalb bin ich auf die falsche Schnellstraße gefahren, wie es mein Navi vorgeschrieben hat, beinahe hätte ich wirklich meinen Flieger verpasst, mir war schon bange geworden. Die Anzeige für wenig Benzin in Auto leuchtete auch noch auf und die Angst um den Sprit kam auch noch dazu. In der Wartehalle habe ich mit meinen PC noch eine Reiseversicherung abgeschlossen und bin dann in den Flieger gestiegen, schon abenteuerlich oder?

 

Gestern Abend habe das Manuskript für die Fortsetzung von dem Buch Kirche in Exodusdurchgelesen, heute Morgen dann war ich auf dem Rathaus von Okutama und habe meinen Dank berichtet, in 30 Minuten meinen Koffer gepackt und bin dann losgefahren. Es ist jedes Mal so, aber ich dachte ich schaffe es nicht. Dieses Verhaltensmuster, ist es wohl eine neue Krankheit (?)(Pastor Satos Humor..), es ist vielleicht lebenslänglich unheilbar……

 

6.Februar montags abends um 9.00

 

 

 

 

Vielen Dank für Ihre Gebete. Das Flugzeug, das ich bestiegen habe, war recht leer. So konnte ich 3 Sitze für mich haben und dort für 3 Stunden etwa schlafen. Jetzt befinde ich mich schon bereits über Honolulu und draußen ist ein wunderbarer Morgenhimmel zu sehen. In Japan wäre es gerade 2 Uhr morgens. In dem Flugzeug nach Hawaii sitzen viele junge Leute, einige Surfer auch dabei. Einige schauen eifrig den Reiseführer an. Einige unterhalten sich, was sie essen wollen oder wo sie gerne hin wollen, zum Besichtigen.

Solche friedvolle Szenen gibt es auch. Ich habe sie alle herzerfreuend beobachtet.

 

Aber wenn ich so nachdenke, alleine nach Hawaii zufliegen ist aber eigentlich etwas traurig….naja

 

Den Sonnenaufgang, den ich heute Morgen gesehen habe, war wirklich wunderschön. Wenn ich schon nach Hawaii gekommen bin, möchte ich auf der Reise neue Kräfte schöpfen. Wirklich, es gibt verschiedene Reisen, mitten in der Erdbebenkatastrophe als Betroffener, kommen mir verschiedene Gedanken auf. Die Leute, die in Tokyo sind, die Leute die in alle Himmelsrichtungen verstreuet worden sind, alle haben wirklich tapfer durchgehalten. Auch in meiner Nähe, der stellvertretende Pastor und seine Familie, der Evangelist, Kinder bis Erwachsene, gesundheitlich angeschlagene Leute und gesunde Leute, alle haben gut durchgehalten. Wenn es niemand gibt, der so etwas sagen würde, ich möchte es sagen.

Otsukaresama! Gokurosama!

(Beides ähnlich im Sinne, eine sehr populärer Zuruf in Japan. „ Vielen Dank für Ihre Bemühungen, Anstrengung“ Oder „ Hast tapfer durchgehalten“ Oder „ Hast gut gemacht“ )

Natürlich möchte ich das auch meiner Frau sagen, die mir am nächsten steht. Und mein Hund, der nach der Erdbebenkatastrophe etwas abgenommen hat und momentan nicht mit uns wohnen kann, Papi, unser Hund.

 

Ich hoffe Dir geht es gut, Papi…

 

 Ich glaube, dass wir uns deutlich auf dem Weg durch die Erdbebenkatastrophe unseren Leib zermürben. Ob es das Leben ist oder die natürliche Lebensdauer, wir durften bis jetzt überleben.  Ich glaube, dass das Leben dazu da ist, um sich für etwas oder für jemand sich zu zermürben. Jesus lehrte auch, dass der Tod von einem Weizenkern Frucht bringt. Wir haben ein Leben. Die Reise bis jetzt war ein sehr risikoreiches Unternehmen und wir hatten wirklich nichts außer unseren eigenen Leib dabei. Manchmal gab es etwas Spannungen und dann hat man sich doch gegenseitig geholfen. In der Familie oder dort wo jeder angekommen ist. Jeder hat sich wirklich angestrengt und gut durchgehalten. Auch wenn das Herz beinah am Zerbrechen war oder wenn man in einer verzweifelten Lage war, alle haben gut durchgehalten, ohne aufzugeben.

 

Draußen ist es schon ganz hell, die Morgensonne scheint.

Am Abend kehrt das Weinen ein, am Morgen der Jubel

(Psalm 30.6)

Ich habe mir immer wieder leise vor mich hingesagt. Ich wollte die Verheißung dieses Verses fest durch meinen Kopf und Herz gehen lassen.

 

6.Februar  Über Honolulu, morgens um 7:30

 

 

14. Februar (Dienstag)  Honolulu Zeit ist es gerade 23:30, abends. Ich sitze in dem Flugzeug, das nach Seattle fliegt. Nach dem ich eingecheckt habe, wurde ich zurückgerufen, mein Sitz wurde upgegraded. Nachdem ich mich hingesetzt habe, wurde mir sofort ein Drink angeboten. Es war sicherlich die Person, die am Schalter von Delta Air das Übergewicht von meinen Gepäck freundlicher Weise übersehen hat und dazu noch die Handgepäckkontrolle für mich bevorzugen lassen hat. Vor 2 Tagen, als ich in Honolulu meinen Bericht über die Erdbebenkatastrophe berichtet habe, kam diese Person zu mir und brachte mir ein kleines Geschenk mit, diese Person sagte mir, dass sie/ er bei einer Fluggesellschaft arbeitet. Es muss diese Person sein.

 

Wenn ich zurückschaue, die Berichterstattungsreise in Hawaii war durchgehend so gewesen, dass alle gut zu mir gewesen sind. Und die meisten Leute davon habe ich zum ersten Mal getroffen.

 

 

Da mein Flug am Abend war, hat man mich zu einen Strand mitgenommen das Lanikai( Meer im Himmel)heißt. Es ist auch zu dem schönsten Strand von USA gewählt worden und es war wirklich ein paradiesisch schöner Strand gewesen.

 

In der Ferne sah ich, wie ein Hund mit seinen Herrchen im Meer geschwommen ist. Ob ich auch solche Tage wieder erleben darf? Eines Tages werde ich ganz die Erdbebenkatastrophe vergessen und mit meiner Familie und Hund am Strand liegen und gemütlich die Zeit verbringen, traumhafte Tage. Ich habe diese Szene von weiten beobachtet. Nein, mir wurde wieder die Realität bewusst. Aber wie ein kleines Kind, das wieder in die Decke zurück kriecht, ich wollte einfach diese traumhafte Welt noch ein bisschen genießen und die Erdbebenkatastrophe für eine Weile vergessen. Ein Gedankengang in mir.

 

 

Mein Dank an die Leute von Hawaii für ihre Fürsorge

 

14. Februar ,im Flugzeug nach Seattle

 

 

                     

 

Seattle Zeit  0 Uhr Mitternacht. Wenn man von Hawaii kommt, ist es in Seattle doch etwas kalt. Und mein einziger Rollkragenpullover, den ich doch mitgebracht habe, habe ich sicherlich irgendwo in Hawaii liegen gelassen.

 

In Hawaii, wo alle mit Aloha-Hemden rumlaufen, konnte ich meine Kleider im Koffer kaum gebrauchen. In einen Recylcleshop von Hawaii habe ich mir eine Jacke gekauft, gerade jetzt kann ich das gut gebrauchen. Seit der Erdbebenkatastrophe habe ich mich sehr an gebrauchten Kleidern gewöhnt. Gebrauchte Kleider sind auch nicht schlecht und mir kommt es auf einmal irgendwie schade vor, neue Kleider zu kaufen. In der Evakuierung haben wir immer Pappkartons geöffnet und immer gebrauchte Kleider, die wir geschenkt bekommen haben unter uns aufgeteilt, deswegen vielleicht.

 

In dem Flugzeug oder in der Zwischenzeit von den Versammlungen bin ich damit beschäftigt, die Manuskripte zu checken und einzutippen. Es ist bald 11 März. Die Fortsetzung von dem ersten Buch Kirche in Exodus, das 1 Jahr nach der Erdbebenkatastrophe erscheinen soll und die Veröffentlichung von dem ersten Buch ins Koreanische, die letzten Vorbereitungen. In Seattle oder in Hawaii, jede freie Minute sitze ich vor dem PC.

 

Aus diesem Grund, werde ich diesmal in meinen Blog mein Vorwort in dem koreanischen Kirche in Exodus, das ich erst gestern nach Korea geschickt habe, auch draufsetzen. Wenn Sie Bekannte in Korea haben, bitte sagen erzählen Sie doch von der Erscheinung unseres Buches in Koreanisch weiter. Ich wäre sehr dankbar dafür.

 

17.Februar (Freitag) In Seattle

 

Sato Akira

 

 

 

Vorwort von dem koreanischen Kirche in Exodus

 

Es ist bald ein Jahr nach der großen Erdbebenkatastrophe in Japan, damals als die ganze Welt ihre Sprache verloren hat. Das Erdbeben, das nur alle 1000 Jahre einmal passieren soll, hat die pazifischen Küsten Nordjapans mit Tsunamiwellen überflutet, Straßen wurden zerrüttet, Erdrutsche passierten und zerdrückten Häuser und Tsunamiwellen von 15 Metern kamen, dazu die folgenden Explosionen von dem Atomreaktor. Unsere Kirche war mittendrin in der Katastrophe, 5km von dem Atomreaktor entfernt. Unsere Kirche ist die nahste Kirche von dem Atomreaktor.

 

In den nächsten Moment wurde unsere Kirche geschlossen, Familien wurden auseinander getrieben, in der Stadt heulten die Sirenen und durch die Explosionen mussten 70000 Leute über eine Nacht ihre Häuser verlassen. Alle sind um ihr Leben gerannt. Es war wie in einen Science Fictionfilm. Dieses Buch berichtet von einer unglaublichen Realität, das in Japan passiert ist.

 

Erstaunlicher Weise ist die Kirche nicht gestorben. Damals haben 60 bis 70 Kirchenmitglieder zusammen in Bussen und Lastwagen, in einer Kolone, über Bergen gefahren und 100 von Kilometern zurückgelegt, Lebensmitteln mussten besorgt werden, wir alle halfen uns zusammen durch und haben überlebt. Seit damals haben wir unsere Gemeindegebäude verloren. Wir hatten kein Geld bei uns, keine Kleider zum Umziehen. Wir wussten nicht, wie der morgige Tag werden wird. Wir haben zusammen gebetet, geweint und zum Himmel hochgeschaut. Wir haben jeden Tag Gottesdienst gefeiert und haben unsere Reise fortgesetzt. Durch diese Erdbebenkatastrophe sind 4 Gemeindemitglieder gestorben und sind heimgegangen. Stand März dieses Jahres können wir rückblickend sagen, dass 9 Leute getauft worden sind.

Ob wir traurig sein sollen oder ob wir uns freuen sollen, wir wussten es nie, aber wir sind durch die langen schwierigen Tage hindurch gegangen. Ich hätte nie gedacht, dass ich solche Tage verbringen werde.

 

Wir haben auch sonderbare Erfahrungen gemacht. Die Situationen in der Bibel, wo die ersten Kirchen im neuen Testament trotz Verfolgungen weitergereist sind und sich die Güter miteinander geteilt haben, wurde mir sehr real und nah, genauso die Exodus Geschichte in Mose, wo sie alle Ägypten verlassen haben.

 

Der 11.März ist mein Geburtstag und an diesen Tag war ich auf einer Abschlussfeier von einer Bibelschule. Meine Frau und ich haben damals in Tokyo einen Bus gemietet und wollten nach Fukushima fahren. Ältere und gesundheitlich angeschlagene Mitglieder und Kleinkinder wollten wir von den Notunterkünften in den Bergen rausholen. Es ist nicht übertrieben, wir dachten wirklich, dass wir vielleicht nicht wieder lebend von Fukushima rauskommen können und sind nach Fukushima gefahren, wo die Reaktoren explodiert sind. Damals war alles ein unglaublicher Überlebenskampf.

 

Wenn wir durch dieses Buch den Koreanern bezeugen können, über die Realität, die nicht in Reportagen berichtet worden ist, unglaubliche Geschichten. In dem modernen Exodus, in unglaublichen Geschehnissen, wie Gott barmherzig uns umgeben hat und durch Wunder den Weg geöffnet und geleitet hat.

 

Jetzt leben wir in einen christliches Freizeitheim der Liebenzeller Mission, Verantwortlicher ist ein deutscher Missionar Traugott Ockert. Ein Zusammenleben mit 50 Leuten. Die anderen 150 Mitglieder leben in ganz Japan verstreut. Es ist wie das Diaspora in dem Neuen Testament. Aber die Kirche, Gemeinde ist nicht gestorben.

Auch wenn uns der Gemeindesaal, die Organisation und Aktivitäten genommen worden sind. Wir haben überlebt.

 

 Dieses Jahr März werden wir einen neuen Start machen, wir haben eine Wohnung für ältere Mitglieder, die ihre Familie verloren haben eine Wohnung gebaut und werden dort wohnen. Unsere 4 Gemeindehäuser, darunter das Gemeindehaus, das erst vor 3 Jahren neu gebaut worden ist, liegen alle im Speergebiet, das wir durch die atomare Verseuchung nicht betreten können. Deshalb werden wir unser 5tes Gemeindehaus bis September neu bauen.

 

Die Kirche ist nicht nur in der Verfolgung stark, sondern auch in Erdbebenkatastrophen. Auch wenn wir geschlagen und zerstreut werden, leben wir wieder neu auf.

 

 

 

 

 

Ich freue mich, dass das Buch, das unsere Erdbebenerfahrungen berichtet, diesmal auf Koreanisch erscheint. Wir sind nicht alleine gelassen und verlassen. Über dem Meer gibt es auch Leute, die an uns denken. Diese Erkenntnis gibt uns Kraft, in diesem Buch wird berichtet, wie eine kleine Kirche in einer ländlichen Region Japans plötzlich von der Erdbebenkatastrophe überrumpelt wurde und zerschlagen und zerstreut wurde. In Tränen zerbrochen, aber wieder aufgestanden und  den Blick zum Himmel gewendet

Wie wir Gottes Werke erfahren haben. Davon berichtet das Buch. Es beginnt mit dem Tagebuch von dem Pastor, direkt nach der Erdbebenkatastrophe. Ehrliche Zeugnisse von Gemeindemitgliedern und der Zukunftsplan unserer Gemeinde.

 

Möge Gott allen Menschen in Korea die dieses Buch in die Hand nehmen nahe sein.

 

Ganz zum Schluss, möchte  ich mich für alle die Gebete und Unterstützung von den Koreanern bedanken. Dass wir so viel Unterstützung von allen Menschen aus aller Welt erfahren haben, wir haben vieles verloren, aber wir sind wirklich glücklich.

 

 

2012 14.Februar( Dienstag) In Seattle

 

 

 

Evakuierungsbericht 50

 

               Diaspora und Remnant

 

Von Oita nach Fukuoka und dann nach Hokkaido, Vorträge in Sapporo und Otaru. Ich fliege jetzt nach einer Woche wieder nach Haneda( Tokyo ) zurück. Kyushuu war auch kalt gewesen, aber die Schneemenge in Sapporo war wirklich verrückt. Ich war an den verschiedenen Orten und zwischen durch hatte ich Besprechungen wegen dem Wohnung und Gemeindesaalbau. Den geplanten Umzug in März und die Vorbereitungen. Es gibt vieles zu planen. Von Tokyo werden ab heute für 3 Tage Reporter vom niederländischen Fernsehen kommen und uns interviewen.

 

Alles läuft im Zeitlauf, uns bleibt nichts anderes übrig als zu leben an den Ort und in dem Zeitplan mit dem Gaben, die wir haben. Alles ist im Zeitlauf. Es werden weniger Leute nach Fukushima zurückkehren, als wir am Anfang gedacht haben. Es ist sehr traurig, aber jeder hat sein eigenes Leben und jeder trägt seine Entscheidung. Ich verstehe es, dass es nicht einfach ist die Entscheidung zu treffen. Wir schweben ohne zu wissen, wo unser Endziel sein wird. Die Leute, die in Tokyo eine Arbeit gefunden haben, werden in Tokyo bleiben. Einige werden zu den Familien und Verwandten, nach langem Überlegen, hinziehen.

 

Nach der Erdbebenkatastrophe, es sind 10 Monate vergangen, seitdem wir auseinander getrieben wurden. Bis jetzt war eine schnelle Entscheidung nach der anderen nötig gewesen. In niederschlagenden abnormalen Lebensumständen schwinden meine Kräfte standhaft zu bleiben und der gute Wille und die Entscheidung, dass ich am Anfang gefasst habe, die Motivation in mir sinkt immer mehr. 

 

Nach ein Jahr fängt jeder in seiner Umgebung sein neues Leben an, an den Ort, wo er jetzt gerade lebt. Es ist selbstverständlich, dass einige neue Gemeinden vor Ort suchen und am neuen Ort sesshaft werden. In dem Alten Testament, die Leute die in der babylonischer Gefangenschaft waren, nach dem 70 Jahre vergangen waren, sind einige wieder in die Heimat zurück gekehrt, einige sind dort geblieben und einige sind vielleicht auch ins Ausland ausgewandert.

 

Zerstreut in die Diaspora durch die Erdbebenkatastrophe und das übriggebliebene Volk des Remmnant. Wurden wohl immer wieder in dem Exodus kleine Spaltungen der Gruppen wiederholt und es gab verschiedene dramatische Umstände im Leben? Das ist auch wieder die Realität der Erdbebenkatastrophe. Wie lange wird diese ungewisse und wechselhafte Situation dauern?

 

Der verantwortliche Leiter von dem Freizeitheim Okutama Fukuin no Ie, Missionar Traugott Ockert hat in dem fortsetzenden Buch von Kirche in Exodus einen Beitrag geschrieben. Für uns die wir für 10 Monate hier in dem Freizeitheim bleiben durften, hat er wirklich einen sehr dankbaren Artikel geschrieben.

 

30.Januar (Montag)  Über den schneeweißen Himmel von Sapporo

 

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 49

Ich werde noch die letzen Grussworte von dem Fortsetzungsbuch vonKirche in Exodus in mein Blog reinsetzen. Ich habe es gerade auf meinen Flug von Haneda nach Oita geschrieben. Wenn es ein kleiner Vorgeschmack wird. In Kyushuu war es richtig kalt, wie es wohl morgen in Sapporo, Hokkaido  sein wird?

 

Draussen war es kalt, aber die Menschen, die ich in Kyushuu getroffen habe, waren alle sehr einfühlsam und sehr warm. Jedes einzelne Treffen ist ein Segen dass mir durch die Erdbebenkatastrophe gegeben worden ist. Vielen Herzlichen Dank

 

27.Januar ( Donnerstag) In Fukuoka 

 

 Der neue Aufbruch

3 Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Ostjapan, am 14.März, spät abends sind meine Frau und ich mit hoffnungslosen Gefühlen, von Chiba mit eine Lastwagen, bepackt mit Hilfsgütern: Benzin, einige Wolldecken und Lebensmitteln, nach Fukushima, wo unsere Gemeindemitglieder warten, losgefahren. Wir waren uns nicht sicher, was mit uns passieren wird, wenn wir nach Fukushima reinfahren. Alles hat mit dieser Abfahrt angefangen.

 

Seit diesen Tag ist wieder beinah ein Jahr vergangen und wir befinden uns wieder vor einer neuen Abreise. Während diesem einen Jahr hatten wir ununterbrochen immer die Qual der Wahl zu treffen. Es gab auch viele Abschiede. Von Fukushima fuhren 16 Autos im Schnee über einen Bergpass nach Yamagata. 2 Wochen danach fuhren wir mit 60 Leuten in das wärmere Kantogebiet (Grossraum Tokyo). Vielleicht war das eine Jahr eine Vorbereitung für unsere bevorstehende Abreise nach Fukushima. Wir werden ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe wieder nach Fukushima zurückkehren und einen neuen Gemeindesaal und eine Wohnung für ältere Gemeindeglieder bauen.

 

Wenn die Erdbebenkatastrophe nicht gewesen wäre, wollten wir ein Tagesprogramm für ältere Menschen anfangen. Eine warme Unterstützung gegenseitig war schon vorher ein grosses Interesse für unsere Gemeinde gewesen. Egal was, wir wurden geführt diese Entscheidung zu treffen, wir werden zu den Gemeindegliedern, die unsere Rückkehr warten, heimkehren und wieder eine neue Gemeinde aufbauen.

 

Der Weg bis wir diese Entscheidung getroffen war folgendes. Letztes Jahr, 25.Juli (Sonntags), hielten wir eine Besprechung über unseren weiteren Werdegang, denn in 8 Monaten mussten wir Okutama Fukuin no Ie verlassen. Wir können nicht nach Shizuoka oder Gunma, es gibt Gemeindeglieder in Fukushima, die auf uns wareten. Wir wollen zurück nach Fukushima. Das war die Entscheidung, die wir getroffen haben. Da wir aber nicht in unsere Heimat zurückkehren können, haben wir uns ,60km südlich von unserer Heimat, auf der Suche nach Wohnungen von 40 Gemeindemitgliedern und einen geigneten Mietraum für unseren Gottesdienst begeben. Meine Frau und ich sind nach Fukushima gefahren und wurden erschlagen, es gab gar kein Angebot für unsere Suche.

 

Aber danach öffneten sich verschiedene Türen und einen Monat später wurden wir so geleitet, dass wir einen neuen Gemeindesaal und eine Wohnung für ältere Menschen neu bauen können. Alles lief in eine völlig unerwartete Richtung. In März wird die Wohnung fertig sein, eine nette Wohnung. Und in August, 200m von der Wohnung wird der neue Gemeindesaal fertig sein. Die Form des Gemeindesaals ist, wie ein Vogel, der gerade seine Flügel ausbreitet in die Richtung unserer Heimat. Das Kreuz steht auch in Richtung unserer Heimat.Wir werden dort unseren Gottesdienst feiern. Das Thema von dem neuen Gemeindesaal wird Gebet und Auferstehungsein.

 

Es wird nur noch ein Viertel von unseren ursprünglichen Gemeindemitgliedern sein, aber wir werden mit den Mitgliedern, die in ganzem Japan verstreut leben werden, in Gebet verbunden sein. Wir wollen ein Gästezimmer für unsere Gemeindemitglieder haben, damit sie immer zurückkommen können. Wenn das Gemeindehaus, in Form von Flügel, ein Hoffnung werden wird, in der endlosen Evakuierung. Ich bete, dass es ein Symbol der Wiederaufbauung wird, das wir eines Tages, wie der Adler unsere Flügel ausbreiten werden und kräftig aufschwingen werden.

 

 

Wir haben bis jetzt von vielen Menschen aus ganz Japan und aus aller Welt eine grosse Unterstützung bekommen, Wir sind dankbar dafür. Wir haben soviel Hilfe erfahren. Unseren Dank wollen wir in Gebet erweisen. Wir hoffen, dass das neue Gemeindehaus ein Bethaus sein wird und auch wenn es nur wenig sein wird, dass unsere Gemeinde den anderen Menschen eine Hilfe sein kann. Nur damit können wir unseren Dank erweisen und wir wollen unseren Dank erweisen!

 

 

Evakuierungsbericht 48

Ich bin von Oita nach Fukuoka gekommen. Ich bin sehr dankbar für den warmen Empfang. Der Schnee in Kyushuu hat mich sehr überrascht.Die Wärme der Gemeinden und den Leuten hier umgeben mich. Morgen werde ich nach Hokkaido weiterreisen.

 

In März ist es wieder ein Jahr her, seit der Erdbebenkatatrophe. Die Fortsetzung von dem Buch Kirche in Exodus wird erscheinen. Da es eine relativ kurzfristige Entscheidung war, bin ich gerade dabei eifrig dabei das Vorwort von dem Buch zu schreiben. Ich habe die Erlaubnis von dem Verlag bekommen und werde das Vorwort als eine kleine Leseprobe hier in meinen Blog veröffentlichen. Wenn es von vielen Leuten gelesen wird, wäre ich sehr dankbar.

 

26.Januar (Mittwoch) Von Oita unterwegs

 

Saito Akira 

 

 

 

Zum Anfang

Wie schnell die Zeit vergeht, bald wird es wieder ein Jahr her sein, seit der Erdbebenkatastrophe am 11.März (Freitag). Damals war ein einzelner Tag immer so lange gewesen. Wir haben von Moment zu Moment unseren Tag überbrückt und haben Tag für Tag gelebt.

 

Es ist jetzt einige Zeit vergangen, die Wunden der Erdbebenkatastrophe werden für uns nicht leichter, sondern sie schmerzen weiter in uns. Es ist noch nichts beendet und wir befinden uns mitten auf dem Weg. Aber das neue Jahr hat angefangen und wir wurden bis jetzt durchgetragen. Wir wurden am Leben erhalten. Das in dieser schwierigen Lage die Fortsetzung von dem Buch erscheinen darf, ist für uns ein Meilenstein mitten auf dem Weg nach der Erdbebenkatastrophe. Ein Wegabschnit auf diesem schwierigen Weg. Es ist für uns ein mutmachender Zuruf.

 

Egal was, wenn es nur ein Schimmer Hoffnung gewesen ist oder eine Kraftspendung, wir haben uns daran festgeklammert, es für uns in Anspruch genommen und sind bis hier her gekommen. An den Tag der Erdbebenkatastrophe wurden wir, ohne es richtig zu registrieren, was passiert ist, rausgeworfen und sind seitdem auf der Flucht. Die Nachricht, das das Buch Kirche in Exodus,das 2 Monate nach der Erdbebenkatastrophe erschienen ist, von vielen Menschen gelesen wird, war für uns eine gute Botschaft, weil wir wirklich einsam gewesen sind.

 

Vielleicht werden wir in von dem grossen Wirbel verschlungen und krepieren, ohne es von jemand registriert zu werden. Eine tiefe Dunkelheit und Angst, Traurigkeit und Unsicherheit begrängten uns. Unter solchen Umständen waren viele Menschen um uns besorgt und verfolgten unser Wohlergehen. Diese Nachricht war für uns, die wir wirklich auswegslos waren, ein sehr grosser Trost gewesen. Unter einer sehr extremen Situation waren vielleicht diese warmen Zuwendungen unsere geistlichen Speisen gewesen und haben uns Kraft gegeben bis heute zu überleben.

 

Ein Teil von dem Verkauf Kirche in Exoduswurde an die Katastrophengebiete Iwate, Miyagi und Fukushima, den Leuten und den Kirchen gespendet. Das Herz der Leute, die dieses Buch in die Hand genommen haben, hat sicherlich ein neues Netzwerk von Nächstenliebe verbreitet.

 

Die Fortsetzung von dem Buch Kirche in Exodusberichtet, wie die Menschen nach der Erdbebenkatastrophe ihre Exodusreise fortführen. Wieviel Hilfe und Unterstützung sie von Gott und den Menschen erfahren haben, wie sie trotz Herzensangst ihre Reise fortsetzen konnten. Davon berichtet das Buch.

 

Teil 1 ist mein Blogeintrag, während der Katastrophe. Ein Erlebnisbericht, das man nur schreiben kann, weil man es selber alles erlebt hat. Teil 2 sind Zeugnisberichte von den Menschen, die uns geholfen haben und uns aufgenommen haben. Zeugnisberichte von unserem Vizepastor und Mitglieder, was sie denken und fühlen nach der Erdbebenkatastrophe.Der 3 und 4 Teil sind meine Vorträge, die ich nach der Erdbebenkatastrophe gehalten habe, noch einmal gedruckt und die Zukunftsvision unserer Gemeinde, der neue Anfang.

 

 

Ich höre, das das Interesse an der Erdbebenkatastrophe wird immer weniger wird, aber wenn dieses Buch von vielen Menschen gelesen wird, es wäre wirklich eine grosse Kraft für uns.  

 

2012 23.Januar ( Donnerstag ) In Ooita

 

Sato Akira

 

 

Evakuierungsbericht 47

Nun wie erwartet, an den 25 Dezember, nachdem ich den Predigtgottesdienst beendet hatte, bekam ich Schmerzen in meinem Kreuz und Hüftenbereich. Mein letzter Predigtdienst Ende letzten Jahres war eine Gemeinde in Yokohama, als ich in der Gemeinde angekommen war, konnte ich kaum mehr gerade gehen. Es war mir etwas peinlich, aber wegen den Schmerzen musste ich immer wieder meine Position während der Predigt wechseln, mal im Sitzen und mal im Stehen. Aber ich bin dennoch dankbar, dass ich meine letzte Predigt in dem Erdbebenkatastrophenjahr gut beenden konnte.

 

Ich bin bis jetzt immer mit dem Auto zwischen Fukushima und Tokyo hin und zurück gefahren und normalerweise hätte ich Kreuzschmerzen von dem Autofahren bekommen, aber mir war es sehr bewusst geworden, dass ich nie Schmerzen hatte. Aber was für ein Timing, dass ich einen Hexenschuss am letzten Predigttermin vom Jahresende bekommen habe.

 

Eins muss ich noch erwähnen, in der Kirche , wo ich meinen letzten Predigtdienst getan habe, ist ein Mitglied der Gemeinde ein Orthopäde und er hat mich gut behandelt, als hätte er bereits gewusst, dass ich einen Hexenschuss bekommen habe( ?), ich bin sehr dankbar dafür.

 

 Aber das erste Neujahr nach der Erdbebenkatastrophe war irgendwie sehr traurig. Die Kinder und Enkelkinder haben ein zu Hause verloren, wo sie am Neujahr nach Hause kommen können. Und wir als Eltern haben Neujahr in der Wohnung von unserer Tochter verbracht, an sonsten waren wir in japanischen Hotels und haben unseren Neujahrsurlaub verbracht. Vielleicht wird es nächstes und übernächstes Jahr auch so, wenn ich an sowas denke, fühle ich mich richtig depressiv. Ich hoffe, dass es nicht passieren wird. Wielange werden wir wie Nomaden überall rumreisen? Ich glaube, dass selbstverständlich einige unsere Kinder auch den Verlust von dem eigenen zu Hause nachtrauern. Sie kamen ja auch jedes Jahr am Neujahr zurück und haben ihre Freunde wieder gesehen. Diese Gelegenheit haben sie verloren und sonst noch viele andere wertvolle Sachen.

 

Ich habe gehört, dass in der Nachkriegszeit immer wieder Geschichten zu hören waren, die in normalen Fall unglaublich gewesen wären. In mein Umfeld höre ich auch erstaunliche Berichte wie zum Beispiel sich Kinder und Eltern, die vor der Erdbebenkatastrophe Probleme miteinander hatten, wieder vertragen konnten. In der schwierigen Lage haben sie sich gegenseitig geholfen und sie konnten sich wieder vertragen. In der Evakuierung hat eine Person angefangen in die Kirche zu gehen und konnte Christus als Heiland und Retter annehmen und wurde getauft.

 

In einer Reportage wurde von einem Hauswirtin in einem japanischen Gästehaus berichtet. Als die Tsunamiwellen schon bedrohlich nah waren, rannte sie von der Anhöhe runter um rief den Leuten in der Stadt zu vor den Tsunamiwellen zu fliehen. Aber direkt danach wurde sie selber von den Tsunamiwellen ergriffen und war selber in der Gefahr zu etrinken. Aber sie wurde durch ein Wunder gerettet. Ein Rückblick von der Erdbebenkatastrophe. Die Leute, die durch den Einsatz der Hauswirtin ihr Leben retten konnten, dankten ihr unter Tränen für ihren Einsatz. Ich musste an unserern Retter Jesus Christus denken, der in die Welt kam und sein Leben für unsere Rettung dahin gegeben hat.

 

Uns wurde gesagt, dass unser Erfahrungsbericht auch so ein besonderes Erlebnis ist.

Ja unser Weg war sehr dramatisch gewesen bis jetzt. Unterwegs im Chaos haben wir uns oft genug gefragt, warum wir dieses ganze Drama mitmachen müssen. Am 11.März kamen die Erdbebenkatastrophe, dann die grossen Tsunamiwellen und die Reaktorkatastrophe und die gefährliche Flucht. Und danach die endlose Evakuierung. Wir sind geflohen, wurden zerstreut und haben irgendwie überlebt. Ohne es richtig wahrzunehmen, feiern wieder Neujahr. Dieses Jahr wollen wir nach Fukushima zurückkehren und eine Wohnung und den Gemeindesaal wieder bauen.

 

Wer wohl hinter diesem dramatischen Jahr dahinter steht? Uns blieb keine andere Wahl als nach dieser Pfeife zu tanzen und oft genug in Ungewissheit zu sein. Für jeden von uns war es ein heftiges Umbruchsjahr im Leben gewesen. Wer von uns hätte sich so ein Jahresende sich vorgestellt? Aber es ist realität, dass wir in Tokyo zusammen leben und das Neue Jahr hier feiern werden.

 

 Es ist wirklich so, dass wir ein ungewöhnliches Neujahr verbringen werden. Eins war gut, dass ich Zeit für meinen alten Hund Papi haben konnte. Es war nicht lang, aber wir konnten uns wieder sehen und Neujahr zusammen verbringen. Es war nur eine Woche, aber für mich und wahrscheinlich auch für meinen Hund Papi war es eine gute Zeit gewesen (ich vermute es, ich habe meinen Hund nicht persönlich gefragt, aber ich nehme es an). Mein Hund, 13 Jahre alt, sah etwas abgemagert aus. Wenn wir uns das nächstes Mal wieder sehen werden, werde ich versuchen ihm all die Traurigkeit wieder gut zu machen, ihn zu streicheln und oft genug in die Arme zu nehmen. Das habe ich mir fest vorgenommen.                            

 

 

(Am Ende von Dezember 2011)

 

Ich habe irgendwie keine Kraft und Zeit in einen Zug durchzuschreiben. Das Jahr hat schon bereits angefangen. Wenn ich vor dem Spiegel stehe und mich anschaue, merke ich dass ich etwas mehr graue Haare bekommen habe. Ohne das letzte Jahr verkraftet zu haben, hat das neue Jahr angefangen. Anders als im üblichen Jahr, spüre ich, dass ich besonders Kraft brauche, um den einen Schritt ins neue Jahr zu wagen.

 

Die Predigt im Neujahrsgottesdienst sollte eine kräftige und aufschwungsvolle Botschaft werden, weil jeder seine Hürde hat, die er oder sie überwinden muss. Aber, was ist wohl in mir passiert. Plötzlich musste ich während meiner Predigt an unseren Gemeindesaal, das wir erst vor 3 Jahren neu gebaut haben und wo wir wahrscheinlich nicht mehr zurückkehren können, denken.

 

In diesem Moment bin ich wohl auf irgendeine Mine in mir getreten, mir kamen sofort die Tränen hoch und ich konnte mich nicht mehr unter Kontrolle halten. Meine Augen sind wohl auch ein Teil von meinen Körper. Wenn ich zurückdenke, sind seit der Erdbebenkatastrophe die Tränen immer weit weg von dem kontrollierbaren Umfelt.

Lasst uns nicht mehr zurück schauen, sondern lasst uns den Schritt nach Vorne wagen.so sollte meine Botschaft sein, aber vor allen konnte ich den Sog in die Vergangenheit nicht überwältigen. Wenn das Jahr so anfängt, wie es wohl werden wird?

 

 

Es war ein etwas heftiger Jahresanfang, mir ist die in mir schlummernde Tränenmine wieder sehr bewusst geworden. Ich bin mir über die nicht geheilten Wunden und die Traurigkeit, die immer wieder meine Tränen hochkommen lässt nicht im Klaren und das verunsichert mich. Vorallem jetzt, unser Gemeindesaal in der Heimat, das eine Vision geworden ist. Sonntagsmorgen, wenn ich von meinem Büro die Treppe runtergegangen bin in den Gottesdienstsaal und unterwegs verschiedene Leute begrüsst habe. Ich darf auf keinen Fall an dieses Szene denken, während ich predige. Ich werde es mir zu Herzen nehmen.

 

 

Wir haben den neuen Start gewagt, bitte beten Sie, dass ich nicht im Tränenmeer versinke und dass wir dieses Jahr, das uns geschenkt worden ist, mit festen Schritten bis zum Schluss durchschreiten können.

 

Ich fühle, dass auch dieses Jahr wieder ein etwas heftiges Jahr werden wird.

 

2012 Januar, Neujahr   

 

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 46

Ich bin nach wie vor sehr beschäftigt. In letzter Zeit hat die Zahl der Interviews sich besonders vermehrt. Ist das zeigt vielleicht der gegenwärtigen Trend? Es soll Gebiete geben, die denken, die Erdbebenkatastrophe sei beendet. Ich bin sehr überrascht. Es ist noch nichts beendet. Wenn das so ist, ich habe die Bedeutung des Journalismus, dass man interviewed wird, neu überdacht.

 

Gleich nach der Erdbebekatastrophe hatte ich keine Zeit gehabt, einen ruhigen Moment zu finden. Ich war einfach nur verwirrt gewesen. Ich habe versucht mich dagegen zu wehren, aber ich war einfach zu kraftlos. Eigentlich ist es so, dass ich erst im nach hinein begreifen konnte, dass sich bis jetzt immer irgendwelche Türen sich geöffnet haben und wir einfach da hinein gegangen sind, ohne gross zu überlegen und es bis hierher geschafft haben und unsere Balance gehalten haben. Warum ich immer wieder erleichtert bin, wenn ich nach Fukushima zurück kehre ist, das nicht nur Autos mit gleichem Nummerschild rumfahren, sondern in der Zeitung, im Radio und im Fernsehen, die Nachrichten der Erdbebenkatastrophe, das Chaos das noch herrscht, immer noch am laufenden berichtet wird. Die Welt, wo man das Leid und die Tränen teilen kann, ist für mich ein grosser Trost. Ein Platz, den die Betroffenen der Erdbebenkatastrophe ausfindig gemacht haben.

 

Am Anfang der Katastrophe konnte ich es nicht begreifen, wo ich war und was ich gerade tue. Und ich wusste nicht, was ich zu diesem Zeitpunkt tuen sollte und wohin wir gehen hingehen sollten. Alles war so verwirrt und wir konnten es auch nicht genau sagen, was noch alles passieren wird. Damals waren Schlagwörter wie Positive Wende für die das Evangelisieren,Eine Erweckung wird kommenfür mich nur Wörter, die wie ein Echo aus einen fernen Land zu hören war und ich hatte eine gewisse Fremdheit gespürt.

 

Damals war herrschte ein Chaos in meinen Kopf. Ich war verwirrt gewesen. War ich verletzt gewesen? Meine Empfindungen waren sehr empfindlich und ich glaube, dass ich instinktiv unterscheiden wollte, ob die Person, die sich mir näherte wirklich mir helfen wollte oder nicht. Wenn es nicht echt erschien oder einen Schimmer zu sehen war, mich in ihr Programm einzuwickeln, zu sehen war, wurde es mir innerlich sehr schwer.

 

Damals wollten wir keine Predigten oder irgendwelche Analysen hören, so denke ich in nachhinein. Wir haben wirklich unter sehr knappen Umständen gelebt. Wegen Kleinigkeiten waren wir niedergeschlagen und haben Tränen geweint. Alle waren sehr angespannt nervlich und wollten irgendetwas in uns versiegeln. Aber wir konnten es nicht versiegeln und es kam plötzlich hoch. Die Traurigkeit überfiel uns immer wieder wie die Wellen, wir waren eingeschüchtert gewesen. Das Herz? Oder unser ganzes Sein? Vor der Zukunft, oder vor der verloren gegangene Vergangeheit? Oder die Gegenwart?

 

Je tiefer ich mich mit der Traurigkeit befasse, desto betrübter wird der Eintrag. Es tut mir leid, ich wollte doch diese Traurigkeit als Sprungfeder, den Schritt nach morgen wagen, auch wenn ich in Tränen versunken bin, wollte ich dennoch strahlen, egal was kommt. Ich werde es mir zu Herzen nehmen.

 

Aber warum bin ich so traurig?

 

Morgen ist Weihnachten. Der Heiland, der in diese dunkele Welt kam, war ein Mensch der Traurigkeit und kannte die Krankheit. Die Bibel berichtet, dass er gekommen ist, um mit den Weinenden zu weinen. Diese Tatsache ist mir an diesem Weihnachten sehr bewusst geworden. Wir haben Haus und Heimat und Kirche verloren. Der Herr Jesus wurde in einen Pferdestall geboren, es war keine Herberge für sie da. Ich glaube, dass er uns jetzt besonders nahe ist. Es ist natürlich, das das Interesse für die Erdbebenkatastrophe immer weniger wird. Aber der unänderliche Herr, kam zu uns, er riskierte sein Leben für uns. Und dieser Heiland leuchtet auch heute in der dunkelen Welt.

 

Ob es eine Reise war, um diesen Herrn zu begegnen? Der Sohn Gottes, der geboren wurde, um sein Leben zu geben. Er will uns nicht ausnutzen, er tat es aus Liebe für uns. So wie die Weisen aus dem Morgenland Weihrauch, Gold und Myrre geopfert haben, so wollen wir auch opfern. Der König der Menschen, ihn wollen wir das Gold. Gott kam in die Welt, deshalb den Duft, der in den Himmel steigt, in unseren Gottesdienst. Und auch das Balsam für die Bestattung, für den Herrn, weil er für uns am Kreuz unser Leben dahin gegeben hat.

 

Eine Reise, das ohne Ziel plötzlich begonnen hat und nun das Jahres Ende, das mit Traurigkeit erfüllt ist. Ich möchte mit Herzen das Weihnachten feiern, weil es ein besonderes Jahr ist, ein hartes Jahr, aber der Herr war direkt neben uns und immer mit uns. Es ist ein Weihnachten, ein besonderes Weihnachten, dieses Jahr, das Jahr, wo die Erdbebenkatastrophe passiert ist. Frohe Weihnachten.

 

Nun zurück zur Geschichte, die Geburt des Sohn Gottes wurde danach in alle Welt weiter erzählt, die Hirten, die Weisen aus dem Morgenland und alle Zeugen haben es weiter erzählt, deshalb will ich als Pastor, der mitten in den Wirbel der Erdbebenkatastrophe steht, weiterbezeugen, wieviel Gnade wir von Jesus erfahren haben, in Mitten von Leid .

 

Am Anfang habe ich hauptsächlich Interviews mit Leuten aus Kirchen und christlichen Medien gehabt, aber jetzt habe ich mehr von öffentlichen Zeitungen, Radio, TV und ausländische Medien. Am Anfang, wo wir wirklich nur damit aller Hand zu tun hatten, erst mal den Alltag zu überleben, habe ich die meisten Interviews abgesagt. Aber in letzter Zeit habe ich immer mehr den Gedanken, dass ich vielen Menschen meine Botschaft weitersagen muss. Eine Aufgabe als Zeuge und Bote, das spüre ich sehr.

 

Dieses Land wurde von einem Erdbeben, das nur einmal in tausend Jahre passiert, betroffen. Wir waren mitten in der Katastrophe und Menschen aus aller Welt haben unseren Weg mit verfolgt. Das Geschehen von Weihnachten wird seit 2000 Jahre weiter erzählt. Was damals passiert ist, wird heute noch weiter erzählt. Und dieses Jahr haben wir diese Katastrophe hautnah erlebt und überlebt und ich spüre meine Aufgabe, mein Erlebnis weiter zu erzählen.

 

Mit Bahn und Flugzeug fahre ich überall hin, um mein Zeugnis abzulegen. Meine geschriebenen Worte verbreiten sich in Bücher und Internet. Ich werde weiter bezeugen, so wie es von mir verlangt wird.

 

Draussen ist die Welt ganz in Weiss. Ich befinde mich auf dem Weg von Hamamatsu nach Yamagata, Schneelandschaft. Es ist draussen sehr kalt. Die weisse Landschaft ist lässt um so mehr die Weihnachtszeit spüren. Ich hätte nie gedacht, so das erste Jahresende, mitten im Winter so zu beenden. Ich werde das Jahresende ruhin und innig verbringen

 

Vielen Dank für Ihre Gebete und Unterstützungen.

 

 

22. Dezember (Donnerstag) Von Hamamatsu unterwegs nach Yamagata, Mitten im Schnee

 

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 45

Ich fliege gerade über Singapur. Ich habe wohl etwas Fieber. Heute ist der 5 Dezember Montags. Von Morgen bis zum 9 Dezember, 5 Tage insgesamt aufenthalt. Ich hoffe, dass ich bis morgen erholt habe und keine Probleme mit den Terminen für die nächsten Tage haben werde.

 

Ja, als ich vor paar Tagen aus Fukuoka, Weihnachtsfeier mit den Einwohnern von der Stadt Fukuoka , zurück gekommen bin, war mein Hals etwas heiser.

 Dann gestern die Weihnachtsfeier mit den Einwohnern aus der Saitama beendet hatte, lief mir meine Nase. Ich habe mir ein ganzen Pack Tempotaschentücher mitgenommen und sitze jetzt im Flugzeug. Ich dachte vielleicht dass es eine Allergie sein könnte, aber so wie es sich anfühlt, habe ich mich wohl erkältet. Wenn ich zurückdenke, habe ich seit der Erdbebenkatastrophe einen seiltänzerischen Alltagstermin gehabt und dennoch wurde ich bis jetzt beschützt. Aber ich muss doch etwas erschöpft sein, oder jemand hat mich angesteckt oder es ist der Wintereinbruch? Ich weiss es nicht, aber mein Körper fühlt sich heiss an.

 

Ich hoffe, dass der 8stündige Flug für mein Fieber eine erholsame Zeit wird und dass ich, wenn ich in Singapor angekommen bin, wieder genesen bin. Eine hohe Erwartung, aber ich hoffe es.

 

Ich wollte mir einen Film in Flugzeug anschauen, aber ich konnte nicht. Seit der Erdbebenkatastrophe lese ich keine Zeitung mehr und schaue auch kaum Fernsehen. Wenn ich den Fernseher angeschaltet habe, merke ich, dass es lästig ist und lösche es gleich aus. Es scheint, dass ich die Kraft zum lesen und fernsehen verloren habe. Eine unvorstellbare Sache, vor der Erdbebenkatastrophe. Wie soll ich das verstehen?

 

Ich vermute, dass ich einfach ständig in einer angespannten Lage befinde, deshalb habe ich einfach keine Zeit im Flugzeug einen Film anzuschauen. Vorher habe ich oft auf einen Flug 2 Filme angeschaut, aber diesmal habe ich keine Energie, einen Film durchgehend anzuschauen. Ich habe die Kraft, die Erdbebenkatastrophe zu überstehen, bis zum nächsten Frühling unser Gemeindehaus zu bauen, das unsere Hoffnung darstellen soll, die Wohnung für ältere und hilfsbedürftige Gemeindemitglieder zu bauen, diese Kraft habe ich noch, aber weil ich dort meine Kraft gebrauche, habe ich keine Energie mehr für andere Sachen es zu gebrauchen.

 

Um einen Film anzuschauen, brauch man Energie. Dass Teenager während ihrer Pubertät manchmal explodieren ist, weil es eine explodierende Energie geben soll, das habe ich irgendwo gehört. Ich habe momentan keine Energie einen Film bis zum Ende anzuschauen.

 

Auch wenn in mir die Lampe für Energieleer aufleuchtet, lebe ich in einer Situation, wo ich durchrennnen muss. Alle Leute, die in der Erdbebenkatastrophe rausgeworfen sind, leben in einer unglaublichen Situation, geben 120% ihrer Energie, auch wenn die warnende Lampe in ihnen dauernd aufleuchtet. Ich glaube, dass wir wirklich tapfer durchhalten. Gott und verschiedenene Leute stehen hinter uns.

 

Mein Aufenthalt in Singapur ist nun der 4.Tag. Heute ist der 9.Dezember, 21:30, bis vor einer Weile habe ich in das Zentrum für Japaner einen Vortrag gehalten und befinde mich auf den Weg zum Flughafen. Ich werde einen Nachtflug nach Japan haben.

Mein Fieber ist besser geworden. Nachdem ich nach Singapur angekommen bin, bin ich abends ohne was zu essen sofort ins Bett und habe bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen. Ich habe gut geschwitzt. Und als ich aufgewacht bin, habe ich gemerkt, dass ich mich auf den Weg der Besserung befinde.

 

Meine Angst, dass ich die Termine nicht bewältigen kann war nicht nötig gewesen. Die Erwartung auf eine baldige Genesung ist real geworden.Ich merke, dass ich von vielen Leuten im Gebet durchgetragen werde. Mir ist bewusst geworden, dass ich durch die Unterstützung vieler Menschen durchgetragen werde. Es ist nicht üblich, das das Fieber in einer Nacht besser geworden ist und dann von nächsten Tag ohne Problem alle Termine bewältigen zu können.

 

 Der Aufenthalt in Singapur war 3 Tage, ich habe einen Termin nach dem anderen bewältigt und nun befinde ich mich auf den Rückflug. Es war ein sehr kurzer Aufenthalt, aber ich habe einen grossen Segen bekommen, mehr als ich erwartet hatte.

Bei der Versammlung und bei den Besuchen haben verschiedene Leute in Singapur gesagt, das sie mein Tagebuch von Anfang an gelesen haben. Mir ist es um Herz warm geworden, dass soviele Leute uns auch weit über das Meer uns beobachtet haben.

 

Ich habe schon voher gehört, das Singapur viele Spenden für die Erdbebenkatastrophe gemacht haben. Es war eine Reise, wo ich diese Realität wahrnemene konnte.

Wieviele Leute von verschiedenen Ländern haben uns wohl unterstützt?

 

 Wir werden diese Reise in der Wüste weitermachen müssen, damit man zu uns sagen kann, dass man wir diese Erdbebenkatastrophe gut überlebt haben.

 

 

9.Dezember  (Freitag)

Auf dem Flugzeug zwischen Singapur und Narita

 

Sato Akira  

 

 

Evakuierungsbericht 44

Ich befinde mich gerade über Fukuoka im Flugzeug. Es ist das 4 mal, dass ich hier her gekommen bin. Nächsten Monat werde ich noch einmal kommen. Überall unterwegs, höre ich Leute die zu mir sagen Ich denke an Sie oderIch lese immer Ihr Blog.

Ich bin wirklich sehr dankbar daür. Ich realiziere es sehr, dass ich von einen sehr warmen sozialen Netz an Unterstützern umgeben bin.

 

Es ist nicht nur deswegen, aber ich sage zu mir, dass ich wirklich mein Bestes geben muss. Diese unnormale Situation hat mit dem undenkbaren heftigen Erdbeben angefangen. Durch die Unterstützung der Gebete konnte ich mit meiner restlichen Kraft bis hier her kommen.

 

Der Weg nach dem 11. März, ob irgendwann eine Zeit kommen wird, dass man darüber in Erinnerung reden wird? Ob es bald sein wird, oder ob es noch eine weite Zukunft sein wird. Ich weiss es nicht. Aber irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, wo wir wieder hier nach Okutama zurückkehren werden und über die Zeit hier in Okutama, März nach dem Erdbeben und danach das ganze Jahr, in Erinnerung, wie dankbar wir gegenüber den Mitarbeitern von dem Camp und den Leuten vor Ort waren, zurückblicken werden. 

 

In Okutama erleben wir täglich ein Kommen und Gehen. Wie wenn Küken das Nest verlassen, einige Leute kehren zurück zu ihrer Familie, einge Leute haben eine neue Wohnung, jeder wird seine neun Starte haben. Ich verstehe das es täglich ein Kommen und Gehen sein muss. Wir haben unser Haus und Heimat verloren und sind hier nach Okutama angekommen. Ob irgendwann ein Tag kommen wird, wo wir zusamen diesen schweren Weg einzeln zurückblicken werden und unsere Erinnerungen austauschen werden?

 

 Und in die Zukunft, wie lange wird diese Reise wohl dauern. Ist es endlos? Jederman ist tief verletzt und ist hoffnungslos niedergeschlagen. Diese plötzlich eingebrochenen heftigen Tage machen uns misstrauisch. Unsere Gemeinde stand bis jetzt mehrmals vor grosse Scheidewege und nun ist es Zeit Abschied zu nehmen und jeder einzelner muss einen neuen Start machen. Wenn ich ehrlich sein darf, hätte ich mir gewünscht, dass das Unglück Ende März enden wird. Wenn wir nach der Erdbebenkatastrophe wieder nach Hause zurück kehren könnten. Aber es ist leider nicht so geworden.

Wir erleben den ersten Weihnachten und Jahreswechsel nach der grossen Erdbebenkatastrophe, ein Erlebnis, das wir bis jetzt nicht erlebt haben. Wir als Ehepaar haben das zu Hause, wo wir unsere Kinder und Enkelkinder willkommen heissen konnten verloren und spüren eine tiefe Traurigkeit darüber.

 

Ich habe vor kurzen gesehen, wie ein alter Hund mit seinen Herrchen langsam spazieren geht. Ich musste an unsere ruhige Zeit, wo ich normal und gemütlich mit meinen Hund die Zeit verbringen konnte wehmütig zurrück denken. Ein unsagbares Gefühl des Verlustes ist in mir aufgestiegen. Ich musste an unseren Hund Papi, der jetzt getrennt von uns leben muss denken und er tat mir wirklich leid. Zusammen mit den Eltern einkaufen gehen, in der Sonne im Garten arbeiten, die Mutter bereitet in der Küche das Abendessen, alles lauter alltägliche Situationen, die mir sehr wertvoll erscheinen.

 

 

Nein, ich darf nicht an das Jahr, was passiert ist, zurück denken, es reisst mich in tiefe negative Gedanken. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als ganz normal zutun und den Jahreswechsel zu feiern.

 

Ich möchte wieder zurück auf den Gedanken zurückkommen, wo wir eines Tages unsere Enkelkinder wirklich erzählen werden, wie wir die Erdbebenkatastrophe überstanden haben. Ich möchte den Enkelkindern lustig erzählen, wie immer am Monatsanfang eine Truppe von der Stadtverwaltung kam, um gegen schädliche Insekten Desinfektionsmittel zu sprühen. Sie kamen immer, wenn wir sie schon vergessen hatten und wir waren nur hilflos umhergerannt, nur weg von der sprühenden Truppe.

Es war wie ein Luftangriffalarm gewesen, im bildlichen Sinne.

 

Aber nach paar Mal, wussten wir auch was wir tun mussten, wir haben geschwind das Fenster geschlossen. Ich habe mich wie ein möchte-gern-boss verhalten. Was ist passiert? Ich habe mir vorgestellt, dass es eine Szene im Film ist. Überlebenskünste habe ich schon in der Erdbebenkatastrophe gelernt- so bin ich schnell in mein Bungalow reingerannt und bin dann in mein Bett reingerannt und habe im windeseile mein Fenster geschlossen und war stolz dass ich so schell mein Fenster schliesen konnte.

 

 

Nein, vielleicht ist es nicht so lustig für mein Enkelkind, ich möchte nicht dass er weint, deshalb werde ich ihm diese Geschichte nicht erzählen.

 

Wenn ich ihnen über den Gong dreimal am Tag vor dem Essen erzählen werde, werden sie garantiert nicht weinen und die Geschichte auch nicht falsch verstehen.

 

 Werden wir in ferner Zukunft wirklich sagen könnenEure Grosseltern haben bei dieser grossen Erdbebenkatastrophe, das in den Schulbüchern geschrieben ist, hier auf der Karte gewohnt und mussten dann fliehen und haben uns auf die Reise begeben. Es war jeden Tag leidensvoll, jeden Tag traurig.Manchmal haben wir uns auch gefreut, es ist eine unglaubliche Geschichte.Ob wir das unseren Enkelkindern und Urenkelkindern erzählen können werden?

 

 

 

Egal wie, an diesem Jahresende, wo alles so unklar ist, bleibt uns wohl nichts anderes übrig als sich verschiedene Vorstellungen zu machen und leise vor uns hinzulächeln und so zu tun, als wäre nichts passiert.

 

 

 3 Dezember  ImFlugzeug zwischen Fukuoka und Narita

 

Sato Akira

 

 

Evakuierungsbericht 43

Mir geht langsam der Atem aus, ich schaffe es in letzter Zeit immer weniger meinen Blogeintrag in einen Zug durchzuschreiben. Auch jetzt lese ich meinen Eintrag, das ich vor kurzer Zeit geschrieben habe wieder nach und schreibe noch paar Wörter dazu.

8 Monate sind seit der Erdbebenkatastrophe vergangen und es zeigt meine etwas erschöpfte Lage, sinnbildlich.

 

 

Ich bin überall unterwegs und ich lege wieder an Gewicht zu. Überall wo ich hinkomme bereitet man für mich ein sehr gutes Essen zu und ich geniese es sehr,ich esse alles auf, was mir vorgesetzt wird. Es ist so als hätte ich nachholbedarf von der schwierigen Zeit nach der Erdbebenkatastrophe. Damals hatten wir jeden Tag nur Essen aus der Dose.

Wenn ich weiter so esse, schaue ich nicht mehr wie ein von Erdbebenkatastrophen betroffener Pastor aus. Ich mache mir ein bisschen Sorge. Ein heimatloser Pastor, der seine 7 Sachen in Papkartons aufbewahrt, das ist doch meine Situation, aber ich lege an Gewicht zu, das ist kein gutes Zeugnis. Und wenn ich wirklich dick werde, was soll ich dann tun?

 

Nach der Erdbebenkatastrophe habe ich 9kg abgenommen…wenn ich das jetzt den Zuhörern erkläre hört sich das an wie eine Lüge, wenn ich weiter an Gewicht zulege.Aber ich kann auch nicht darum bitten, als Gebetsanliegen zu bittenBitte beten sie ,dass ich nicht noch mehr zunehme

 

Soviele leckere Köstlichkeiten, die ich bis jetzt noch nie gegessen habe, das alles jetzt geniesen zu dürfen, dafür bin ich dankbar, aber wenn mein Diät (9kg weniger) um sonst war, ist auch traurig. Ich freue mich über das gute Essen und ich bin traurig, weil ich an Gewicht zulege, gemischte Gefühle.

 

 

Freude und Traurigkeit zu gleich, diese Mischung ist in der Erdbebenkatastrophe überall zu sehen. Das Gemeindehaus, das wir jetzt bauen wollen, wird ein tolles Gebäude. Aber wenn ich daran denke, dass wir doch erst vor 3 Jahren gebaut haben, und jetzt wieder bauen müssen, dann werde ich traurig. Wie ein Vogel, der seine Flügeln für seinen Heimflug bereitet und sich nocheinmal für den letzten Flug seine Kräfte sammelt, so ist das Image unseres neuen Gemeindehaus, es ist sehr hoffnungsvoll, aber wenn ich daran denke, dass wir unser Gemeindehaus, das wir erst gebaut haben, aufgeben müssen , werde ich wehmütig und schaue nach hinten.

 

Aber wir sind bis jetzt so weit gekommen, wir wollen nicht nach hinten schauen, wir wollen nicht murren, sondern nach vorne den Schritt wagen. Es ist traurig, das unser Gemeindehaus, das mir sehr lieb geworden ist, in der Sperrzone liegt und geschlossen werden musste. Aber durch die Erdbebenkatastrophe können wir ein neues Gemeindehaus bauen und das ist unsere Freude. Wieviele Freude und Traurigkeiten, gleichzeitig werde ich wohl noch erleben?   

 

 Vor kurzer Zeit habe ich bei einer Versammlung in Fukuoka (Kyushuu) gesprochen, 3 Mitglieder aus unserer Fukushima Seisho First Baptist Church haben sich versammeln können. Ein Ehepaar kam aus Yamaguchi-ken, ein anderes Mitglied ist auch 2 Stunden mit dem Auto aus Oita-ken hierher gefahren. Früher hätte ich nie im Traum gedacht, das ich so etwas einmal erleben werde. Dass wir so weit verstreut werden uns aber doch wieder sehen konnten. Ein unbeschreibliches heimatliches Gefühl und doch eine gewissen Traurigkeit. Wiedersehensfreude und doch eine melancholisches Gefühl, dass wir nicht mehr zusammen sind, sondern so weit entfernt leben.

Diese Freude-und-Traurigkeit-auf-einmal-Erlebnisse gehen noch etwas weiter.

Bitte beten sie, dass ich nicht kaputt gehe.

 

 22.November ,mit dem Shinkanesen unterwegs nach Kyoto

 

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 42

Es ist Sonntagsabend, ich fahre mit der Bahn gerade nach Okutama zurück. Übermorgen werden wir in Schutzkleidung bekleidet, wieder in die abgesperrte Sicherheitszone zu unserem Gemeindehaus fahren. Jedes Mal, wenn ich heimkehre, bin ich überrascht, das unsere Heimat und das zu Hause sichtbar verwildert. Sicherlich denken viele Menschen, dass es keine Hoffnung mehr gibt und sind niedergeschlagen.

Wie sehr wünschte ich mir, dass alles ein Traum sein würde. Wenn es nur ein Traum wäre, wünsche ich mir wirklich von diesem Albtraum erwachen zu dürfen. Ich möchte wirklich in den normalen Alltag zurückkehren.

In dem Wohnzimmer sich entspannen und gemütlich die Zeitung lesen und dann gähnen und den ganzen Tag dort gemütlich verbringen. Mein kleiner Traum wird für die nächste Zeit nicht in Erfüllung gehen.

 

Ich sortiere jeden Tag die Unterlagen für die Schadenersatzforderung und erledige die Büroarbeit, die durch die Evakuierung verursacht worden ist. Mir reicht es langsam. Wieviel Energie werde ich weiterhin aufbringen müssen. Es sind lauter Dinge, die ich eigentlich garnicht machen müsste.

 

Seit der Katastrophenserie, die am Ende des Winters sich ereignet hat, will es wieder Winter werden. Ich staune, dass wir bis jetzt überleben konnten. Aber ich habe auch die Nase voll, das die harte Zeit nach der Katastrophe so lange andauert. Ich möchte, das es Schluss wird, ohne Witz , ein Ende bitte. Es ist so hart und so traurig. Ich habe längst den Schmerzpunkt überschritten. Wenn irgendjemand meine unaussprechliche Traurigkeit ausschütten könnte.

 

 Aber wie es aussieht, wird unsere Reise noch eine lange Zeit andauern. Deshalb konzentriere ich mich darauf, für ältere Menschen die ihre Wohnung verloren haben und kranke Menschen eine Wohnung, das unbedingt nötig ist, zu bauen. Wenn ich still stehen würde und anfangen würde, über die Dinge tiefer nachzudenken, würde ich in eine Traurigkeit versinken, deshalb ist in diesem Sinne diese wahnsinnige stressige Arbeit gerade richtig für mich. Keine Zeit zu hat um in Traurigkeit zu versinken, eine Aktion nach der anderen und eine Entscheidung folgt der anderen. Diese Hektik ist vielleicht Gottes Fürsorge an mich. Ich will mich für den Gemeindehausbau und Wohnungsbau mich konzentrieren.

 

Viele Leute sind um meine Gesundheit besorgt, aber bis jetzt hatte ich keines Mal irgendwelche gesundheitlichen Probleme, ich bin sehr beschützt. Eines dieser Gründe ist vielleich diese Hektik, in der ich gerade lebe. Ich bin immer sehr angespannt und das ist auch der Grund, warum ich keine gesundheitlichen Probleme hatte (keine Zeit Krank zu werden).

 

Der Bau, der diesmal plötzlich entschieden wurde, ist das 10 Gebäude, das ich seit dem ich mit 25 Pastor geworden bin, gebaut habe. Bin ich ein Architekt?Das ist eines Tages die Frage, die ich vielleicht Gott stellen werde. Ich hatte mir entschlossen gehabt, das das neue Gemeindehaus, das ich vor 3 Jahren gebaut habe, das letzte sein sollte. Aber Gottes Entscheidung und seine Beurteilung ist anders. Ich hätte nie gedacht, nocheinmal ein Gemeindehaus zu bauen und zum ersten Mal ein Wohnhaus in meinen Leben zu bauen. Man weiss nicht, was im Leben passiert. Seit der Erdbebenkatastrophe hat sich mein Familienumfelt, Arbeitsinhalt, Lebensumstände, alles hat sich gross verändert.

 

 Besonders der diesmalige Bau ist ein Start ohne Rücksicht auf die Umstände, es muss getan werden. Eine Erfahrung, die ich bis jetzt nicht gemacht habe. Ob es gut oder schlecht ist, weiss ich auch niccht, aber unsere Kirche hat bis jetzt nie irgendwelche Schulden bei der Bank gemacht. Wir haben immer in den Grenzen innerhalb der Opfergaben unsere 8 Gebäuden gebaut. Deshalb konnten wir jedes Mal als neue Herausforderung ein neues Gebäude bauen. Wir haben mit den Opfergaben, das in Glauben eingelegt worden ist, immer bauen. Aus einer anderen Sicht könnte man auch sagen, dass wir bis jetzt nicht über unsere Maßen gebaut, wir haben kein Abenteuer gewagt.

 

Aber dieses Mal bleibt uns keine Wahl. Es ist Notfall seit der Erdbebenkatastrophe. Die Wohnung und das Gemeindehaus sind dringend in kürzester Zeit nötig. Wir wollen die neue Welt( Umgebung), die seit der Erdbebenkatastrophe vor uns unerwartet erschaffen wurde annehmen. Einen Start trotz garnichts an Eigenkapital ist ein Glaubensschritt auf das Wasser. Ob Gott uns dazu eingeladen hat. Seit der Erdbebenkatastrophe ist es jeden Tag wie ein spannender Film. Seit dem 11.März sind 8 Monate vergangen, aber ich kann mich an diesen Ausnahmezustand nicht gewöhnen und jeder Tag ist spannend und es gibt viele Überraschungen.

 

Auf der anderen Seite habe ich die Ahnung, das es doch irgendwie alles in Ordnung gehen wird.Wir haben die Erfahrung bis jetzt gemacht, das Gott alle Bedürfnisse von Null auf erfüllt hat. Vor paar Tagen habe ich es wieder erleben dürfen, wie das Unmögliche möglich wird. Ein bestimmtes Erlaubnis von der Behörde, war zeitlich sehr knapp gewesen und wir haben alle gedacht, das es nicht klappen wird, aber plötzlich war das Erlaubnis da. Es war eine riesen grosse Überraschung, aber für meine Nerven ist so eine Überraschung sicherlich nicht gut. Natürlich bin ich Gott und den verantwortlichen Behörden dankbar.

 

Deshalb bin ich zuversichtlich, daß in diesem Rhythmus alles irgendwie möglich wird. Wir haben ja nur mit einem Motor unseren Flug gestartet, ich bin erstaunt, dass unsere Kirche im bildlichen Sinne bis jetzt nicht abgestürzt ist, sondern durchgehalten hat. Auch wenn wir nicht im Notzutand leben, wir leben und dafür bin ich dankbar.

 

 Ich dachte bis jetzt das die Kinder die Erdbebenkatastrophe ohne grosse Probleme bewältigt haben, so zumindest der oberflächliche Anschein. Aber eines Tages, abends im Futon soll das Kind geweint haben. Ich habe es von mehreren Leuten gehört. Wenn man genauer überlegt, ist das doch selbstverständlich. Plötzlich haben sie ihre Freunde und Heimat und Schule verloren und mussten alleine die Schule und alles wechseln, in manchen Fällen sogar mehrere Schulen. Das gibt natürlich seelische Wunden. Ich habe die seelische Lage der Kinder bis jetzt unterschätzt. Aber in dieser Lage ist jeder ganz selbstverständlich innerlich schwer verwundet.

 

Unser Hund duldet auch diese Tage nach den Erdbeben. In der letzten Zeit hatten meine Frau und ich einfach keine Zeit gehabt und wir waren auch oft unterwegs. Wir haben uns kurzfristig entschieden, daß unser Hund bei unserem Sohn für eine bestimmte Zeit bleiben soll. Leider musste unser Hund dann danach bei verschiedenen Leuten bleiben, weil einfach verschiedene Sachen dazwischen kamen. Es tut uns sehr Leid, dass unser Hund das alles erdulden muss und wir sind dankbar, dass einige Leute sich um unseren Hund sich kümmern.

 

Unser Hund kam vor 13 Jahren in unsere Familie, seine Augen leiden an grauen Starr und er ist auch sehr schwerhörig geworden. Wie sieht er wohl die ganze Erdbebenkatastrophe am Ende seines Hundelebens. Überall rumreisen und dann den Hund sicherlich unverständlich, dass er sich von seinem Herrchen trennen muss. Alle sind von der Erdbebenkatastrophe betroffen.   

 

Vor paar Tagen dachte ich an unseren Hund und wir haben versucht zwischen unseren Terminen ihn für 30 bis 40 Minuten spät abend zu besuchen. Als wir das Zimmer betragen, hat unser Hund kaum reagiert, als ich ihn umarmt habe, hat er auch kaum reagiert. Er ist gleich hinter unseren Sohn hinterher gelaufen und hat sich sehr fremd uns gegen über benommen. Unser Hund hat sicherlich auch sehr tiefe seelische Wunden. Diese Entfernung zwischen ihn und mir, ich habe es zum ersten Mal erlebt war traurig. Die fremdartige Reaktion, die unser Hund uns gegenüber zum ersten Mal gezeigt hat, es kam mir vor, als wollte er uns zeigen, wie verletzt er gewesen ist.

 

 Es tut uns leid, Papi ( Hundsorte ist Papillon) es ist alles wegen der Erdbebenkatastrophe, auch wenn wir uns entschuldigen würden, würde unser Hund wohl sagen wollen, das es doch sowieso nur eine Ausrede ist und nur verwirrend sei. Als wir wieder gehen mussten, sah er uns an und sein Blick war Siehste, ihr nimmt mich doch nicht mit. Ich will nicht noch mehr verletzt werden, deshalb öffne ich mein Herz nicht.

 

Die Erdbebenkatastrophe hat sovieles zerissen, es ist einfach so grausam. Mir ist es noch einmal bewusst geworden.

 

Lieber Papi, bitte warte auf uns. Wir haben dich nicht verlassen.Es ist alles wegen der Erdbebenkatastrophe, deshalb schaue mich nicht mit solchen traurigen Augen an. Bitte sei nicht misstrauisch. Wir werden dich ganz gewiss abholen. Bitte bleib gesund bis zu diesem Zeitpunkt. Wenn wir nächstes Mal zu dir kommen werden, will ich dich ganz fest umarmen und viel streicheln. Wenn die Erdbebenkatastrophe zu Ende ist können wir wieder zusammen leben. Bitte halte bis zu diesem Zeitpunkt durch. Wir haben dich nicht vergessen. Mit Liebe an Papi, von Papa ( Pastor Sato selber)

 

Es bringt nichts, wenn ich dem Hund einen solchen Brief schreiben würde.

Das Tagebuch das ich am 1.November (dienstags) angefangen habe, hatte eine lange Unterbrechung und jetzt komme ich dazu es ins Internet zu stellen. Ich kann es nur zwischen all meinen Terminen schreiben. Meine Zeit ist sehr begrenzt, es tut mir leid.

 

Ich habe meinen Termin in Hakone Fuji beendet und fliege gerade nach Saga, unterwegs, diesmal mein Tagebuch ist inzwischen schon 10 Tage vergangen, seitdem ich angefangen habe zu schreiben.

 

 

 

Es ist ja wie das eingelegte Gemüse, zu lange gelagert und schmeckt schon leicht säuerlich. ( wie Sauerkraut, image)

 

 

Was soll ich tun? Soll ich es trotzdem updaten?

 

10.November ,  von Haneda nach Fukuoka unterwegs mit dem Flugzeug.

 

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 41

Ich befinde mich gerade über Okinawa, im Flugzeug. Gestern Abend, wie die Sonne in das Meer von Okinawa untergegangen war, war atemberaubend. Der Sonnenuntergang und aufgang in den tropischen Ländern ist für mich besonders faszinierend. Es ist das zweite Mal, dass ich nach der Erdbebenkatastrophe Okinawa besuche. In den 5 Tagen Aufenthalt wurden 6 Versammlungen abgehalten. Nach dem Gottesdienst am Sonntag, habe ich nachmittags in einem Park geredet. Es haben mir viele Leute zugehört, ich bin sehr dankbar dafür.

 

Um die Erdbebenkatastrophe, die jetzt noch andauert nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, spüre ich die Wichtigkeit, die Erfahrung der Erdbebenkatastrophe weiterzu erzählen. Kurz nach der Erdbebenkatastrophe, als ich in der Kansaigegend( Süden Japan, Region wo Osaka und Kyoto ist) war, sah ich wie ganz normal die Lichter brannten, die Menschen fuhren ganz normal zur Arbeit und die Bahnen fuhren, als wäre nichts passiert gewesen.Ich dachte: Was ist das? Ist das wirklich das gleiche Land?. Als in den Fernsehen wieder ganz normal humorvolle Sendungen liefen, dachte ich:Es ist doch noch garnichts in Ordnung.. Das ein in Trauer liegendes Land wieder vital werden muss, das von den Regionen ab, wo normales Leben möglich ist, es nötig ist dass der Alltag wieder einkehrt und das Humor gerade jetzt nötig ist, verstehe ich, mit dem Verstand kapiere ich es alles, aber mit meinen Gefühlen konnte ich alles nicht so verkraften. Damals war alles so trüb und traurig.

 

Ich überlege mir immer noch, was eigentlich das ganze Geschehen gewesen ist. Als ich in Chicago war, habe ich einen Bericht über die schlimmen Katastrophen gehört. Die heutige Gesellschaft ist eine Informationsgesellschaft. Auch wenn man  die Fortschritte der Kommunikationnetzwerk der heutigen internationalen Welt in Betracht nimmt , die weltumfassenden Katastrophen , die auf einander folgen, sollen in ihren Ausmaß von Jahr zu Jahr schlimmer geworden sein. Es wird berichtet, dass durch die Überflutung in Thailand besorgnisergende Auswirkungen da sind. Der Import bestimmter Waren sind in Stocken geraten, in der Autoindustrie musste die Herstellung der Autos eingestellt werden, weil die Teile nicht geliefert werden können.

Es ist eine Tatsache, dass Urbanisierung,in einer bisher unbekannter Grösse, und Internationalisierung die Katastrophenfolgen noch einmal vergrössern.

 

Haben wir als Vorbote in einer kommenden weltweiten Leidenszeit diese Erfahrung gemacht? Wie haben wir uns verhalten, als wir plötzlich von dem Beben überrascht worden sind? Wir leben in einem Zeitalter, wo jeder von uns von der Erdbebenkatastrophe betroffen werden kann. Wie wird die ganze Region reagieren? Wie wird die Kirche reagieren? Wie wird der Pastor sich entscheiden? Und so weiter . Es ist tatsächlich so, dass ich mit meiner Frau Gedanken gemacht haben : Wie hätte eine andere Kirche reagiert und gehandelt?」「Wie hätte ein anderer Pastor, der so einer Situtation begegnet wäre, reagiert und gehandelt?. Wir hätten damals andere Leute  gerne gefragt, wir hätten uns am liebsten an jemand uns festgeklammert. Deshalb denken wir, das unsere Erfahrungen, dass wir weinen und uns in Schmerzen krümmen, vielleicht in Zukunft für jemand anders eine Hilfe sein könnte.

 

Ich werde heute Abend nach Okutama zurück kehren. Morgen werde ich ein Fernsehinterview haben und Abends werde ich mit dem Auto nach Fukushima fahren. Wir fahren dorthin um den Vertrag für den Grundstückskauf zu machen. Ich sehe jetzt von dem Flugzeug aus einen schönen Sonnenuntergang. Letzte Woche, als ich von Fukushima nach Tokyo zurück gefahren bin, habe ich auch einen wunderbar schönen Sonnenuntergang gesehen. Egal wie viel Traurigkeit in Herzen ist, der Himmel zeigt uns eine wunderbarschöne Welt. Es ist als würde Gott mit seinen Farben den Himmel malen.

Ich werde nicht verzagt nach unten schauen, sondern meine Augen zum Himmel empor heben und die große Welt sehen. Hier auf Erden ist das Leben so eng, deshalb möchte ich zum Himmel hinauf schauen.

 

Ich habe schon über den unheimlichen Sonnenuntergang, einen Tag vor der Erdbebenkatastrophe berichtet. Es waren wie Wolken vor einem Erdbeben.

( Wiki auf English  http://en.wikipedia.org/wiki/Earthquake_cloud)

Aber die anderen Sonnenuntergänge sind meistens einfach faszinierend und zeigen Gottes einmaliges Design.

Der meiste Teil im Alltag sind friedvolle Tage, keine Erdbebenkatastrophe. Wir begegnen ab und zu der turbulenten Natur, aber ansonsten sind es ruhige Tage. Sind wir uns dieser Tatsache bewusst und geniesen wir diesen reichen Segen und sind wir wirklich dankbar dafür? Vielleicht haben wir uns eine eigene Welt zusammen gebastelt und haben uns zu voreilig nach vorne gewagt.

War die Erdbebenkatastrophe ein unnormales Ereignis oder war das Leben der Menschen etwas Unnormales?

 

 

Psalm - Kapitel 121

 

Der Hüter Israels

1 Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen von welchen mir Hilfe kommt. 2 Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

   3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet schläft nicht. 4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.

   5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 6  dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

   7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; (4. Mose 6.24) 8 der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.

 

25.Oktober ( Dienstag) Im Flugzeug über Okinawa


Sato Akira

 

 

 


Evakuierungsbericht 40

Seitdem ich nach Narita zurück gekommen bin, bin ich  überall an verschiedenen Orten unterwegs. Und in der Zwischenzeit fahre ich nach Fukshima. Das Leben in Okutama, dort die verschiedene Dinge zu regeln und auch wenn es nicht viel ist, zu die Gemeinde zu betreuen, das kommt momentan leider etwas zu kurz.

 

Die Menschen, die die Atombombe von Hiroshima und Nagasaki überlebt haben, bezeugen ihr Lebenlang ihr Erlebnis. Ich spüre auch einen Auftrag, das zu erzählen, was wir erlebt und gespürt haben, als die Kirche, das von dem havarierten Fukushima Daiichi Genshiryoku Hatsudensho ( Kernkraftwerk Fukushima Daiichi) am nächsten liegt. Gleichzeitig naht die Zeit, dass wir von Tokyo wegziehen werden. Es ist ein dringendes Anliegen, unsere nächste Wohnung zu suchen und den neuen Gemeindesaaal zu bauen. Was für ein Gebäude, bis wann wir bauen werden. Ob wir es wirklich bauen können und ob die Finanzen reichen werden. 50 bis 60 Menschen haben unter unnormalen Zustand ihr zu Hause verloren. Das Gemeinschaftsleben kennt keine Privatsphäre. Es ist selbstverständlich, das verschiedene Dinge passieren.

 

Seit der Erdbebenkatastrophe dreht sich mein Leben in ein unbeschreibbaren superschnellen Tempo. Irgendwann wird es sicherlich ein Ende geben. Seit der Erschütterung sind ein halbes Jahr vergangen, aber in meinem Leben geht die Erschütterung weiter. Ob es ein Ende in diesem Drama geben wird? Es ist doch nicht so, dass es kein Ende geben wird.

 

 Viele Menschen sind um unsere wirtschaftliche Lage besorgt, wir sind sehr dankbar dafür. Die Gemeindemitglieder sind alle verstreut. Ein Viertel der Gemeindemitglieder werden nach Fukushima zurück kehren. Wir haben unser Gemeindehaus verloren und sind mit den versammelten Leuten, 60 bis 70, geflohen. Es wurden immer weniger Leute hier bei uns. Viele haben ihr neues zu Hause gefunden. Es sind jetzt noch 40 bis 50 Mitglieder zusammen und werden in der Nähe des Gemeindehauses bleiben. Gerade noch können wir unser Lager aufschlagen….. Ich fühle mich wie ein , in der Schlacht geschlagener und geflohener, Krieger.

 

Ob es wohl damals richtig gewesen war, das wir die Gemeindemitglieder gesammelt haben und zusammen eine Reise in einer Situation, wo das Leben wie von der Hand in den Mund ist, zu machen? Es gibt momente, wo ich einfach nichts mehr verstehe. Es ist aber tatsache, das in der sehr kritischen Situtation, wo alles absolut außer Kontrolle geraten war, keine Zeit da war um groß zu überlegen, die Entscheidung musste sofort gefällt werden. Ich hatte keine Zeit gehabt, rückzublicken. Halbes Jahr danach hat sich die Situation nicht verändert, wir leben in Exodus.

 

Ob ich wohl sagen darf, dass ich erschöpft bin? Nein, ich habe keine Zeit zu sagen, dass ich erschöpft bin. Sie werden Krebs bekommen, so hat mir jemand einen Ratschlag gegeben. Jemand anders hat auch gesagt: Sie werden keinen Krebs bekommen, wenn Sie den Stress positiv entgegen stehen.. Was ist die richtige Antwort wohl? Aber es bleibt mir nichts anderes übrig, als durchzumachen. Den Schritt nach vorne. Wir befinden uns mitten auf der Reise.

 

 Nach der Erdbebenkatastrophe war der Pastor, der Vizepastor und der Evangelist, wir alle ohne Lohn. Fast alle unserer Kirchenmitglieder haben das Haus und die Arbeit verloren und haben uns auf dieser Exodus-Reise gewagt, deshalb ist es selbstverständlich. Danach bekamen wir 50% Lohn und jetzt bekommen wir 75% Lohn. Der Evangelist bekommt von anderswo Unterstützung, er bekommt von der Kirche keinen Lohn und trotzdem haben wir jeden Monat 400 000 Yen (ca.4000 Euro ) rote Zahlen. Aber wir können nichts dafür, es ist alles wegen der Erdbebenkatastrophe.

 

Aber wichtig ist, dass unsere Kirche nicht gestorben ist, sie hat überlebt und lebt auch heute noch. Vielleicht sehr geschwächt und etwas in schrägen Zustand, ein Flug nur mit einen Motor, aber wir sind nicht abgestürtzt, sondern fliegen weiter.

Es ist wirklich eine tiefsinnige Erfahrung.

 

Ob wir irgendwann wieder kräftig fliegen werden? Den Zustand jetzt kann man nicht mit den ehemaligen Zustand vergleichen, aber wir werden egal wie, überleben. Wenn die Zeit wieder kommt, wollen wir die Vision für die Zukunft bekommen.

 

Aus diesem Grund, bin ich jetzt unterwegs, um für unseren geplanten Gemeindehausbau Spendenbitten zu machen. Es tut mir Leid, nur ein wenig Zeit für die Gemeinde zu haben. In der übrigen Zeit fahre ich zwischen Tokyo und Fukushima hin und her. Ein bisschen in der Hetze zu leben hat auch seinen eigenen Rhythmus. Ich habe mich ein bisschen daran gewöhnt, es ist vielleicht gar nicht so schlecht.

 

Ich weiß nicht wie lange, aber ich werde etwas hektisch unterwegs sein und versuchen so weit zu gehen , wie ich nur gehen kann. Ich bin gespannt, was ich dort an diesen Punkt, sehen werde. Wenn ich was gesehen habe, werde ich es mitteilen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das alles erleben werde. Mir wird es nicht langweilig.

 

Mit Dank.      

 

15. Oktober (Samstag)  Tokyo, in der Chuo-Bahnlinie unterwegs.

 

Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 39

Ich sitze gerade im Flugzeug, Rückflug nach Japan. Ich habe die Vortragsreise in Los Angeles und Chicago beendet. Unser Assistäntpastor besucht oft mit einigen Gemeindemitgliedern andere Gemeindemitgliedern, die in anderen Orten in Evakuierung leben. Seit einiger Zeit nannten unsere Gemeindeglieder diese Tour Gan Gan Tour( „gan gan“ bedeutet : heftig , rasend) . Gunma, Saitama, Tochigi, Ibaraki und Fukushima, wahllos ein Ort nach dem anderen wird abgeklappert. Eine Wahnsinnstour,

Morgens ganz früh morgens fahren sie los und kommen dann spät abends wieder zurück. Für mich einfach unglaubliche Strecken werden an einen Tag gefahren, wirklich  einetodesmutige Tour( humorvollen Sinne gemeint) . Ich denke, dass ich das von körperlichen Kräften her nicht verkraften würde. Aber meine diesmalige Vortragsreise in den USA war wirklich mit der Gangan-Tour vergleichbar.

 

 Als wir in Los Angeles angekommen waren, war dann gleich das erste Treffen, wo ich geredet habe. Als wir nach Chicago gefahren sind, habe ich abends in der Saddle Back Church geredet und dann sind wir gleich mit dem Auto zum Flughafen und wir haben recht knapp den Flug am Abend noch erreichen können. Wir konnten 3 Stunden im Flugzeug schlafen. Morgens früh 6:30 am Flughafen angekommen, ging es gleich zu einem Frühstückstreffen.

 

In den 4 Tagen, wo ich in Amerika war, habe ich insgesamt 12 mal Vortäge gehalten. Und zwischen den Vorträgen hatte ich einige Interviews gehabt. Es gab große und kleine Treffen. Es waren Treffen mit weißen Leuten und Japanern. Ich war dankbar für jedes Treffen. Ich bin dankbar für all ihre Gebete, wir konnten alle Termine gut überwinden und befinden uns auf dem Rückweg.

 

Diese diesmalige Reise ist ein Segen, der durch die Erdbebenkatastrophe gegeben worden ist. Ich bin sehr tief gerührt.

 

 Das Ziel der diesmaligen Reise war , den Gemeinden in Amerika direkt über die Erdbebenkatastrophe zu berichten und Besprechungen über das Buch Kirche in Exodus (Ruro no Kyokai)zu machen. Dieses Buch ist ein Zeugnis über das Erlebnis der Gemeinde in der Erdbebenkatastrophe und Atomreaktorunfall. Und dazu noch Spendenbitte für unseren neuen Gemeindehaus, das gebaut werden soll. 

 

Wir haben uns recht kurzfristig entschieden, ein neues Gemeindehaus zu bauen, aber wir haben noch kein Geld, um die Kosten zu decken. Der Plan, das Buch zu veröffentlichen ist auch in Amerika, das ein christliches Land ist schwierig. Ein japanisches Buch bei einem recht berühmten Verlag zu veröffentlichen ist nicht einfach.

Amerika hat einen anderen kulturellen Hintergrund, meine Vorträge wurden mit Übersetzung ins Englische übersetzt. Ich hatte einen anderen Eindruck bei den Vorträgen bekommen, als ich normalerweise in Japan gesprochen habe.

 

Alles ist gerade mitten auf dem Weg und jeder Weg scheint schwierig zu sein. Es ist der Weg, das man diese Schwierigkeiten überwindet. Ob Gott auf jedem Weg unterwegs wartet? Es bleibt uns nicht anderes übrig als das Puzzle, das uns auf dem Weg erwartet zu lösen und ein Schritt nachdem anderen uns nach vorne zu wagen. Unser Enkelkind ist auch zu Hause krabbelnd immer eifrig der Mutter hinterher gegangen.

 

 

Dürfen wir die Dinge auch so hinnehmen? Wo befinden wir uns gerade auf dem Weg? Ist das Tempo gut genug? Können wir wohl tatsächlich das Gemeindehaus bauen? Werden wohl unsere Nöte gestillt werden?Uns bleibt nichts anderes übrig als weiterhin immer wieder Gott fragend, den Weg forwärts zu schreiten.

 

 Als wir am 6.Oktober gerade in Amerika waren, hörten wir das am 5.November, in Korea das Buch Rurou no Kyokai (Kirche in Exodus) von Tsurano Shoin Verlag auf Koreanisch veröffentlicht wird. Es war gerade , als wir die Besprechung mit dem Tindel Verlag in Chicago beendet hatten und in das Auto eingestiegen waren. Gott führt wunderbar den Weg. Es passen alle Teile in den richtigen Moment zusammen. Wir freuen uns und wir weinen. An manchen Momenten sind wir auch ratlos, aber wenn wir erleben, wie Gott in den richtigen Momenten die Dinge fügt, staunen wir nur und spüren sogar eine Furcht. Es ist so als müssen wir nach Gottes Pfeife tanzen.

 

 Wenn es so ist, dann wollen wir aber richtig in seiner Hand nach seiner Pfeife tanzen.

 

 Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit.

…….

Nur dass der Mensch das Werk das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zum Ende ergründen kann.

Prediger 3:11

 

 

8.Oktober     Auf dem Rückflug von Chicago.

 

                    Sato Akira

 

 

Evakuierungsbericht 38

Ich habe gedacht, dass ich meine ganzen Tränen ausgeweint habe, aber es scheint, dass ich noch Tränen übrig habe. Ich kann noch weinen. Es kommt die Zeit zum Abschied nehmen mit den Geschwistern, mit denen wir zusammen die Güter teilend den Weg bis hier hergegangen sind. Ich habe gewusst, das diese Zeit kommen wird, aber dennoch bin ich traurig. Wenn das Abschied nehmen so weiter geht und zum Schluss, niemand mehr da ist. Was dann? Mir kommen solche sehr negative Gedanken in den Sinn.

 

Bis zu unserer Abreise nächsten Frühjahr werden unsere Gemeindemitglieder über all nach ganz Japan auswandern. Ich hoffe, das der Abschied und die Trennung bald ein Ende nehmen wird. Natürlich weiß ich, das andere Geschwister auf uns in Fukushima warten, aber in diesem halben Jahr gab es einfach zu viele Abschiede. Nicht alle die mit uns auf der Reise unterwegs waren, kehren nach Fukushima zurück. Die Mitglieder, die in Tokyo eine Arbeit gefunden haben, werden hier bleiben. Manche kehren zu ihrer Familie zurück. In dieser Woche sind 3 Gemeindemitglieder von Okutama abgereist nach Nigata und Kyushuu.

 

Ich dachte, das Leben besteht aus Hälfte freudigen Erlebnissen und die andere Hälfte aus traurigen Erlebnissen. Aber der Weg hier auf Erden ist sehr viel von harten und traurigen Erlebnissen umgeben, so kommt es mir vor. Und in den Leiden begegnet man ein bisschen der Freude.

 

Die Schwester im Herrn, die schon bereits nach Nigata umgezogen ist, kam nach der Erdbebenkatastrophe zu uns dazu, sie wurde getauft und ist dann von hier nach Nigata umgezogen. Einem anderen Mann habe ich auf dieser Reise zum ersten Mal begegnet. Er ist Zimmermann von Beruf. In unserem gemeinsamen Leben, hier im Freizeitheim hat er überall repariert. In dem Leben hier im Freizeitheim ist es interessant, der Lebensweg jedes einzelnen wird deutlich sichtbar. Es ist schon eine köstliche Sache.

Der bereits erwähnte Zimmermann ist durch einen Zufall zu uns gestoßen und hat ohne widerrede (oder er hatte keine andere Wahl) an den Gottesdienst teilegenommen. Er hat auch an den Bibelklassen teilgenommen und hat die Bibel kennengelernt. Das ist ein Segen durch diese Erdbebenkatastrophe. Bei dem Abschied hat er sich unter Tränen tief verbeugt und hat gesagt, dass er auch weiterhin zur Kirche gehen will. Mir kamen auch beinahe die Tränen, als ich diese Worte gehört hatte. Es ist wie ein Lebenskreuzweg, es begegnet und verabschieden sich viele Menschen hier.

 

Und eine Schwester im Herrn, die unsere Kirche tatkräftig unterstützt hat. Sie hat jahrelang in verschiedenen Kirchenämtern gedient. Sie ist auch zu ihren Sohn weggezgen. Warum muss die Kirche in Teilen gerissen werden? Wenn ich daran denke, werde ich sehr traurig. Herr,beschütze uns und binde diese umherirrende Gemeinde zusammen., mir bleibt nichts anderes übrig als zu beten.

 

 Wir stehen wieder an einen wichtigen Abschnitt unserer Lebensreise. Wir wollen unseren Kurs wieder groß wechseln. Der Gemeindesaal, der nach einer recht plötzlichen Entscheidung nächstes Jahr Frühling gebaut werden soll, soll das Image eines Vogels haben, der seine Kräfte sammelt um sein Ziel zu erreichen. Wir werden vor der verschlossenen Heimat unsere Flügel ruhen lassen und uns danach sehnen wieder in unsere Heimat zurück kehren zu können. Die Realität ist, dass unsere Gemeinde dann 40 bis 50 Gemeindemitglieder haben wird, ein Viertel von dem Ursprung. Wir werden mit diesen Mitgliedern einen Neustart wagen. Ob wir, die wir von der Reise ermattet und verletzt sind wieder auf Beinen stehen können? Wie unten der Bibelvers es beschreibt.

 

 Wir sind für die vielen Leute, die unsere Fluchtreise unterstützt haben und an uns gedacht haben, wirklich dankbar. Die Gebete, die in dem neuen Gemeindehaus verrichtet wird, werden die Herzen von ganz Japan und aller Welt verbinden.

 

Das Grundstück für den Bau von dem Gemeindehaus konnte gekauft werden, weil so viel gespendet wurde. Wir sind sehr dankbar dafür.

 

 Warum sprichst du denn, Jakob, und sagst du, Israel: Mein Weg ist verborgen vor dem Herrn, und mein Recht entgeht meinem Gott?

  Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich!

 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

Knaben werden müde und matte, und junge Männer straucheln und fallen;

 Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

 29.September   In Yagumo  Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 37

Wie viele Wunder werden wir noch wohl erleben? Es ist wohl eine entschlosse Sache, das Gottes Werk damit anfängt, dass man zuerst Problemen begegnet. Einmal wird man erschlagen, erst wenn das eigene Ich gestorben ist, erst dann gibt es eine Auferstehung?

 

 

Wir haben letzten Monat am 18., mit der Immobiliensuche für den Gemeindesaal und das Wohnhaus gestartet. Aber es gab gar kein Mietangebot für den Gemeindesaal und Wohnung. Wir waren sehr niedergeschlagen gewesen. Danach konnten wir ein Grundstück erwerben. Es ist eine Kehrtwende von 180 Grad, wir wurden so geleitet, dass wir einen neuen Gemeindesaal und Wohnung bauen werden. Es sind erst 2 Monate vergangen, seitdem wir uns entschlossen haben, dass wir wieder in Fukushima wohnen wollen. Die Gemeindemitglieder, die in Okutama zusammen wohnen, haben die Freiheit, ihre Zukunft so zu entscheiden, wie sie es für richtig halten, aber die Gemeinde soll zurück nach Fukushima.

 

Und danach sind wir am 18. August zum ersten Mal vor Ort gewesen. Wir hätten nie gedacht, dass wir innerhalb von 2 Wochen, ein neues Grundstück erwerben können und uns dazu entschlossen konnten, einen neuen Gemeindesaal und eine Wohnung zu bauen. Josua und Kaleb gingen als Beobachter in das verheißene Land zuerst hinein.

Sind wir vielleicht auch solche Beobachter? Meine Frau und ich, wir waren zuerst ein Mal in Fukushima und wurden richtig erschlagen. Es gab gar keine Mietangebote. Die Realität war harter als wir es gehört hatten.

 

Es gab gar keine geeigneten Mietangebote für den Gemeindesaal. Wenn diese Entscheidung nicht getroffen wird, können wir auch keine Wohnungen für unsere Gemeindemitglieder mieten. Die Wohnung sollte in der Nähe von der Gemeinde sein.

Wir waren richtig auswegslos. Wir haben auch einige Patchinkohallen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Pachinko) die zu Verkauf in Angebot waren, besucht, aber es war alles nicht geeignet gewesen. Wir haben uns dann entschlossen, als bessere Wahl ein Grundstück zu kaufen und einen neuen Gemeindesaal zu bauen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir jetzt noch einmal einen Gemeindesaal bauen werden. Wir wurden geleitet, eine Wohnung für gesundheitlich angeschlagene und ältere Mitglieder zu bauen und gegenseitig zu betreuen. Es war einfach nicht möglich diese Leute auf eigener Verantwortung alleine zu lassen. Wir sind so weit gekommen, wir werden unser Bestes versuchen.

 

 

 

Aber dieser plötzlicher Kurswechsel. Ich bin auch selber überrascht. Es ist endgültig so, dass wir bis kurz vor der Sicherheitszone, wo unsere Heimat ist, gehen und dort unser Bleibe haben. Wir werden die Zeit, wo wir wieder zurück gehen können erwarten und dort unsere Gebete verrichten. Das Thema des diesmaligen Gemeindehaus, das gebaut wird ist Gebet und Auferstehung.Wir werden dort vor Ort, die Wiederaufbauung unserer Heimat erwarten. Sind wir, wie Kleinkinder die ihren Eltern hinterher laufen, von der Wolkensäule hier hergeleitet worden?

 

 Die Zwischenzeit war auch sehr dramatisch gewesen. Es waren zu viele dramatische Ereignisse gewesen. Wir hatten schon aufgegeben ein geeignetes Grundstück zu finden, aber schließlich konnten wir doch einen Grundstück kaufen. Dann, wenn das Grundstück für den Gemeindesaal und Wohnung gefunden worden war, kurz davor und danach, es gab auf einmal Mietangebote für unsere Gemeindemitglieder. Bis dahin gab es wirklich gar keins, auch kein einziges Angebot. Es war so als würden die Angebote von Himmel fallen, eins nach dem anderen Mietangebot waren auf ein Mal da. Wir haben danach von unseren Markler gehört, das es kurz nach unserer Anfrage auf ein Mal die Mietangebote da waren. Es war wirklich nur in der Zeit von 1 bis 2 Wochen gewesen. Ich dachte es war normal, aber es scheint wirklich ein Wunder zu sein.

 

 

Ich spüre die Hand Gottes und dahinter die vielen Gebete, die uns unterstützen.

 Als der Knecht Abrahams, in der Geschichte in 1. Buch Mose, sich auf der Reise begab, um für Isaak eine geeignete Braut zu finden, es war alles sehr ungewiss. Aber langsam eins nach dem anderen fügten sich die Dinge und der Knecht traf eine Frau. Und er hat sehr gewagt Gott gefragt, ob es die richtige Frau ist. Ich musste an den Prozess denken, wo der Knecht die Führung Gottes geprüft hat. Wir konnten auch in einer kurzen Zeit von 2 Wochen einGrundstück erlangen, einen Plan für eine Wohnung in der Nähe beschließen und gleichzeitig konnten unsere Gemeindemitglieder in der Nähe auch Wohnungen mieten. Hat Gott in voraus schon alles so vorbereitet gehabt? Anders kann ich mir es nicht denken.

 

In der Zeit davor war ich oft niedergeschlagen, alle Hoffnung war für uns weg. Besonders das Grundstück, das jeder von uns sich erwünscht hat, wir haben schon unsere Hoffnung aufgegeben, dann hörten wir die gute Botschaft, das dieses Grundstück zum Verkauf angeboten wird. Ich hatte Herzklopfen gehabt, wie ein Student, der das Ergebnis der Zulassungsprüfung erwartet. Ich habe mich richtig gefreut. Herr, konntest Du mir nicht schon vorher sagen, dass wir das Grundstück haben werden? Konntest Du es nicht von Anfang an, so führen, dass es für jedermann sichtbar gewesen wäre? So eine Aufregung ist nicht gut für mein Herz.Ich hätte am liebsten so gebetet, aber der Herr hat es anders geführt. Aber weil der Herr es so überraschent geführt hat, habe ich die Erfahrung gemacht, dass er uns so nahe ist. Es ist ein Glaube, weil wir nicht wissen, wie der morgige Tag sein wird.

 

 Wir werden ab jetzt uns um die Finanzen kümmern müssen. Es gibt noch Probleme bei den verschiedenen Formularietäten. Bitte beten Sie für uns. Der Herr hat uns bis jetzt, den Weg wie in der Wildernis, eins nach dem anderen, uns eröffnet. Wir wollen uns auch weiterhin auf diesem Gott vertrauen.

Oh Gott, du hast vormals das Meer in Ägypten geteilt und hast das Volk erettet.Wir haben genauso wunderbare Erfahrung gemacht. Wir können vor Staunen nichts sagen.Wir sind wirklich beeindrukt. Danke, dass Du uns im Leid, trotzdem solche froh machende Erfahrungen schenkst.

 

10.September   Unterwegs zwischen Kumamoto und Saga ( in Kyushuu)

 

Sato Akira

 

  

 

Evakuierungsbericht 36

Wird unsere Kirche nur noch eine Illusion sein? Wir haben vor 3 Jahren eine Kirche gebaut, die auch 100 Jahre halten wird. Wir haben viele Besprechungen geführt und ein wirklich qualitativ hohes Gemeindehaus mit dem Thema Ewigkeitgebaut.

 

Und trotzdem pendle ich ein Mal in der Woche zwischen Tokyo und Fukushima. Wir hatten 4 Gemeindehäuser, aber ich bin jetzt auf der Suche nach einen neuen Platz, wo wir unseren Gottesdienst feiern können. Ich fahre an einen Tag 400 bis 500 km hin und zurück und bin auf Immobiliensuche. Es sind lauter Dinge, die ich eigentlich gar nicht machen müsste. Warum muss ich all diese Dinge machen? Es sicherlich ein Weg, den Gott so eingerichtet hat. Uns bleibt nur den Weg so weit zu gehen, wie wir nur gehen können und unser Bestes in dieser Situation zu machen.

 

Aber ich hätte mir wirklich nie vorgestellt, dass wir jetzt einen neuen Gemeindesaal suchen müssen. Die Realität ist, daß es wirklich schwierig ist. Alle Immobilien, die wir in Visier hatten, waren alle schwierig gewesen. Ich bin etwas niedergeschlagen. Ob wir von Frühling einen Platz finden werden, wo wir unseren Gottesdienst feiern können?

 

 Die Wohnungssuche von Gemeindemitgliedern, die nach Fukushima zurück wollen, ist noch schwieriger. Es gibt gar keine Angebote und man begegnet unglaublichen Szenen. Es ist für mich das erste Mal, dass ich verschiedene Markler besuche. Markler sagen : katastrophen betroffene Menschen unerwünschtund scheuchen Suchende aus dem Laden raus. Man erhält seltsame Ratschläge wie: Es ist besser, wenn Sie nicht nach Fukushima zurück kommen.. Wirklich unglaublich ist: Die Miete ist normalerweise  60 000 Yen, aber bei katastrophenbetroffenen Leuten kostet es 90 000 Yen..

 

 

An der Anfangszeit der Evakuierung gab es eine Frau, die in eine andere Präfektur geflohen ist. Ihr ging es gesundheitlich nicht gut und ist ins Krankenhaus gegangen. Es ist eine unglaubliche Geschichte, aber sie wurde nicht ins Krankenhaus reingelassen. Sie musste draußen warten. Sie ist ins Krankenhaus gegangen, weil es ihr gesundheitlich nicht gut ging. Aber weil sie aus der Gegend direkt in der Nähe des Reaktors gekommen ist, ist ihr dieses alles widerfahren. Warum musste sie so etwas durchmachen? Mir kamen die Tränen hoch, als ich mir die Szene vorgestellt habe, das diese Frau alleine draußen warten musste, obwohl es ihr gesundheitlich nicht gut ging.

Warum müssen wir das alles erleben? Ist unsere Heimat, sind wir so verseucht?

 

Der Strom, der in Fukushima erzeugt wurde, wurde ins Kantogebiet geschickt. Ein bisschen so die eigene Meinung sagen, mir ist ein bisschen danach zumute.

 

 

Ein Gemeindemitglied, der 3km entfernt von dem Reaktor gewohnt hat, ist ziehmlich bald in eine andere Präfektur geflohen und ist ins Rathaus gegangen. Seine neu umgezogene Adresse wurde nicht angenommen und ihn wurde gesagt: Sind Sie gekommen, weil sie irgendwas bekommen wollten?. Wo bleibt die Würde des Menschen? Wir sind keine Bettler, wir haben Steuern gezahlt, hatten eine Arbeit und haben normal gelebt. Warum ist alles so geworden. In dem leeren Haus wurde eingebrochen und wenn man in einer anderen Präfektur sein Auto geparkt hat hört man unglaubliches wie:

Können Sie ihr Auto mit der Fukushimanummer irgendwo anders parken?. Man traut seinen eigenen Ohren nicht. Müssen wir klein zusammengekauert, ängstlich dahin leben?

 

Die Erdbebenkatastrophe ist unglaublich Unerbittlich und Grausam. Jetzt muss ich dieses mit Schmerzen feststellen.

 

 Blickwechsel, lasst uns in die Bibel reinschauen.

 

Es ist gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Anweisungen lerne.

Psalm 119:17

 

Die Bibel sagt dass sogar die Demütigung gut ist.

 

In der Sicherheitszone, wo unser zu Hause ist gibt es einen Garten mit Schwertlilien. Wenn die Saison kommt, hat sie ihre Wurzeln fest in dem Schlamm, und durch die Wurzeln saugt sie kräftig das schwarze Wasser hoch und lässt eine schöne Blume blühen. Wir sollen auch in dem Chaos fest unseren an unseren Platz leben, die Wurzeln ausschlagen und große gelbe und lilane Blüten blühen lassen. Die Blumen sollen vielfältig sein.

 

Bitte beten Sie, dass wir nicht mutlos werden und alles dahin werfen. In dieser schwierigen Situation, das wir noch stärker und kräftiger werden, dass ich ein Bekenntnis, wie es der Paulus sagen konnte, sagen kann.

 

 Ich vermag alles durch den, der mich stark gemacht hat. Phil. 4: 13

 

30 August    Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 35

Ich danke für all ihre Gebete. Es sieht so aus, dass die Wolkensäule anfängt sich zu bewegen. Für uns ist es die vierte Kurswechselung. Wir haben uns entschlossen nach Fukushima zurück zu kehren. Es bedeutet nicht, dass wir in unsere Heimat zurück kehren werden und dort leben. Unsere 4 Gemeindegebäuden sind nach wie vor nicht zu gelassen, sie zu betreten.

 

 

Aber in Fukushima-ken (Fukushima Präfektur) warten viele Geschwister darauf, das unsere Gemeinde wieder zurückkehrt. Unsere Fukushima Daiichi Kyokai (Fukushima First Church) sollte nicht in Tokyo oder andere Präfektur, sondern so wie der Name sagt, in Fukushima den Gottesdienst halten. Wir wollen uns bis vor unsere Heimat den Schritt wagen und unsere verloren gegangene Heimat beobachten und mit den Leuten in Fukushima zusammen den nächsten Schritt überlegen.

 

 

Damals die Exodusreise von Mose, das Volk musste auch 40 Jahre lang in der Wüste wandern und dann vor dem verheissenen Land einmal stop machen. Das war ein Abschnitt. Wir müssen auch einen Schritt vor der Sicherheitzone warten und unser Zelt dort aufschlagen und die Zeit abwarten, wo wir in unsere Heimat, wo unser zu Hause und Gemeinde ist, wieder zurückgehen können. Wo werden wir wohl unsere vorläufige Bleibe finden, in der Stadt, von wo wir in unsere Heimat nach Norden aufblicken werden?

Wir wissen es wirklich nicht. Es ist tatsächlich so, dass wir hier auf Erden auf Reisen sind. 

 

 Es herrscht ein Chaos auf dem Immobilienmarkt vor Ort. Und ich habe gehört, dass es gar keine Mietwohnungen zu finden sind. Es ist ein Start in einen sehr ungewissen Zustand, aber wir haben uns entschlossen und wir werden unser Bestes tun. Wir müssen auf jeden Fall für die Leute die nach Fukushima zurück wollen Mietwohnungen finden und einen Platz, wo wir den Gottesdienst abhalten können. Wir werden in nächster Zeit oft zwischen Tokyo und Fukshima unterwegs sein. Wir müssen am Jahresende, spätestens bis nächsten Frühling wieder nach Fukushima zurück. Uns ist eine Zeitfrist gesetzt.  

 

 

 

 

Bitte beten Sie für uns. Wir werden in nächster Zeit auf Immobiliensuche sein. Es wird uns sicherlich nicht langweilig.

 

Ich werde vorsichtig Auto fahren, damit ich keine Kreuzschmerzen bekomme.

 

 

 

Aus der Bibel:

Und so oft sich die Wolke vom Zelt hinweg erhob, brachen die Israeliten jedes Mal darnach auf, und da, wo die Wolke sich niederließ, da lagerten sich die Israeliten.

 

18Nach dem Befehle Jahwes brachen die Israeliten auf und nach dem Befehle Jahwes lagerten sie sich; solange irgend die Wolke auf der Wohnung ruhte, blieben sie gelagert.

 

19Und wenn die Wolke lange Zeit auf der Wohnung verzog, so fügten sich die Israeliten der Anordnung Jahwes und brachen nicht auf

 

. 20Es kam auch vor, dass die Wolke nur wenige Tage über der Wohnung blieb; nach dem Befehle Jahwes lagerten sie sich und nach dem Befehle Jahwes brachen sie auf.

 

 21Es kam auch vor, dass die Wolke vom Abend bis zum Morgen blieb, und dass sich die Wolke am Morgen erhob; so brachen sie dann auf. Oder dass sie einen Tag und eine Nacht blieb, und dass sich die Wolke dann erhob; so brachen sie dann auf.

 

22Oder dass sie zwei Tage oder einen Monat oder längere Zeit blieb, indem die Wolke über der Wohnung verzog und auf ihr ruhen blieb; so blieben dann die Israeliten gelagert und brachen nicht auf. Wenn sie sich aber erhob, so brachen sie auf.

 

4.Mose 9:17-22

 

 

27.August in Sapporo   Sato Akira

。                      

 

 

 

Evakuierungsbericht 34

Ich glaube, dass es ein Leben mit einer voller Entschlossenheit geben darf. Es gibt in Leben Zeiten, wo man mit voller Entschlossenheit durchstehen muss. Kurz nach der Erdbebenkatastrophe sind wir mit 15 Autos von Fukushima geflohen. Es ist jemand bei uns, dem es nicht gut geht, können Sie uns etwas Benzin geben?Als wir in eine Polizeistation reingegangen sind und um Benzin gefragt habe, habe ich wohl eine Entschlossenheit ausgestrahlt? Und haben wir danach unter Aufgebot aller Kräfte gelebt?

 

Es sieht so aus, das unser Weg noch weit ist und wir über eins, zwei Berge gehen müssen. Werde ich bis zu diesem Zeitpunkt meine Lebenskraft aufrecht erhalten können? In der Bibel steht, dass Mose nach 40 Jahren Wüstenwanderung immer noch voll in Kraft und Form war. Wenn es nicht so gewesen wäre, hätte er die Reise nicht überstehen können.

 

Sportler bekennen oft bei ihren Rücktrittsinterview:Ich kann meine Vitalität nicht mehr aufrecht erhalten, deshalb habe ich mich für meinen Rücktritte entschlossen. Wie viel Kraftaufwand nötig sein muss, um ein aktiver Sportler zu sein. Ich habe schon gehört, dass sie bis zu ihrer Grenze trainieren und wirklich alle ihre Kraft anwenden. Und nachdem sie wirklich ihr Bestes gegeben haben, können sie sagen, dass sie nichts mehr zu bereuen haben.

 

 Auch der Paulus, der in der Bibel auftritt, nimmt für den Lebensweg den Sport als Beispiel. In der Bibel steht, dass er mit ganzer Kraft bis jetzt gerannt ist und in diesen Moment auch rennt. Der Hintergedanke sind die damaligen griechischen Sportarten, Herkunftsort der Olympiade. Damals war auch die Anfangszeit der Urgemeinde. In Zeit des Neuanfanges sind sie mit voller Energie durchgerannt. Wieviel Geburtswehen gab es, um die eine Seite in der Geschichte zu öffnen? Paulus hat damals in der Urgemeinde eine wichtige Rolle gespielt, ob er wohl immer wieder nach und nach die nötige Kraft bekommen hat? 

 

Auch in unserem Land haben unsere Vorfahren in Meijizeitalter die Öffnung des Landes und die damalige Zeit beinflusst, sie waren voller Energie. Vielleicht wurde in uns durch die Erdbebenkatastrophe und danach folgenden harten Zeiten, eine Energie, wie die Lava, in uns ernährt und erschaffen. Ich habe so eine Ahnung und in dieser leisen Ahnung spüre ich die Wegweisung die in die hoffnungsvolle Zukunft.

 

 

In Fukuoka 18.August   Sato Akira

 

 

 

Evakuierungsbericht 33

Ich habe einen einwöchigen Predigtdienst in Hokkaido beendet und sitze gerade im Flugzeug der Fluggesellschaft JAL. Von Montag bis Freitag hatte ich 7 Versammlungen dort gehabt, paar Leute von dem Verleger haben mich auf dieser Reise begleitet. Ich war bis jetzt oft auf Predigtreisen unterwegs, aber dass ich mit einer Botschaft in der Hand, in Begleitung von Verlegern unterwegs sein werde, war das erste Mal. Wenn die Erdbebenkatastrophe nicht passiert wäre, hätte ich es nicht erlebt.

Ich frage mich, wie viel Mal ich wohl noch solche besondere Erlebnisse machen werde. Nachdem ich gepredigt habe, werden dann immer meine Bücher verkauft. Ich hoffe niemand wird böse auf mich, aber es kommt mir so vor, als würde ein Sänger mit seinem neuen Song verschiedene Plattenläden aufsuchen und mit dem Verleger den Song vorsingen und verkaufen. Ich dachte an so eine Szene oder an den Film von Tora-san,  Otoko wa tsuraiyo(http://de.wikipedia.org/wiki/Otoko_wa_Tsurai_yo), wo er durch ganz Japan unterwegs ist und verschiedene Sachen verkauft.

 

Es kamen wirklich viele Leute und haben mir aufmerksam zugehört. Ich bin sehr dankbar dafür. Die Veranstaltungen waren nicht mit einem Konzert verknüpft gewesen, deshalb konnte ich paar Bilder zeigen und eine Stunde lang über mein Thema sprechen. Ich erinnere mich, dass Menschen, die die Atombombe von Hiroshima und Nagasaki überlebt haben, sich zur Verantwortung gemacht haben, solange sie leben über ihre Erlebnisse zu berichten. Ich bin von Beruf her ein Pastor, aber ich habe noch nie meine Aufgabe als Bote, so klar wahrgenommen, wie jetzt.

 

Manchmal denke ich nach, wenn ich kein Pastor gewesen wäre, ob ich dieses Erlebnis gemacht hätte. Jesus hat seinen Jünger Petrus angedeutet, das er am Lebensende dorthin gehen wird, wo er nicht hin möchte.

 

Wir sind nicht freiwillig von unserer Heimat und zu Hause weggegangen und leben in Exodus.Wir leben alle in einer uns fremden Umfeld leise vor uns hin. Zu Zeiten Jesu wehte ein heftiger Wind der Verfolgung und viele Menschen waren dem preisgegeben.

 

Vielleicht ist der Glaube so etwas, das wir an Orten seien müssen, wo es uns nicht so gefällt. Wir werden an diesen Ort erzogen, reifen und werden wohl ernährt.

Dann befinden wir uns gerade richtig fest in Gottes Hand, in seinem Programm.

 

Zu jedem Zeitpunkt hat Gott mit Krieg, Vulkanausbruch, weltliche Wirtschaftskrisen und Naturkatastrophen, einen ungleich ebenen Weg für diesen Welt bereitet. Was mag wohl der Grund sein, dass wir extra durch solche Wege durchgehen müssen. Vielleicht, dass wir es realisieren, das wir hier auf Erden nur zu Gast da sind? Das es kein ewiges Bleibe für uns ist?

 

Mitten auf dem Lebensweg Trennung mit der Familie, Arbeitslosigkeit, von dem Reaktorunfall betroffen, im Schneesturm unterwegs auf der Flucht, die Zähne zusammenbeißend, die Fluchtroute gesucht und trotzdem haben wir in allem Gottes Angesicht gesucht. Ist jedes einzelne Geschehnis in Gottes Programm? Dann ist vielleicht die Erdbebenkatastrophe ein Sprungbrett gewesen um in Gottes Arme schwungvoll reinzuspringen.

 

6.August (Samstag)     Im Flugzeug über Hokkaido irgendwo

                                              Sato Akira

 


Evakuierungsbericht 32

Ab morgen werde ich für eine Woche in Hokkaido sein. In letzter Zeit bin ich viel auf Reisen unterwegs. Wenn ich zurück schaue, war ich schon immer viel auf Reisediensten unterwegs gewesen. Vielleicht hatte ich deswegen nicht so Schwierigkeiten gehabt, mich an den jetzigen Lebenszustand zu gewöhnen. War alles eine Vorbereitung für das jetzige Leben gewesen?

 

Als ich mir überlegt habe, dass das Leben sowieso eine Reise ist, kamen mir die Gedanken, wann ich mich freuen werde, wenn ich mich auf der Reise unterwegs nicht freuen kann. Wenn ich so zurückschaue, sind wir seit der Erdbebenkatastrophe am 11. März die ganze Zeit unterwegs auf Reisen. Wenn diese Reise keine besondere Bedeutung hätte, wäre es zu traurig für uns. Für was haben wir uns so viel Gedanken gemacht und waren traurig. Es würde bedeuten, dass wir umsonst die Zeit verbringen würden.

 

Vielleicht haben wir bis jetzt zu sehr unser Fokus dafür verwendet, ob wir am Ziel angekommen sind oder wie weit wir gekommen sind. In der Menschenwelt ist meistens, die beindruckende Tatsachen, die Prozesse einer Sache, nicht wie weit man gekommen ist, sondern wie man ein Problem überstanden hat. Wie viel man geweint hat und noch einmal eine Sache angefangen hat, ohne aufzugeben. Ich glaube, dass Gott uns auch so beobachtet. Jeder einzelner Werdegang, ob wir auf dem Weg uns hinkauern und dann wieder aufstehen, ob wir nach hinten weichen oder uns freuen. Jede einzelne Betätigung schaut Gott mit seinem Auge genau zu, so kommt es mir vor.

 

Wenn mich jemand über unsere Zukunft fragt, tut es mir im Herzen weh, es ist eine schmerzvolle Sache für mich. Sollte unser Wunsch gar nicht in Erfüllung gehen,  wir werden dennoch  in unserer schwierigen Lage zu Gott hinaufschauen und trotz unserer Schwachheit uns an Gott klammern und unsere Reise fortsetzen, darin muss ein sehr wertvoller Sinn liegen. Das sind so die Gedanken, die ich in letzter Zeit habe.

 

Aber ich frage mich trotzdem wann unsere Reise beendet werden kann. Wie lange wir unter diesen Zustand leben müssen. Gott hat uns unsere Heimat in Himmel festgelegt, aber er hat uns extra hier auf Erden leben lassen und bestimmt, dass wir hier auf Erden auch als Fremdlinge wandeln sollen. Was ist der Grund eigentlich dafür? Es wird nicht die Länger der Reise unter Betracht gezogen, das ist ganz eindeutlich. Dass auch der Erfolg hier auf Erden nicht unter Betracht gezogen wird, habe ich auch verstanden.

Vielleicht ist dieses Zweifeln und sich festklammern und dennoch mühsam die Reise fort zu setzen, ein Teil eines himmlischen Programm. Nachdem man jeden einzelnen Prozess durchlaufen hat, wird jeder einzeln in den Himmel berufen.

 

In den vielen Dingen, die ich nicht verstehe, versuche ich das wenige dass ich verstehe, anzuschauen. Ich spüre, dass Du Gott uns auf dieser Reise beobachtest.

 

 

Auf dem Rückweg von Yurigaoka Gemeinde

 

Sato Akira

Evakuirungsbericht 31

Direkt nach der Erdbebenkatastrophe war ich von einer großen Furcht befallen gewesen. Es war so als wäre ich von irgendetwas besessen gewesen. Es war damals, als würde das Ende nahen. Wir waren resigniert gewesen. Ich war damals wirklich erschlagen gewesen. Aber nach einiger Zeit, es war so als hätte sich in mir irgendetwas geregt, vielleicht hat Gott mein Inneres berührt. In mir schien sich irgendwas zu regen.

 

Damals hatte ich meine ganze Energie eingesetzt um genügend Nahrung zu bekommen und den Weg zu finden, wohin wir gehen sollen. Ich spüre die Wende, dass jetzt ich die Aufgabe habe, als Zeuge die Überlebensflucht von damals zu bezeugen. Der Blick ins Innere hat sich nach Außen gewendet. Ist es vielleicht Gott, der mich aus der Höhle rausgezogen hat? Ich soll nicht nur immer traurig sein, sondern meinen Standort in der Außenwelt vergewissern. Es ist so als hätte ich die Aufgabe ein Bote zu sein, bekommen.

 

Diese Reise hat niemand freiwillig begonnen. Plötzlich waren wir von der Erdbebenkatastrophe betroffen und mussten fliehenund als wir uns entsinnen konnten, befanden wir uns auf der Reise. Mit diesen Mitgliedern , hier an diesen Platz.

Wenn ich jetzt so zurückdenke, ist es so als würden wir noch Träumen, so unrealistisch. Wir haben es immer noch nicht verarbeiten können, es ist irgendwie eine eigenartige Reisegeschichte.

 

Vielleicht ist dieses Geschehen ein guter Stoff für Kindergeschichten. Ja, es ist sicherlich sehr geeignet dafür. Es sind viele sonderbare Episoden enthalten. In dem modernen Japan passierte es, das man nichts zu Essen hatte. Mit 15 Autos unterwegs, über Bergpässe und für die Reisbälle, die man bekommen hat, hat man vor lauter Rührung geweint. Beerdigungen und Taufen werden wiederholt und alle mussten Heimat und zu Hause verlassen. Es ist eine Exodusgeschichte in moderner Fassung.

Können Sie diese Reisegeschichte, die auf Tatsache beruht, glauben ?

Zuerst Werbung für Erwachsene. Eine Bitte, das Ende soll auf jeden Fall ein Happy End sein. Verfilmung oder als Theater auf der Bühne wäre auch keine schlechte Idee.

 

Nun zurück noch einmal wegen dem Ausgang der Geschichte. Wenn es möglich wäre ein verzauberndes oder ein herzschlagendes Ende, bitte. Gott , ach so Du hattest so ein Ende vorbereitet gehabt!!eine Geschichte, wo wir total überrascht werden, bitte.

Einen Höhepunkt, wo alle Tränen bis jetzt verfliegen, bitte. Und dann werden wir alle zusammen uns anschauen und lachen und sagen:Ach, Gott das war also dein Plan gewesen. Wenn es so ist, das hättest Du uns von Anfang an sagen können.Wir werden in der vordersten Reihe stehen und lange applaudieren. Ich kann mir vorstellen, dass wir gar nicht mehr mit dem Lachen aufhören können. Hier darf es ruhig etwas voluminös zugehen.

 

 

Es ist sicherlich eine unrealistische Fantasie, eine Traumgeschichte, wo man eine totale Kertwende erwartet. Wir brauchen die Freude, um unsere Traurigkeit zu vergessen. Deshalb pantasiere ich mir selber Geschichten in verschiedene Variationen aus, die sich niemand vorstellen kann. Der ist nicht mehr ganz sauber im Kopf.Natürlich passe ich auf, das niemand so über mich denkt.

 

Aber wenn unser Traum wirklich wahr wird und wir nicht mehr aufhören können zu lachen, was tun? Was soll ich wohl machen, wenn ich vor Lachen mein inneres Gleichgewicht verlieren sollte? Gottes Pläne sind wirklich viel höher als alles andere.

 

 

Denn ich weiß, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.

Jeremia 29:11

 

 

22.Juli (Freitag) Nach Mitternacht, im Zug von Kawasaki nach Tachikawa

 

Sato Akira

 


Evakuirungsbericht 30

Ich bin seit dem 11. Juli hier in Amerika. In Los Angeles und Atlanta wurden insgesamt neun Versammlungen  veranstaltet, es kamen Japaner und Amerikaner mit japanischen Hintergrund. Wir haben auch Veranstaltungen in englischsprachigen Gemeinden abgehalten. Ein anderer Grund, warum ich nach Amerika geflogen bin war, ob es eine Möglichkeit gibt, das  Buches Rurou no Kyokai ( Die Kirche im Exodus) in Amerika zu veröffentlichen.

 

Gerade weil die Reise dieses Mal  nach Amerika nach der Erdbebenkatastrophe war, gab es ganz verschiedene Begegnungen. Und mir wurde erneut bewusst wieviele verschiedene Leute unsere Gemeindehomepage aufgesucht und angeschaut hatten. Damals, nachdem wir gezwungener Weise Abschied von unserer Heimat nehmen mussten und im Ungewissenen, in der Einsamkeit uns nach vorne tasteten. Wir wurden ungewollt in den Strudel der Erdbebenkatastrophe eingezogen. Es war so als würden wir ertrinken und die Angst alleine gelassen zu werden war enorm gross.

 

Aber das Internet hat plötzlich die ganze Welt mit uns verbunden. Der erste Schritt, bevor ich dieses Tagebuch angefangen habe zu schreiben, war ein dringendes Gebetsmail an den Leiter unseres Verbandes, wo unsere Kirche angehört. Und sofort ging die Nachricht über unseren Verband über das Internet und hat sich in der ganzen Welt verbreitet. Es war eine Verbreitung, wie ich es mir nie vorgestellt hätte.

 

Aber, daß es Wirklichkeit war, habe ich auf dieser Reise gespürt. Mitten in der Erdbebenkatastrophe, wo wir weder ein noch aus wussten, hörten wir unerwartet die Nachricht, dass dieser Blog mit der ganzen Welt verbunden ist. Alle Welt schaut auf uns und versucht uns Mut zu machen. Neben der unglaublichen Realität der Erdbebenkatastrophe hörten wir diese unglaubliche Nachricht. Damals berichtete uns der Bruder, der die Homepage der Gemeinde verwaltet, daß im Höhepunkt maximal bis zu 20.0000 mal unsere Gemeindehomepage besucht worden ist. Ich dachte, ich höre nicht recht, als ich diese Nachricht gehört habe.

 

Aber diese Nachricht hat uns sehr aufgemuntert und getröstet. Wir sind nicht vergessen worden. Wir konnten es spüren, dass wir nicht mutterseelen allein sind. Und diesmal in Amerika konnte ich es wirklich spüren, das es alles Wirklichkeit war. Wieviele Japaner und Amerikaner sagten zu mir:Ich habe Sie schon im Internet bereits getroffen ( oder kennengelernt).

 

Nach der Erdbebenkatastrophe waren wir nur damit beschäftigt, jeden einzelnen Tag zu überleben. Es war wirklich ein Überlebenskampf im Extremen. Wenn ich jetzt so zurückschaue, habe ich in den Momenten, wo ich etwas Zeit hatte, angefangen wie ein Besessener, das Tagebuch zu schreiben. Einen Bericht, über diesen heftig schwankenden Tagen,  mitten drin, wo wir es gerade erleben, zu schreiben bevor es vergessen wird. Denn die Geschwindigkeit und Energie, wie schnell damals die Lage sich in dieser abnormalen Zeit verändert hatte, war gewaltig. Die Furcht, die mich damals befallen hat, war wirklich wie eine Zwangsvorstellung gewesen. Diese Furcht wurde dann für mich meine Pflicht, alles niederzuschreiben. Immer wieder am PC zu sitzen und zu schreiben wurde mir zur Arbeit.

 

Zweifelslos ist es wichtig, aktuell über die Schmerzen und Freuden, die man erlebt hat zu schreiben, warum man sich gefürchtet hat, warum man geweint hat, warum wir uns gefreut haben. Es war sicherlich richtig gewesen, dass ich intuitiv überlegt habe, dass man alles niederschreiben soll, bevor man alles wieder vergißt.

 

 

Ein anderer Grund, warum ich dieses Blog geschrieben hab, waren die vielen Leute, die unsere Homepage besucht haben. Diese Leute haben mit uns das Leid und die Freude geteilt. Sie haben uns aufmerksam beobachtet. Von sovielen Leuten aufmerksam beobachtet zu werden, gab uns Kraft. Wir sind kein Schauobjekt, aber nicht alleine vergessen zu werden, das viele Leute von aller Welt aufmerksam auf uns sind und an unsere Reise teilhaben. Soviele mutmachende Worte haben uns erreicht.

 

Vielleicht ist es wie bei der Szene, am Ende der Tage, wo der Retter Jesus wiederkommt und unzählige Jünger zusammen mit ihm vom Himmel herrab mitkommen werden. Wir waren von sovielen Leuten umgeben.

 

Hier in Amerika, so weit entfernt, das soviele Japaner und Amerikaner für uns beten, an uns denken und uns unterstützt haben. Mir ist es wirklich im Herzen heiss geworden (direkte Übersetzung aus dem Japanischen. Im Sinne: Ich bin gerührt).

Leute vor Ort haben mir berichtet, das viele Amerikaner in ihren Gemeinden, unter Tränen gebetet haben und für Japan Geld gespendet haben. Als in Haiti das Erdbeben war, soll es auch so gewesen sein. Ich habe mich gefragt, wie ich mich verhalten hätte. Mir war es etwas peinlich. Diese Leute haben nicht nur die Nachrichten verfolgt, sondern, sie haben daran anteil genommen und dafür Gebetsveranstaltungen und unter Tränen gebetet. Wie war es wohl bis jetzt bei mir gewesen?

 

Petrus hat in 1.Petrus 4:13 geschrieben, das man sich über die Erfahrung, daß man am Leid Christi teilhaben kann, freuen soll. Wir wurden durch soviele Leute, die an unser Leid teilgehabt haben und mit uns Leiden wollten, getröstet. Das soviele Leute aufeinmal für uns sich interessiert haben, wir sind sehr dankbar dafür.

 

 

Ich habe gehört, das der große Unterschied in der Entwicklung verglichen mit der grossen Erdbebenkatastrophe in Hanshin und Awaji vor 16 Jahren ist, das über  das Internet live die Katastrophenopfer ihre Schmerzen und Leiden sichtbar vor Ort, vom Krisengebiet direkt ununterbrochen berichten können. Und dann gibt es Leute, die diese Nachricht direkt parieren. Es haben sich Kreise der Unterstützung gebildet, direkt von Angesicht zu Angesicht, mit zwischenmenschlicher Wärme. Vorher gab es kaum so etwas.

 

Ich bin auch der gleichen Meinung. Diese Unterstützung hat sich über das weite Meer hinaus bis nach Amerika ausgebreitet. Es hat alles mit einer Mail gleich nach der Katastrophe angefangen. Es haben sich dann verschiedene Netzwerke gebildet und haben uns umgeben und unterstützt. Vielleicht war es sogar noch viel kraftvoller als die Tsunamiwellen. Diese Unterstützung stand plötzlich vor uns und hat uns umgeben, getröstet und aufgemuntert.

 

Noch einmal, wirklich vielen Dank für alles.

 

 

 

19.Juli      Im Delta Air , über dem Pazifik.

Evakuirungsbericht 29

Heute morgen wurde uns ein Enkelkind geboren. Sonntags morgen um 8:15, habe ich diese Nachricht in Mito erhalten. Es ist seit langem wieder einmal eine gute Nachricht. Der Name des Kindes ist Mahiru.

 

Aber der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Sprüche 4:18

 

Der Name des Kindes ist von den obrigen Vers abgeleitet mit dem Wunsch, das das Dasein dieses Kindes, die Familie hell beleuchtet, wie die Sonne am Mittag.Ja ich wünsche mir auch, das das Kind die Welt , beschattet durch die Erdbebenkatastrophe, und uns, die wir durch die Folgen der Katastrophe in Unsicherheit umherwandern müssen, beleuchtet. In den Tagen, wo ich immer beinahe den Mut verliere, ist es wirklich eine gute Nachricht.

 

Ich habe gehört, daß im Süden unserer Heimat, das jetzt ganz traurigerweise menschenleer ist, ein Ramenshop (Japanische Nudeln. Siehe auch:  http://de.wikipedia.org/wiki/Ramen) wieder geöffnet hat. Der Ladeninhaber hat vielleicht den Wiederaufbau der Heimat gewünscht und deshalb als erster seine Ladentür wieder geöffnet. Ich spüre die Energie des Ramenshops mit seinen handgeschlagenen Nudeln. Gerade jetzt in der schwermütigen Zeit, wo es in ganz Japan verstreut Leute gibt, die wehmütig an die Heimat denken, ist diese Nachricht eine gute Nachricht und lässt Hoffnung erwecken. Ich wünsche mir, daß dieser Laden eine gute Kundschaft hat.

Und wenn ich dann eines Tages mitbekommen könnte, daß dieses Geschäft gute Geschäfte macht…bin ich vielleicht der Einzige, der diesem Geschäft Beifall spendet?

 

Wenn diese Nachricht ein Anstoß werden würde und viele Menschen wieder in ihre Heimat zurückkehren würden. Vom Hamburgershop ,dort das Geschäft, da das andere Geschäft.

Wir können nicht in unsere Heimat zurück, wir haben unserer Heimat für Ewig verloren.

Es gibt sicherlich Leute die so sagen und ihren Kopf hängen lassen. Aber wenn solche Leute durch diese gute Nachricht motiviert werden würden und dann in Handumdrehen die Stadt wieder aufgebaut würde. Wenn die Stadt wieder mit Menschen erfüllt werden würde, die Stadt erleuchtet wird mit den Lampen, Autos verkehren, Leute sich unterhalten und ihr Lachen erschallt in der Stadt… das man sich so eine geschickte Geschichte erdenkt, ist es nur eine Traumgeschichte?

 

Aber in diesem Fall möchte ich an diesen kleinen Hoffnungschimmer meine Hoffnung knüpfen, denn so ganz Hoffnungslos ist alles auch nicht. Wir dachten, wir hören nicht ganz recht, als wir die Nachricht gehört haben, daß die zeitbegrenzte Heimkehr ohne Schutzanzug erlaubt worden ist. Wir haben gehört, das die radioaktiven Messungen in der Luft von Tag zu Tag niedriger geworden ist. Die nicht befahrbare Strasse wurde auch wieder renoviert. Es fahren Autos von den Mitarbeitern auf dieser Strasse. Die meisten Nachrichten, die man hört, sind niederschlagend. Aber wenn die Möglichkeit auch nur einen Prozent beträgt, ich möchte mein Vertrauen auf dieses 1 Prozent setzen.

Ich möchte ein Licht gegen die neunzig Prozent negative Nachrichten anzünden.

Rückblickend stellen wir fest, daß wir bis jetzt so durchgetragen worden sind.

 

Wenn man die Zeit betrachtet, wo Jesus geboren worden ist, war es eine schwere Zeit.

Der Druck der römischen Herrschaft lastete schwer. Die Geburt des Heilandes in dieser Dunkelheit war sicherlich ein kräftiges Licht, das die Dunkelheit erleuchtet hat. Die Geburt eines Kindes war an für sich ein grosser Trost und eine Hoffnung in die Zukunft. Auch wenn es nur wage ist, es leuchtet leise vor sich hin.

 

Die Herrschaft durch eine ausländische Macht hat sicherlich im Innland verschiedene Risse verursacht. Leute, die die römische Herrschaft unterstützen wollen und Leute die dagegen waren. Ernsthafte wirtschaftliche Probleme. Die Resignation der Menschen und die Hoffnungslosigkeit. Meinungsverschiedenheiten verursacht durch die negativen Situationen. Das alles wäre nicht passiert, wenn es nicht die römische Herrschaft geben würde. Das ganze Leid wäre erspart gewesen, haben sicherlich viele Menschen verbissen überlegt. Je länger die Herrschaft angedauert hat, desto niedergeschlagener sind die Menschen sicherlich geworden, sie waren sicherlich kurz vor dem zusammenbrechen.

 

In dieser damals international schwierigen Zeit wurde unser Herr Jesus geboren als Licht, das in der Dunkelheit leuchtet.

 

Heute in unserer Familie wurde auch ein Kind geboren. Es wurde in der turbulenten Zeit nach der Erdbebenkatastrophe geboren. Das Kind lächelt unschuldig und beglückt damit die Umgebung.

 

Wollen wir doch den Herrn Jesus, der in diese Welt kam und das Herz und alle Dunkelheit beleuchtet, in unseren Herzen empfangen. Er lädt uns in die Welt, die die Bibel verheisst ein.

 

 

Am 25.Juni angefangen zu schreiben und am 5 Juli im Internet veröffentlicht.

 

In Toyama   Sato Akira

 


Evakuirungsbericht 28

Vielen Dank für Ihre Gebete und Unterstützung. Ich bin gerade in Toyama. Es tut mir leid, dass ich in letzter Zeit den Blog nicht so oft erneuern kann. Es soll kein Ersatz dafür sein, aber es gibt jetzt ein Traktat, das die Erdbebenkatastrophe als Thema hat, ich habe den Verleger um Erlaubnis gebeten und möchte dieses Traktat Ihnen vorstellen. Es ist wie ein Rückblick auf das Geschehen in den letzten Monaten geworden. Wenn es ein Traktat wird, um das Evangelium zu bezeugen, wäre ich sehr dankbar dafür.

 

12.Juli  Sato Akira

 

 

 

Ein Licht das in der Dunkelheit leuchtet

 

In Fukushima Hamadoori, wo der havarierte Fukushima Reaktor Nummer Eins steht, gibt es in dem 5 km Umfeld eine Gemeinde. Bei der Erdbebenkatastrophe folgten Erdbeben, Tsunami und die Reaktorkatastrophe aufeinander. In diesem zahlreichen Leid gibt es Leute, die bis vor kurzem zu dieser Gemeinde in Fukushima gekommen sind und nun verstreut in ganz Japan, von Okinawa bis nach Hokkaido, leben und ungewollt in der Evakuirung leben. Was haben diese Leute, in diesen 3 Monaten erlebt, gefühlt und gesehen?

 

 

Fukushima Daiichi Seisho Baptist Kyokai             Pastor   Sato Akira

(Fukushima First Bible Baptist Church)

 

Ist das ein böser Traum?

Am 11.März war die große Erdbebenkatastrophe in Ostjapan. Es war mein Geburtstag. Das Erdbeben und darauf folgten Tsunami und Reaktorunfall. Der friedvolle Alltag hat sich in einen Augenblick  verändert. Wir haben unser zu Hause und Gemeindehaus verloren. Aus der Stadt mussten alle Leute, von Baby bis ältere Menschen, über eine Nacht fliehen. Einige Menschen mussten mit dem überdachten Lastwagen von dem Militär, 12 Stunden über holprigen Straßen fahren. Sie mussten aufpassen, dass sie nicht von dem Lastwagen runtergefallen sind. In der frostigen Kälte und in der Dunkelheit irgendwo in Fukushima seien sie in Notunterkünften angekommen, wo es keine Decken und nicht genügend Lebensmittel gegeben hat.

 

Ich hätte nicht gedacht, heute hier in diesem modernen Japan in solch einen Nonstopüberlebensflucht verwickelt zu werden. Danach mussten Gemeindemitglieder und normale Menschen von der Stadt sich auf einer ziellosen Reise begeben. Es ist der Anfang eines seltsamen Reiseerlebnisses.

 

 

Die Name der Gemeinde ist Fukushima Daiichi (Fukushima First )

Unsere Gemeinde wurde lange bevor der Atomreaktor gebaut wurde, gebaut. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg kamen aus Amerika Missionare und haben das Christentum verkündigt. Die Gemeinde wurde nach der Tradition des Verbandes, wo der Missionar angehört hat, benannt. Die Gemeinde wurde Fukushima Daiichi (Fukushima First )Seisho Baptist Kyokai (Bible Baptist Church ) benannt. Die Gemeinde hat zufällig einen ähnlichen Namen wie der Fukushima Daiichi (Fukushima First )

Atom Reaktor, es ist schon eine merkwürdige Ähnlichkeit. Momentan dürfen wir unsere Heimat, wo unser zu Hause und Gemeinde steht, nicht betreten. Aber wir träumen von Tagen, wo wir unsere Heimat wieder betreten können und die Türe der Gemeinde wieder geöffnet werden.

 

Unsere Gemeinde steht direkt in der Nähe von dem Atomreaktor. Wir beten auch für die Arbeiter, die unter großen Einsatz in dem havarierten Reaktor arbeiten. Und wir beten auch für die Familienangehörigen von den Mitarbeiter.

 

 

Auch wenn unser Herz wankt.

Am Anfang haben wir unser zu Hause verloren, wir mussten ohne Kleidung und Sparbuch uns auf die Reise begeben. Es ist uns aufgefallen, dass wir oft und wiederholt: Wir sind so dankbar.gesagt haben. Wenn wir was zu essen bekommen haben sagten wir:

Wir sind dankbar, dass wir was zu essen bekommen haben.und wir waren auch dankbar für die Kleidung, die wir erhalten hatten. Wir haben die Feinheiten unserer eigenen menschlichen Gefühle kennengelernt. Oft genug kamen ganz natürlich Tränen in die Augen und wir hatten auch Herzklopfen. Am Anfang waren wir auch dankbar, auch wenn wir in Massen schlafen mußten. Wir waren dankbar für die warme Decke und das warme Essen, nach 5 Tagen wieder zum ersten Mal, ist auch ein unvergessliches Erlebnis, Wir waren so dankbar für das warme Essen.

 

Wir haben erkannt, daß man garnicht soviele Dinge nötig hat, um zu leben. Uns haben soviele Menschen geholfen, es passiert wirklich so oft, dass wir langsam angefangen haben zu denken, dass wir zwar durch die Erdbebenkatastrophe vieles verloren haben, aber entgegen dem noch viel mehr empfangen haben. Es ist wirklich die Tatsache, dass wir von der Liebe Gottes umgeben worden sind. Die Wärme vieler Mitmenschen hat uns unterstützt und wir haben es bis hierher geschafft. Wir haben viel gelitten, aber wir haben auch viel Gnade erfahren.

 

Die Evakuirung dauert nun länger als 4 Monate, wir werden mit der grausamen Realität der Erdbebenkatastrophe konfrontiert. Die Last des Zeitverlaufs wird Tag zu Tag schwerer. Es ist so als würde man uns langsam den Hals zuschnüren. Je länger die Zeit vergeht, desto mehr Arbeitsplätze machen konkurs, Leute werden Arbeitslos, die Erschöpfung hat schon längst den Höhepunkt überschritten.

 

Es ist so als würden sie mit voller Kraft den Marathonlauf rennen.so hat jemand unsere Situation geschildert. Mitten in der Katastrophe mussten wir mit voller Kraft rennen, um zu überleben. Aber man kann nicht ewig, über seiner Kraft hinaus mit voller Kraft durchrennen. Wenn man so weiter machen würde, geht man kaputt. Wir müssen unsere Krafteinteilung so neu einteilen, dass wir diesen Langlauf überstehen können.

 

Wenn man einmal anfängt über das verlorene zu grübeln, wird das Herz ganz leer und traurig. Ich habe zum ersten Mal gehört, das es ein Wort Kyojo-kakusa(wörtlich Übersetzt Unterschied(kakusa) wie bei der Situation (jo) der Schere (kyo):Scheren-Zustand-Unterschied)

Zu Zeitpunkt der Erdbebenkatastrophe stande alle am gleichen Start, aber nachdem der Wiederaufbau angefangen hat, gibt es Leute und Regionen, die immer vitaler werden und andere Leute, die in ihrer Traurigkeit untergehen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen wird immer größer. Gerade wie die Schere sich ausdehnt. Wenn es so ist, müssen wir aufpassen, daß wir nicht in den negativen Sog einbezogen werden. Das wir nicht aufgeben und unser Herz unter Kontrolle halten, auch wenn wir Nachrichten sehen sollten, wo es in anderen Katastrophengebieten der Wiederaufbau reibungslos weitergeht.

 

Gestern habe ich eine Sendung über den Einsturzunfall 700 m unter der Erde in Chile gesehen. Die ganze Welt hat damals gespannt auf ihre Rettung geschaut. Damals war es der ältere Mann Namens Omal, der jeden Tag die Bibel geöffnet hat und den anderen Mitarbeitern Mut gemacht hat, nicht die Hoffnung aufzugeben und auf Gott zu vertrauen und diese Schwierigkeit zu überwinden.

 

Wir müssen auch auf Gott vertrauen und zusammen diese Schwierigkeiten überwinden. Es ist gut zu weinen, wenn man weinen muss. Soviel zu weinen wie man muss, bis die Tränen nicht mehr kommen und in Schmerzen niederliegen und dann wieder aufstehen.

 

 

Der Gott der Bibel ist ein Gott, der die Schmerzen kennt.

 

Der Retter Jesus, über dem die Bibel berichtet, konnte die Menschen in ihrer Not nicht in Stich lassen und kam in diese Menschenwelt. Er selber, der Gott war, wurde Mensch. Der Gott,der mit dem Trauernden trauerte und mit den Weinenden weinte sagt über den Retter der Mensch wurde folgendes: Er war ein Mensch der Traurigkeit und kannte was Krankheit ist. Hier noch der berühmteste Bibelvers über unseren Retter:

 

Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Joh 3:16

 

 

Eines Tages wollte ich von dem Flüchtlingslager Hilfsgüter an ein anderes Flüchtlingslager bringen. Ich habe es in diesem Flüchtlingslager nicht mehr ausgehalten und musste nach draußen gehen. Ich habe erkannt, daß mein Herz verletzt war. Wenn man selber an ertrinken ist, kann man einen anderen, der auch am ertrinken ist nicht retten.

 

Nur Gott kann uns Menschen, die wir am ertrinken sind, eretten. Gott liebt uns so sehr, dass er seinen eingebohrenen Sohn für uns in die Welt gesandt hat. Jesus hat den Mensch, der wegen seiner Sünde verloren gegangen wäre, am Kreuz vergeben. Er ist gekommen um uns zu eretten.

 

Gottes Sohn wurde am Weihnachten, in Orient in einem Viehstall geboren, danach wuchs er als Sohn eines Zimmermans in der Stadt Nazareth auf, er selber arbeitete als Zimmermann und hat viel Leid und Schmerzen erfahren. Zum Schluss hing er am Kreuz und hat stellvertretend die ganze Schuld der Menschheit auf sich genommen. Er konnte bezeugen, daß der Weg der Vergebung und der Rettung durchbrochen war.

Er kam in diese traurige und schmerzhafte Welt, voll von Dunkelheit umgeben und wurde selber Licht, um diese dunkele Welt zu erleuchten. Wir leben in Leiden, lasst uns ihn als unseren Retter in unseren Herzen aufnehmen.

 

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch Ruhe geben

Jesus Christus

 

 

Beten wir zusammen

(Im Herzen)

Himmlischer Vater. Wir sind in den Leiden der Erdbebenkatastrophe. Hilf uns bitte. Schenke doch, das all die Schmerzen im Herzen in Freude umgewandelt werden.Dass wir die Toren der Herzen öffnen und den Retter Jesus Christus in unseren Herzen aufnehmen.Erleuchte die Dunkelheit und vergebe meine Sünden. Amen


Evakuirungbericht 27

Heute Morgen wurde in den Nachrichten berichtet, dass die Kalmusblume, die die Erdbebenkatastrophe überstanden hat, gerade blüht. Für die Menschen, die die Erdbebenkatastrophe überlebt haben, mag der eine rührende Anblick sein. Werden wir auch, nachdem wir die Erdbebenkatatstrophe überstanden haben aufblühen können?

Werden wir von der Erde hervorbrechen und wird in der Auferstehung unser unsterblicher Leib sichtbar werden? Der Schutt, der uns befallen hat, den wir selber nicht entfernen können. Wird der Schutt von Gott und durch Hilfe vieler Menschen beiseite geschoben werden?

 

Wir müssen unsere hilflose Situation anerkennen, wir sind auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen. Und wir erwarten geduldig DEN TAG. Als eingefleischter Tohokujin ( Ein Mensch aus Nordjapan. Nordjapaner sind für ihre Durchhaltevermögen doch um einiges zäher als andere Japaner, sagt man) erwarte ich von ganzen Herzen den Tag, wo der lange Winter überwunden wird und der Frühling wieder kommt.

 

Jetzt gerade ist der 3 Monat der Evakuirung. Mir wurde gesagt, dass es eine besonders harte Zeit sein soll. Es ist so als würde man mit voller Kraft den Marathonlauf rennen.hat mir jemand gesagt.

 

Wenn wir nicht mit ganzer Kraft gerannt wären, hätten wir an diesen Tag der Erdbebenkatastrophe, nicht überleben können. Aber wir können nicht ewig über unsere Kraft hinaus in voller Kraft durchrennen. Bis wann müssen wir wohl in voller Kraft durchrennen? Und wann sollen wir unseren Lauf verlangsamen und unsere Kräfte so einteilen, dass wir die lange Strecke durchhalten können. Kann es vielleicht sein, das wir uns eigentlich auf einer Mittel oder Langstreckenwettlauf befinden, aber es nicht wahrnehmen und mit voller Kraft, wie bei einem Kurzstreckenlauf, durchrennen?

 

Am Anfang haben wir gedacht, dass wir in einen Monat heimgehen können, aber wenn trotz unserer Erwartung der Wettlauf auf Mittelstreckenlauf umgestaltet wurde? Es scheint sogar den Anschein von Langstreckenlauf zu bekommen. Das war etwas Unerwartetes für mich. Es sind viele Informationen, die mich verunsichern. In dem Neuen Testament.Ich sehne mich nach der Macht Jesus und denke an die Szene , wo der Herr dem Wind und den Wellen des tobenden galliläischen Meer: Schweige , werde still!befohlen hat und alles in einen Moment ruhig geworden ist.

 

In dem Buch von Philip Yancey Was bringt es, wenn ich an Gott glaubewird das Wort von G.K. Chesterton angewendet,und er sagt,das  der Ausdruck, Mutter Erde nicht biblisch sei.

 

Die Natur ist nicht unsere Mutter, sie ist unsere Schwester. Sie ist mit uns Menschen gleich und ist ein gefallenes Geschöpf.So wie der Paulus in Römer 8:22 sagt: Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt.Wir leben auf einen gefallenen Stern. So wie der Mensch, hat sich auch dieser Planet von dem orginallen Plan Gottes entfernt.

 

Ich bin auch ein Japaner und sage ganz normal Mutter Erdeund habe wie viele andere Asiaten nie den Gedanken gehabt, das auch die Natur seufzt und auf die Erlösung wartet.Aber diesmal , das ein so großes Erdbeben passiern konnte und grosse schwarze Flutwellen auf uns kamen und alles mit sich gerissen hat. Als ich die Szene der Zerstörung gesehen habe, dachte ich mir, dass es eine Macht geben muß, die diese unkontrollierbare Gewalt der Natur unter Kontrolle hält.

 

Herr, das die Natur so verwüstet ist und wie nach einem Krieg ausschaut. Bitte stehe hier auf diesen Boden und sprich die Worte, die du einst auch gesprochen hast:

Schweige , werde still!(Markus 4:39) ,befehle es dem Boden, der nicht zum Schweigen kommt. Und sprich zu uns, die wir so von Furcht befangen sind, auch dein Wort, wie du damals zu den Jüngern geredet hast.

Seid getrost, ich bin es fürchtet euch nicht. ( Mark 6:50)  

 

18.Juni            In Osaka

Evakuirungsbericht 26

Es kommt öfters vor, dass ich über verschiedenes nachdenke. Das Leben Mose, er wurde in Ägypten geboren und kam auf einer sonderbaren Weise zu der Königstochter und genoss dort die königliche Erziehung. Aber weil es rauskam, dass er ein Jude war, musste er in Wüste fliehen, das ein drittel von seinem Leben, die ersten 40 Jahre. Dann folgen 40 Jahre, wo er in der Verlassenheit in der Wüste wohnt. Wenn das sein zweiter Teil seines Lebens ist, ist der dritte Teil seines Lebens der Höhepunkt. Er führt sein Volk aus Ägypten heraus. Ich hatte es bis jetzt nie so richtig verstehen können, warum Gott Mose am Ende seiner Lebensreise nicht erlaubt hat, das verheissene Land zu betreten. Aber jetzt wo ich mit 60 Gemeindemitglieder unsere Heimat in Japan verlassen mußte und seit paar Monaten auf Reise bin, fange ich an zu verstehen, das schon dieser Prozess eine abgeschlossene Geschichte für sich ist.

 

Jeder einzelner Mensch bekommt in seinen ganzen Leben nur eine bestimmte Begabung und Energie. Es kann nicht vorkommen, dass eine Reise unendlich weiter geht. Vielleicht ist die Aufgabe, die Gott einen jeden einzelnen Menschen in seinen Leben gibt, garnicht so viel. Moses Leben beginnt mit dem Geheimnis seiner Geburt, die Rettung aus Ägypten und dann das Ende der Reise. Und vielleicht war es einfach die Aufgabe seines Nachfolgers, in das gelobte Land einzutreten, das Volk dort sässhaft zu machen und die verschiedenen Probleme, die dabei auftreten zu lösen. War Moses Leben nicht genug gewesen, wenn er die letzen 40 Jahre vollendendet hat? Wenigstens in Gottes Augen, war es vielleicht genug gewesen.

 

Wir werden alle zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einen bestimmte Ort goboren. Wir bekommen alle irgendwelche Aufgaben und durchlaufen unser Leben an dem Ort, das für uns bestimmt worden ist. Moses Leben war genug gewesen. Es ist so als versuche ich mir selber Mut zu machen.

 

Egal wie, unsere Reise ist an und für sich schon eine vollendete Geschichte. Ich wünsche, dass es bald enden wird. Unsere Reise hat einen Prozess durchgemacht, dass wirklich genug ist. Oh, Herr, werden wir wohl noch genug Kraft haben, wenn wir diese Reise beendet haben und unsere Stadt und unsere Kirche wieder aufbauen können?

 

Als der Krieg in Korea ausgebrochen war, sind aus Pyonyan 100 Gemeindemitglieder und Familieangehörige geflohen, an der Spitze war der Pastor der Gemeinde. Der Pastor war damals mitte 30. Er hat die Gefahr in Norden gesehen und hat den Entschluss gefasst nach Süden zu ziehen. Wiedersehen und Abschied wurden wiederholt, die Reise die begonnen worde, war sehr hart gewesen. Er hat auch einen lebenslänglichen Abschied von Gemeindemitgliedern und Familienangehörige erlebt.

Als er in Seoul angekommen war, musste er sofort für 100 Gemeindemitglieder für ihre Existenz sorgen. Es war ein wahres Abenteuer.

 

Die Gemeinde, die dort entstanden ist, wurde später sehr groß von dem Herrn gebraucht und die harte Erfahrung, die er damals gemacht hat, wurde die Grundlage für den Segen, so habe ich es gehört.

 

Soviel man in der Vergangenheit an Prüfungen durchgemacht hat, soviel wird diese Erfahrung für den Menschen eine unergründliche Kraftquelle und in dem zufriedenen Herzen wird ein dankbares Herz geformt.

 

Wir sollten nicht nur immer klagen oder immer nur die negativen Worte befolgen und in Erinnerungen versunken sein.Nein, wir sollten den Schritt nach vorne wagen. Ich sitze gerade in dem Shinkansen (Jap. ICE). Die Reise hat immer einen Anfang und darauf folgt das Ende. Wir befinden uns mitten auf der Reise. Diese Zeit ist mit der Endstation verbunden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen auf einer Schiene. Auch wenn der Fortschritt nicht so leicht zu erkennen ist, die Reise geht weiter.

 

Das sage ich mir zu und werde in dem Zug, den ich nicht so schnell aussteigen kann (die jetzige Situation) mit ungeduldigen Gefühlen, drin sitzen. Eines Tages, werde ich wohl meinen Enkelkindern und Urenkelkinder erzählen können :Opa und Oma haben vor langer Zeit einmal so ein Erlebnis gehabt.Wenn vielleicht jemand einen Film mit so einen Anfang drehen könnte, wo Großeltern ihre Kindern Über die Vergangenheit erzählen. Dann sollten wir, als Modell dieses Filmes uns cool verhalten (oder würdig verhalten) und durchhalten.

 

Das Cool tuen kann uns vielleicht nützlich sein, wenn es wirklich darauf ankommt um nicht zu resignieren.

 

Und der Herr sprach zu Samuel: Bis wann trägst Du noch Leid um Saul, da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel? 1.Samuel 16:1

 

 

Im Shinkansen( Jap.ICE) gerade in der Gegend von Kakegawa 

 

7.Juni 

 

Sato Akira

Evakuirungsbericht 25

Gestern habe ich nach zweieinhalb Monaten wieder ein Ehepaar getroffen, die Mitglied der Gemeinde sind. Es geht ihnen immer noch so, wenn sie morgens aufwachen wundern sie sich, ob das alles nur ein Traum ist. Ich denke auch manchmal, ob ein Traum so lange anhält. Ich kann es nicht glauben, das in den modernen Japan 70.000 Leute ihr zu Hause verlassen mußten und über 20.000 Haushalte in Evakuirung leben (Im 20 bis 30km Umkreis von Fukushima Reaktor 1).Wer hätte sich das vorstellen können? Und wir sind auch betroffen und sind mitten drin.

 

Am 6.März, in der Woche wo die Erdbebenkatastrophe passiert ist, an dem Sonntag konnte ich es nicht ahnen, das in 5 Tagen das große Erdbeben passieren wird.

Ich soll in meiner Predigt an diesen Tag gesagt haben:「Wenn in Tohoku (Nordjapan) ein grosses Erdbeben wie in Neuseeland passieren wird, wird es wohl schwierig sein alles in 1 bis 2 Jahren wieder alles aufzubauen.」,das hat mir meine Tochter, nachdem sie die Aufnahme meiner Predigt gehört hat, berichtet.Ich konnte mich daran nicht mehr erinnern und war über meine eigenen Worte überrascht.

 

Es ist auch eine eigenartige Sache, das kurz nach der Erdbebenkatastrophe das Buch 「Junpu mo yoshi,gyakkyo mo mata yoshi (Auf deutsch würde der Titel lauten in etwa: Ein günstiger Wind ist gut und Gegenwind ist auch wiederum gut.-Autor dieses Buches ist Pastor Sato)」erschienen ist. Wer hätte gedacht die Erdbebenkatastrophe zu erleben, ganz plötzlich die Evakuirung und dann die Veröffentlichung des Buches. Es ist ein unglaubliches Timing.

Das Buch wurde vor der Erdbebenkatastrophe geschrieben und vom Inhalt her kann es überhaupt garnicht mit der Katastrophe zutun haben, aber weil der Titel so beeindruckend ist und dann der Subtitel 「Sohteigai koso Sohteinai(Unvorstellbar,unerwartet ist gerade eben Vorstellbar)」war,

(In Japan hat gerade TEPCO und der jap. Staat bei dem Reaktorunfall oft genug das Wort 「Sohteigai(Unvorstellbar, unerwartet」benutzt, um die unkontrollierbare Situation zu erklären oder sich rauszureden, denn man hat den Dieselmotor,der für Notzwecke benutzt werden sollte, falls alles Strom ausfällt, um die Reaktoren zu kühlen direkt am Meer hingestellt und für TEPCO war der Tsunami einfach 「Sohteigai(Unvorstellbar, unerwartet)」…)

Haben es viele Leute in die Hand genommen.

 

Ich wollte eigentlich zuerst den Subtitel 「Sohteigai koso Sohteinai(Unvorstellbar,unerwartet ist gerade eben Vorstellbar)」als Haupttitel nehmen, dennoch wenn man das Timing der Veröffentlichung, direkt nach der Erdbebenkatastrophe, bedenkt und die Wahl des Titel und Subtitel bedenkt, kann man es nicht einfach als Zufall erklären, nein eine klare Führung ist darin zu sehen.

 

Wenn man einmal die eigenartigen Zufälle so betrachtet, ist mir aufgefallen, das es schon vorher ähnliche sonderbare Führungen gab. Ich habe es schon paar Mal geschrieben, aber meine Frau hat seit 20 Jahren immer wieder geträumt, dass alle Gemeindemitglieder im Bus sitzen und auf einer Reise unterwegs sind. Es war ein sehr beeindruckender Traum gewesen und ein sehr eigenartiger Traum.

Dann das neu gebaute Gemeindehaus in 2008. Es hätte 100 Jahre halten sollen und dann mußte es nach zweieinhalb Jahren wieder geschlossen werden. Warum? Ich war irgendwie verärgert gewesen, aber je mehr ich darüber nachdenke, glaube ich mehr und mehr das es eine weise Entscheidung gewesen ist, das wir damals umgebaut haben. Wenn dieses Jahr März bei der Erdbebenkatastrophe, das alte Gebäude noch gestanden hätte, es hätte das Beben nicht ausgehalten und wäre eingestürzt.Mir ist eingefallen das vielleicht  die Leute, die drinnen gewesen wären, Schaden erlitten hätten.

 

Wenn ich so zurück denke, erinner ich mich dass wir oft miteinander gesagt hatten,「Wird dieses Gebäude ein großes Erdbeben standhalten?」  

 

Gott hat schon 5 Jahre vor dem Erdbeben angefangen durch ein Leck in unsere Herzen den Gedanken ein neues Gemeindehaus zu bauen, erweckt. Ich sehe immer mehr darin seine Vorsorge für die Erdbebenkatastrophe. 

 

Wenn doch der Tag kommen würde, wo alle Puzzelteile zusammen passen und alle Rätsel gelöst werden würden. Von Anfang bis Ende paßt alles zusammen und ergibt eine Geschichte.

Wenn mein Herz frei werden könnte von all den Sorgen, wenn so ein Tag schnell kommen würde, ja dieser Tag soll so schnell wie möglich kommen.

 

 

Nein, ich bin irgendwie aufgeregt, ist es wegen dem Shinkansen( Jap.ICE) mit dem ich gerade unterwegs bin? Ich versuche mich zu beruhigen und erinner mich and die Fußspuren Gottes, die er hinterlassen hat und sage mir selber 「Daijobu, Daijobu ( „wird schon alles“ oder „alles in Ordnung“)」im Herzen zu.

 

 

Die Parole soll sein 「Daijobu, Daijobu ( „wird schon alles“ oder „alles in Ordnung“)」

 

 

Denn so spricht der Gott, der Herr, der Heilige Israels:

Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillesein und im Vertrauen läge eure Stärke. Jesaja 30:13-14

 

 

30.Mai ( Montag )   Im Shinkansen ( Jap.ICE ) nach Kyoto

 

 

Evakuirungsbericht 24

Es wird langsam eine Geduldsprobe. Am Anfang haben wir nicht gedacht, daß unsere Flucht so lange andauert. Aus der Überlebungsflucht um zu überleben, haben wir gut überlebt und nun müssen wir uns mit der schweren Realität auseinander setzen. Der Schwerpunkt verschiebt sich und für uns ist es wichtig geworden in einen unnormalen Alltag den Alltag zu leben.

 

Unsere Reise dauert noch an und das Ende ist nicht zu sehen. Wenn es möglich gewesen wäre, das unsere Reise vor einen halben Monat beendet wäre.

 

Viele Menschen, die uns besuchen, sagen alle, dass ich etwas Ruhe brauch und mich ausruhen sollte. Ich muss einen sehr erschöpften Eindruck machen. Ich werde aufpassen, dass ich vor Erschöpfung nicht zusammenbreche.

Wir haben kein eigenes Wohnzimmer, wo wir uns ausruhen können. Es mag Tage geben, wo Besucher kommen. Aber wenn es jeden Tag ununterbrochen so weiter geht, ist es schon nicht normal.Wie lange es wohl noch dauert? Halte ich es wohl solange durch?

 

Die Schöpfung und Offenbarung ist für uns eine Hoffnung. Dort steht der Anfang und das Ende. Unsere Reise geht doch auch dem Ende entgegen. Gott ist ewig. Aber die Welt, die von Gott erschaffen worden ist, hat ein Anfang und Ende. Unsere Reise geht stets und ständig dem Ende entgegen. Laßt uns alles so interpretieren.

 

Es sind zweieinhalb Monate seit unserem plötzlichen Beginn der Reise vergangen. Jetzt wird sich unser Evakuirungsituation etwas verändern. Am Anfang ging es nur um das Überleben, aber nun kommen wir in ein Stadium, wo man auf die Nöte jedes einzelnen eingehen muss. In der lange andauernden Flucht, die mentalen Seiten und die familiäre Situation

 

 

 

Evakuirungsbericht 23

Wir leben in einem Internetzeitalter. Wenn heute die Arche Noah unterwegs wäre, wäre es eine Arche im Internetzeitalter. Die Urgemeinde in der Verstreuung wäre heute so, das man auf dem Weg unterwegs gegenseitig im Internet sehen kann, wo jeder gerade ist.

 

Diesmal bei der Erdbebenkatastrophe hat der Sohn, der in Europa lebt, von seinen Eltern ein SOS-Mail bekommen, sie seien in den Trümmern verschüttet und bräuchten Hilfe. Der Sohn hat dann im Internet um Hilfe gebeten und die Leute, die das gelesen haben, haben dann zusammen die Eltern aus dem Schutthaufen befreien und eretten können.

 

Oder ein anderer Fall, das Händy, das man den älteren Eltern gegeben hat, war ausschlag gebend, um sie im Durcheinander der Katastrophe wieder zu finden. Die Eltern waren durch die Katastrophe verwirrt gewesen und wussten nicht mehr ein noch aus.   

 

In unserer Gemeinde gab es auch paar ähnliche Fälle. Unser stellvertretender Pastor hat seit langen 365 Tage im Jahr an Gemeindemitglieder und sonst interessierte Leute eine Andachtsmail geschickt. Diese Adressenliste war für uns eine grosse Rettung. Wir konnten anhand der Liste rausfinden, wer, wo, in welchem Notunterkunft ist. Ob man unversehrt geblieben ist usw rausfinden. Person für Person konnten wir nachforschen und eine Gesamtübersicht der Gemeinde bekommen.

 

Dann die Homepage unserer Gemeinde konnte recht bald nach der Erdbebenkatastrophe wieder aktualisiert werden. Auf dieser Homepage haben wir das Befinden der Mitglieder in der Katastrophensituation aufgelistet und immer neu aktualisiert. Die Mitglieder, die in ganz Japan verstreut sind konnten dadurch erfahren, wie es jedes einzelnes Mitglied geht. Informationen und Gebetsanliegen wurden weitergeleitet und von allen zur Kenntnis genommen. Es ist ein gewisses Gefühl der Einheit entstanden. Die Informationen im Internet haben verschiedene Kreise gezogen und wir haben eine unerwartete Entwicklung.

 

Die Geschwindigkeit und die Weite der Entwicklung hat von Anfang an, unsere Vorstellungskraft weit übersteigt. Unsere Homepage wurde sogar an einen Tag mal über 200 000 mal angeschaut. Die Nachricht über uns scheint sich über Grenzen hin, auf der ganzen Welt sich zu verbreiten. Es ist schon eigenartig, wenn wir das so sagen, aber diese Geschwindigkeit der Verbreitung war für uns wie ein Tsunami, so schnell war diese Verbreitung.

 

Wir sind wirklich dankbar dafür. Wir sind nicht alleine. Die plötzlich über uns gekommene Erdbebenkatastrophe, aber wir sind nicht im Leid alleine und wir sind nicht vergessen worden. Als Beweis, viele Leute verfolgen unseren Werdegang und unterstützen uns. Die Entdeckung, daß gleich nach der Erdbebenkatastrophe so viele Leute auf uns ein waches Auge haben, konnten wir über das Internet wahrnehmen.

Diese Tatsache umgibt uns und stärkt uns. Wir sind sehr dankbar dafür. Diese Überraschung kam so plötzlich und so gewaltig, als wäre es ein zweiter Tsunami.

 Vielleicht übersteigt es sogar das echte Tsunami, was das Überrascht werden anbetrifft.

 

Heute kam zum Gottesdienst ein Mitglied, dem ich seit 2 Monaten zum ersten Mal wieder begegnet bin. Dieses Mitglied ging in eine Gemeinde in der Nähe. Obwohl dieses Mitglied zum ersten Mal dortgewesen ist hat man ihn nach dem Wohlbefinden seines Fusses gefragt. Obwohl er(oder sie) zum ersten Mal dort war, hat man in dieser Gemeinde schon vorher, auf der Homepage unserer Gemeinde die einzelnen Informationen dieser Person erfahren und gebetet. Sie haben sogar gewußt, daß der Fuß nicht in Ordnung sei und haben dafür gebetet, einfach eine unglaubliche Geschichte.

 

Kann es sein dass wir durch Zufall auf der ganzen Welt berühmt geworden sind?

 

Gestern kam auch von Amerika extra ein Ehepaar zu uns in den Gottesdienst. Sie sind in Amerika zum Glauben gekommen und gehen in Amerika in eine Gemeinde. Es war für sie das erste Mal, dass sie in Japan in einer japanischen Gemeinde gekommen sind und japanische Christen treffen.

 

Durch diese Erdbebenkatastrophe besuchen viele Amerikaner unsere Gemeindehomepage. Sie verstehen zwar kein Japanisch, aber sie haben uns über Videos im Internet verfolgt und beten für uns. Wir sind sehr dankbar dafür.

 

Ich habe mich dann gleich nach dem Grund erkundigt. Sie dachten: 「Japan ist ein Land mit nur weniger als 1 % Christen ist. In dieser Erdbebenkatastrophe hat ,man hat bisher garnichts davon gehört, dass eine Gemeinde betroffen war.Wir dachten in diesem Gebiet gibt es vielleicht kaum Gemeinden und es gab garkeine Christen, die von diesem Leid betroffen waren. 」Aber dann hätten sie über  das Internet erfahren, das es in Japan auch Christen gibt, die durch die Erdbebenkatastrophe betroffen sind und auf Flucht sind und trotz Not über das Internet über sich berichten. Sie seien wirklich überrascht gewesen.

 

Wir waren auch sehr überrascht.

 

 

Dieses Blog habe ich nicht angfangen, damit es von vielen Leute gelesen wird. In der Not, wo das Erdbeben, Tsunami und der Unfall von dem Reaktor aufeinander folgten, haben wir als dringendes Gebetsanliegen die ersten Zeilen an die Leitung von unserem Gemeinschaftsverband, wo wir angehören, geschrieben, mit dem Gedanken, soviele Leute wie möglich für die Fürbitte mobil zu machen. Es war am 13,März, 2 Tage bevor meine Frau und ich es versuchten, unsere Gemeindemitglieder in Fukushima zu besuchen. Unsere Nachricht verbreitete sich über das Facebook ganz schnell und ob Christen oder Nichtchristen, es verfolgten unerwartet viele Leute unsere Nachricht.

 

Seit der Erdbebenkatastrophe eigneten sich soviele überraschende Sachen, dass ich mir gedacht habe, dass ich nun abgehärtet bin. Aber diese unerwartete Entwicklung hat mich wirklich verblüfft.

 

Themenwechsel. Unser Hund ist diesmal auch von unserer Katatstrophe betroffen. Er war mit auf der Flucht und hat einiges durchgemacht. Ein Hund der auch von dem Unglück betroffen ist. 「Hast tapfer durchgehalten!」möchte ich ihm sagen ( vielleicht müsste ich mir ein bisschen mehr Zeit für ihn nehmen...) Er wird 14 Jahre alt, ein richtiger Seniorenhund und leidet etwas an grauen Star. Gewicht 2.7kg, ein kleiner Hund, Sorte Papillon.

 

Wenn man so zurückblickt, hat er auch verschiedenes durchgemacht. Er ist mit unseren Kindern aufgewachsen, wie sie zur Schule gegangen sind, Hochzeit, und die harten Überfälle unserer Enkelkinder (?), er hat alles miterlebt. Und nun hätte er ein ruhiges Leben mit seinem Herrchen, wie alle Haushunde es einmal erleben dürfen, führen können, aber dann kam die Erdbebenkatastrophe. Er hat auch nicht verstanden, was alles abläuft.

Er war auswärts unterwegs, als das Erdbeben passierte. Und dann mußte er seinem Herrchen mit auf dem Nonstopflucht unterwegs sein. Die Strecke, die er in den letzten 2 Monaten zurückgelegt hat, ist schon viel. Wie sieht er das ganze Geschehen wohl?

 

Er ist in Shizuoka geboren wordfen und ist in Tohoku (Nordjapan) aufgewachsen und ist von seinem Charakter her sehr geduldig. Egal wie oft man ihn fragt, er antwortet nur  「wuff!」. Wenn er vieles für sich behält und deswegen nur 「wuff!」sagt, kann ich nur von meinen Hund lernen.Aber vielleicht denkt er überhaupt garnichts ? Das ist, was ich manchmal befürchte.

 

Aber vielleicht denkt er trotzdem 「 wir sind aber schon lange auf der Reise」und

「Warum gehen wir nicht nach Hause?」

 

Egal was, er hat sicherlich nicht alles richtig verstanden, was passiert ist und dennoch lebt er Tag für Tag intensiv, das ist Tatsache. Das soll gut so sein. Ob er es versteht oder nicht versteht, er hat sein Bestes gegeben und er hat sicherlich seinen Stress als Hund (Hundestress?). Er hat vieles ausgehalten und hat egal ob er den Weg versteht oder nicht Tag für Tag gelebt. Darin teilt er das Los mit uns.

 

Wird unser himmlischer Vater, wenn er uns ansehen wird, zu uns sagen, daß wir in der Not wirklich unser Bestes gegeben haben?

 

16. Mai   Im Tohokushinkansen. ( Jap. ICE in Nordjapan) 

 

Evakuirungsbericht 22

Bei dem Berichtserstattungstreffen über die Katastrophe in Okinawa und gestern in Tokyo, kamen viele Leute. Wir sind sehr dankbar darüber. Gestern hatte ich ein Interview mit einer öffentlichen Zeitung. Nach der Erdbebenkatastrophe schaue ich nicht mehr soviel in die Zeitung oder die Nachrichten im Fernsehen an, aber wir wissen, daß der Unfall von Fukushima Reaktor Nr.1 groß in den Medien berichtet wird. Unsere Kirche liegt in den 5 Km Umfeld von diesem havarierten Reaktor.

 

Ob es unsere spezielle Lage ist, das eine Gemeinde weit weg von ihrer Heimat auf der Flucht ist? Auf alle Fälle, viele Leute sind um uns besorgt und denken an uns. Wir sind wirklich dankbar dafür.

 

Bei der diesmaliegen Erdbebenkatastrophe habe ich zum ersten Mal das Wort

„Kyojo-kakusa“(wörtlich Übersetzt Unterschied(kakusa) wie bei der Situation (jo) der Schere (kyo):Scheren-Zustand-Unterschied) gehört. Bei dem großen Erdbeben von Hanshin und Awaji, trat der Zustand ein, das mit dem Zeitablauf der Unterschied zwischen den Leuten immer deutlicher wurde. Gerade wie die Schere sich ausdehnt, manche Leute wurden immer vitaler bei dem Wiederaufbau nach der Katastrophe. Die andere Hälfte schien immer mehr niedergeschlagener zu werden. Der Unterschied wurde immer deutlicher. Wenn man diesen Zustand auf uns anwendet, dann gehören wir gewiss der hinteren Gruppe an. Je mehr die Zeit vergeht, desto mehr fühlen wir, dass die Last in uns immer schwerer wird. Wir können überhaupt keine Aufräumarbeiten machen. Das Haus kann beschädigt sein, aber ob es regnet oder, schneit, wir können nich nach Hause und unser Haus reparieren lassen. Niemand weiss, wie lange dieser Zustand so bleibt. Für uns gibt es kein Startzeichen zum Wiederaufbau.

 

Vielleicht bleibt unsere Heimat wie es am 11. März war, ausgeschlossen von der Strömung des Wiederaufbaus. Die Traurigkeit zerdrückt uns. In dieser Situation, erinnern wir uns daran, dass wir nicht alleine sind. Diese Realität ist für uns ein großer Trost.

 

Wenn wir nicht zurück können, vielleich können wir irgendwo ein christliches Dorf aufbauen, nach Hokkaido oder sonst wohin? Egal, vorerst eine Gemeinschaft bilden und dann den nächsten Schritt,,, so ein Gedanke hatte ich kurz gehabt. Irgendwo vielleicht ein Grundstück kaufen und dann ein Seniorenheim gründen. Unsere Mitglieder könnten die Ausbildung als Altenpfleger machen und neue Arbeitsplätze wären geschaffen. Wir könnten dann zusammen eine Wohngemeinschaft haben.....

Ich erinnere mich daran, dass unsere Gemeinde ab April geplant hatte, nach einem öffentlichen Antrag, einen Tagesservice für Senioren anzufangen.

 

Ab und zu denke ich, dass unser Leben in dem Freizeitheim ein ideales Tagesservice für Senioren sein könnte, es lebt von Säuglingen bis ältere Menschen zusammen und bildet eine Gemeinschaft. (Der Pastor Sato will vielleicht damit sagen, das die bunte Mischung der Altersgruppe in der Situation, ideal ist für ältere Menschen, nicht ganz abgeschoben zu sein, sondern eine gute Herausforderung für alle.)

 

Aber vor paar Tagen auf der Beerdigung sagte ein Gemeindemitglied zu mir :  「Pastor Sato, sie wollen sich doch wohl nicht in Okutama niederlassen? 」. Er traf den Nagal auf den Kopf. Es sind erst nur 2 Monate nach der Erdbebenkatastrophe vergangen. Wir dürfen noch nicht aufgeben. So wie in Psalm 126, für uns ist Zion die Heimat, wo unsere Gemeinde ist. Dort wollen wir, mit all denen die in ganz Japan verstreut leben, mit Freudenstränen und Begeisterung wieder zurückkehren. Wir wollen bis zu diesem Zeitpunkt warten. Ich habe mich an unseren Standpunkt erinnert und immer wieder mir selber Mut zugesprochen.

 

 

Ein Wallfahrtslied. Psalm 126

 

「Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte,

Da waren wir wie Träumende.

Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll jubel;

Da sagte man unter den Heiden:

Der Herr hat Großes an ihnen getan!

Der Herr hat Großes  an uns getan,

Wir sind fröhlich geworden.

Herr bringe unsere Gefangenen zurück

Wie die Bächen von Südland!

Die mit Tränen ernten, werden mit Freuden ernten.

Wer weinend hingeht und trägt den Samen zur Aussat,

Der kommt gewiss mit Freuden zurück

und bringt seine Garben.」

 

Psalm 126

 

 

11.Mai    In Okutama     

 

PS: Es ist etwas Zeit vergangen, um diese Seite aufs Internet zu bringen. Am Wochenende war die 4. Beerdigung. 4 Beerdigungen in einen Monat, das ist sehr viel.

 

Aber gleichzeitig wurden 6 Leute getauft. Halleluyah!

 

Diesmal waren einige Leute dabei, die nicht so ein Wasserfreund sind. Ich habe es schon vorher geschrieben, ich habe den Täuflingen die Freiheit gegeben, ob sie vorwärts oder rückwärts ins Wasser getauft werden wollen.

Bei jeder Taufe war erst die Frage  「Vorwärts oder Rückwärts?」vor der Taufe, die Mitglieder die im Badesaal drumrum standen hatten auch Spass dabei gehabt und es gab immer ein großes Lachen bei der Frage an den Täuflingen.

 

In der Wüste Negev, gibt es in der Regenzeit unvorstellbar starke Wasserströme. Werden wir bei unserer Rüclkkehr in die Heimat, auch miteinander sagen, dass wir es immer noch nicht glauben können? Und wird unser Lachen so strömend sein wie der starke Wasserstrom von Negev?

 

16. Mai ( Montag) 

 

 

Evakuirungsbericht 21

 

Ich bin gerade auf dem Weg zu einem Treffen nach Okinawa unterwegs, wo ich über unsere Lage in der Katastrophe berichten werde. Gestern ist wieder ein Mitglied unserer Gemeinde zu dem Herrn heimgegangen. Sie war krankgewesen, hatte dann einen Bruch erlitten und musste sich auf die Flucht begeben. Für sie, in ihrem hohen Alter muss diese Strapazen sehr hart gewesen sein. Wenn diese Katastrophe nicht passiert wäre, ich komme nicht um diese Gedanken herum.

Ich weiß, dass es für uns kein Leben gibt, wo wir uns fragen und sagen: 「Was wäre wenn…」. Ich hätte nicht gedacht, dass wir erleben werden, dass in 2 Monaten 3 Geschwister zu unserem Herrn heimgehen werden.

 

Ich weiss, dass der Wille des Herrn geschehen ist. Sein Wille ist weit höher als unsere Gedanken. Bei der Beerdigung von unserem Bruder im Herrn diese Woche, sind viele Leute gekommen. Es kamen insgesamt 60 Mitglieder, die verstreut überall in ihren Flüchtlingslager leben, zu der Beerdigung. Es war für uns ein Wiedertreffen von Gemeindemitgliedern. Der Bruder im Herrn hat durch seinen Tod uns wieder nach anderthalb Monaten zusammengeführt.

 

Der Mensch ruft durch seinen Tod Leute zu sich zusammen. Die Geschwister und die Familie von dem verstorbenen Bruder haben sich gewünscht, dass bei der Beerdigung das Evangelium verkündigt wird. Schüler und Eltern von der Englischsprachschule, Kollegen von seinem ehemaligen Arbeitsplatz und Familienangehörige kamen trotz Nachbeben zu der Beerdigung. Die Beerdigung war wirklich wie eine Evangelisation.

 

「..Und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist. 」Hebr.11:4

So wie es in der Bibel geschrieben steht. Das Leben und der Glaube werden weiter geerbt.

In der Osterwoche fand neben der Beerdigung auch eine Taufe statt. Auch hier wurde der Glaube und das Leben weiter geerbt.Die Beerdigung, es war noch in der Zeit wo die Gefühle der Menschen durch die Katastrophe aufgewühlt waren und die Leute offen waren für das Evangelium. Ob es der Bruder gewusst hat oder nicht, die Beerdigung war eine gute Gelegenheit um die frohe Botschaft weiter zu sagen. Der Bruder hat mit seinen eigenen Leben, zu den Leuten, die zur Beerdigung kamen, den Retter Herr Jesus bezeugt. Er hat damit seinen letzten Dienst hier auf Erden getan.

 

Letzten Monat folgten 2 Beerdigungen, aber wir hatten auch 2 Taufen. Diesen Monat werden 6 Leute getauft. Die erste Taufe nach der Katastrophe haben wir in dem Bad des Freizeitheims durchgeführt. Die eigentliche Taufe war am 13.3 geplant gewesen.

Die Schwester im Herrn, die an diesem Tag getauft geworden wäre, rief trotz Zwangsevakuirung der ganzen Stadt bedingt durch dem Reaktorunfall in der Kirche an und hat sich erkundigt, ob am nächsten Sonntag die Taufe wie geplant am nächsten Sonntag stattfindet. Es ist schon erfreulich, aber wenn es wirklich so gewesen wäre, dann hätte ich den stellvertretenden Pastor gefragt und ich hätte schon mal die Weite gesucht. (im humervollen Sinne).

 

In der Nähe von dem Freizeitheim fliesst der Tama-Fluß, ein sehr klarer Fluß. Wenn jemand fragt, ob er in diesen Fluß die Taufe empfangen kann. Das Wasser scheint sehr kalt zu sein, in diesem Fall beauftrage ich auch den stellvertretenden Pastor …

Ich habe selber über meinen eigenen humorvollen Gedanken gelacht.

 

Wenn man von schmerzlichen und schwermütigen Tatsachen umgeben ist, erscheinen einem kleine Geschehnisse oder Freudigkeiten riesig groß.  Man sucht im Unterbewußtsein, von ganzen Herzen nach irgenwelchen positiven Nachrichten. Egal wie klein, hauptsache etwas Positives und Erfreuliches.

 

Unsere Baptistengemeinde hat die Taufe ganz unter dem Wasser als Tradition. Wir haben überlegt, wie wir die Taufe in dem normalen Bad des Freizeitheimes, wo der Wasserstand nicht so hoch ist, durchführen sollen. Im Wasser forwärts fallen oder rückwärtsfallen?

Wir haben auch eine Demonstration durchgeführt. Einige Personen waren keine Wasserliebhaber, Aber die Schwester im Herrn, die oben erwähnt wurde, hatte kein Problem mit dem Wasser. Am Tag der Taufe. Ich habe sie nach vorne fallen lassen im Wasser, aber bei der Taufe, sie hatte für lange Zeit ihr Gesicht im Wasser gehabt.

Wollte sie das nachholen, was sie durch den Reaktorumfall verloren hat? 「 Nein, was denke ich, ich muss sie schnell aus dem Wasser rausholen. Sonst geht sie noch zum Herrn. 」 Ich habe ihr Gesicht sofort aus dem Wasser rausgeholt. 「Ich habe echt gedacht, ich werde sofort in den Himmel gehen.」Wir haben alle gelacht. So eine Taufe habe ich zum ersten Mal erlebt. Die Erdbebenkatastrophe lässt mich soviel unerwartetes erleben.

 

Auf dem Weg nach Okinawa schreibe ich diese Zeilen. Ich sitze gerade im Flugzeug.

Auf dem Weg zum Haneda-Flughafen habe ich die Schwebebahn von Hamamatsucho genommen.

Ich bin auch direkt am Meer vorbei gefahren. Wenn jetzt ein Erdbeben passiert und dann ein Tsunami kommt…werde ich wohl hier in der Schwebebahn zum Herrn heimgehen?

 

 

Es ist gut sich nach der Entscheidung, sich sofort zu taufen zu lassen und nicht damit zu warten. Ob die radioaktiven Strahlen vorhanden sind oder nicht, sich nicht von der Entscheidung abbringen zu lassen. Nicht bis nächste oder übernächste Woche zu warten. Sondern in diesen Moment vor dem Herrn seine Sünden zu bekennen und die Entscheidung , den neuen Schritt zu wagen. Hinter den Entscheidung zur Taufe, den ersten Schritt zu wagen, ist garantiert Gottes besonderes Wirken nach dieser Erdbebenkatastrophe zu spüren. Für uns, die wir so viel Abschied erfahren haben, ist die Geburt eines neuen Lebens, eine besondere Freude.

 

Ob radioaktive Strahlen da sind oder, ob das Wasser im Fluss kalt sein sollte, ich darf nicht zurückweichen. Das niemand zurück bleibt, laßt uns auch in dieser Erdbebenkatastrophe einen Schritt nach vorne wagen.

 

Aus meinem Portemonnaie habe ich verschiedene Gutscheine und Rabattkarten entdeckt. Es hört sich etwas inkonsequent an, aber ich dachte, wie schade, dass ich diese alle nicht rechtzeitig aufgebraucht habe.

 

Und dann vielen mir verschiedene Bedauernswertigkeiten ein. Die Rennovierungsarbeiten für unser Haus, das wir vor kurzem gemacht haben, und den Boiler, den wir vor kurzen neu gekauft haben, und den neuen Fernseher… endlose Reue. Es war so, als würde ich in einen negativen Sog versinken. Die Stadt ist doch menschenleer und die Läden sind alle geschlossen, die Rabattkarten sind nur noch wertloses Papier.

 

Ich musste erkennen, dass mein Herz an Gütern hängt und mein Herz nicht alles loslassen und vergessen kann. So wie die Frau von Lot sich umgeschaut hat, obwohl sie nicht nach hinten schauen durfte, und zur Salzsäule geworden ist, wie es in den Schöpfungsberichten berichtet wird. Mir ist die Geschichte gerade sehr ans Herz gewachsen.

 

In dieser Krise ist mein Herz auch verunsichert.

 

Die Leute von Okinawa waren einer der ersten Leute, die uns in der Not geholfen haben. Sie haben für uns gebetet und uns unterstützt. Sie haben unser Leben gerettet. Ich werde den herzlichen Gruß von unseren Gemeindemitgliedern ausrichten.

 

 

Es tut mir leid, dass ich nicht überall zu den Leuten, die uns in der Not geholfen haben, persönlich kommen kann. Ich bitte Sie um Verständnis

 

 

5.Mai   Tag des Kindes ( Japanischer Feiertag)    Im Flugzeug, von Haneda nach Naha

 

 

Sato Akira

 

Evakuirungsbericht 20

Diese Woche ist ein Bruder im Herrn in Alter von 54 zu dem Herrn heimgegangen. Gestern war in Fukushima die vorabendliche Trauerfeier, gestern wurde er dann eingeäschert (In Japan übliche Form der Beerdigung), übermorgen findet dann ein Gedenkgottesdienst in Tokyo statt und am Montag ist dann wieder in Fukushima die Begräbnisfeier. Innerhalb von anderthalb Monaten ist es nun die zweite Beerdigung. Ich glaube, das ist schon viel. Gestern morgen hat ein Mitglied gebetet: 「Schenk, dass wir alle in unsere Heimat zurückkehren können und zusammen Gottesdienst feiern können.」Es ist traurig, das dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht. Das die Beerdigung und die Trauerfeier, in Fukushima und in Tokyo sich kreuzen und alles unregelmässig statt findet, ist einfach durch die Zustand der Evakuirung bedingt und wir müssen es so hinnehmen. Heute und morgen wird unser stellvertretender Pastor und Evangelist nach Fukushima fahren und nächste Woche werde ich dann hinfahren. Wir können es nicht zulassen, das niemand in Okutama da ist. Der unregelmäßige Beschäftigungszustand geht in der Evakuiireungsituation einfach weiter. Wir Pastoren besitzen momentan keine Trauerkleider, deshalb werden wir in normaler Bekleidung an der Trauerfeier teilnehmen.

 

Vor 2 Wochen fand die Trauerfeier der 50 jährigen Schwester im Herrn statt und dann diese darauf folgende Beerdigung von dem Bruder im Herrn, es ist ehrlich gesagt schwer zu verkraften. Es war mein Wunsch, daß wir mit der ganzen Mannschaft wieder in unsere Gemeinde heimkehren werden und zusammen Gottesdienst feiern. Einer nach dem anderen geht zum Herrn heim und wir können nur Abschied nehmen.

Es ist verdrieslich (Hier dieser starke Ausdruck, um die Traurigkeit des Pastor Sato auszudrücken)

 

Unser Bruder im Herrn hat mit 30 Jahren hat einen bösartigen Geschwülst in der Lymphe bekommen und musste es ganz durch eine Operation entfernen. Danach folgten harte Jahre der Krankheitsbekämpfung und in dieser Erdbebenkatastrophe ist er mit 54 zu unserem Herrn heimgekehrt. Er ist immer regelmässig in die Gemeinde gekommen und nahm mit Freude am Gottesdienst teil. Seinen Dienst als Englischübersetzer im Gottesdienst war wirklich eine spezielle Gabe Gottes. Seine letzen Tage hat er in der Erdbebenkatastrophe verbracht. Seine Familie mußte ihn, wegen der Flucht (wegen dem havarierten Atomreaktor) eine Zeitlang alleine lassen. Er war alleine im Krankenhaus, wie einsam musste er sich gefühlt haben. Und danach folgte die Folgen der Panikmacherei, wegen der Atomkatastrophe und selbst in dem Krankenhaus wurden die Medikamente und andere nötigen Sachen knapp, weil niemand dort in die Gegen reinfahren wollte , aus Angst. Wieviel Angst mußte er gehabt haben, denn in dieser Zeit gab es noch viele Nachbeben. In dieser Zeit haben wir ihn noch paar Mal besucht, aber wie gesagt, wegen der weiten Entfernung zwischen Tokyo und Fukushima konnten wir ihn nicht so oft besuchen. Deshalb war jedes Mal das Händeschütteln beim Abschied sehr intensiv.

Ob er wohl mit betenden Gedanken war? Er hat lange, lange die Hand nicht losgelassen. 

 

Aber sein harter Kampf gegen die Krankheit hat auch ein Ende gehabt. Sicher hat Gott unseren Bruder im Herrn einen würdigen Tag zum Heimgang geschenkt. Es war am Ostern. Auch wenn er Röhren in den Hals hatte und nicht sprechen konnte und deswegen schriftlich sich verständigte, er schrieb kraftvoll weiter:

 「Auferstehung.Ich habe einen Auftrag.」

 

Mose, sein Leben betrug 120 Jahre. Er hat von dem Berg Nabo das verheissene Land gesehen und hat sein Leben beendet, ohne einen Fuß in dieses Land gesetzt zu haben. Hat er es wohl bedauert? Aber das Leben, das Gott ihn bereitet hatte, war nur bis dorthin. Er hat alles in die Hände seines Nachfolger Josua gegeben und wurde zum Herrn berufen.

Auch wir leben in der Hand Gottes. Und unser Leben ist eine Reise. Wie weit wird wohl unsere Reise gehen? Wielange werden wir wohl leben? Es ist unsere Aufgabe, den für uns bereiteten Reiseweg mit vollem Eifer bis zum Ende durchzuschreiten. Am Ende können wir alles in seine Hände legen und unsere Aufgabe abgeben und in Himmel aufgenommen werden. In dieser Woche wird auf der ganzen Welt Ostern gefeiert.

 

Möge die Beerdigung, trotz mitten in der Erdbebenkatastrophe und Teilnahme mit normaler Bekleidung für den Bruder eine würdige und treuherzige Beerdigung werden, erfüllt mit der Hoffnung der Auferstehung.

 

Oh Herr, leite uns.

 

 

30.April  ( Freitag )     Sato Akira

Evakuirungsbericht 19

 

Sicher ist, dass die Hürde für das Glücklich sein, niedriger geworden ist. Auch wenn wir wie Heringe zusammengepfercht, schlafen müssten, das man auf einer Futonmatte liegen und schlafen kann, erfüllt einen schon mit Dankbarkeit. Man ist gerührt, weil man  etwas zu essen  bekommt, sei es aus der Dose oder etwas Warmes. Und überhaupt noch am Leben zu sein, ist wirklich ein Grund zur Dankbarkeit.

 

Die Bundesstraße 6 in Fukushima-ken Hamadoori oder die Straße nach Sendai, liegt direkt am Meer und ich habe diese Straße oft benutzt. Vor allem der Sendai Flughafen, der diesmal überschwemmt wurde, die Straße dorthin entlang direkt am Meer bin ich oft genug gefahren. Es wäre gut möglich gewesen, dass ich am 11.März, zu diesem Zeitpunkt in die Tsunamiwellen geraten wäre. Auch hätte ich gut am Sendai Flughafen sein können, alleine ohne jede Hilfe. Aber ich bin am Leben erhalten worden.

 

Letzte Woche waren wir für 2 Tage unterwegs und haben unsere Mitglieder, die verstreut sind, besucht und Versammlungen abgehalten. Wir haben privat bei einen Mitglied zu Hause übernachtet. In einen Kotatsu (Def: eine Art Fußwärmer unter einem Tisch mit einer Steppdecke darüber, siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Kotatsu).zu sitzen und Nachrichten zu schauen, morgens die Zeitung zu lesen und dann Frühstücken. Nach anderthalb Monaten wieder normal in ein Wohnzimmer sitzen und sich entspannen, eine gelassene Stimmung, nichts besonderes, aber doch eine unaussprechliche Atmosphäre. Die sehnlich vermisste Alltagsszene erweckte in uns Erinnerungen. Die Missosuppe und der Tee, der uns dort serviert wurde, waren so köstlich gewesen.  Wir dachten an unsere Mitglieder, die auf uns in Okutama warten, aber meine Frau und ich haben dieses Glück heimlich zu zweit genossen.

 

Als wir dort waren, haben wir uns in unsere Heimat gewagt, es war das erste Mal, nach der Erdbebenkatastrophe, dass wir dort waren. Wir mussten aus der Kirche das Sparbuch mitbringen. Von oben bis unten waren wir eingekleidet in Schutzanzug. Wir waren sehr aufgeregt gewesen, als wir dort hinfuhren. Die Kirschblüten haben so schön geblüht. Die Trauerkirsche auf unserem Kirchengelände hat so schön geblüht, wie nie zuvor. Ein Hund lag gemütlich auf der Straße und hat uns nicht Platz gemacht, frei rumlaufende Kühe schauten verwundert zu uns Menschen, die wie Astronauten aussahen und auf  einmal auftauchten, rüber.

Neben unsere Kirche war ein Kuhstall. Waren diese frei rumlaufende Kühe vielleicht von diesem Stall? Hat der Eigentümer sie losgelassen, damit sie überleben können, trotz atomarer Bestrahlung?

 

Als eines Tages ein Gemeindemitglied, der  in den Reaktor arbeitet, mal nach unserer Kirche  vorbeigeschaut hat, sah er 18 Kühe in unseren Garten. 「Waas?」Wir haben doch nicht für die Kühe  vor 2 Jahren unser Gebäude erneuern lassen. Aber wir können es nicht ändern, dann sollen doch die Hunde und Kühe und was noch alles rumläuft unsere Kirche beschützen.

 

Und desto trotz, was soll ich machen, wenn ich 18 Kühen in Garten begegne, das waren so meine Gedanken, als ich zur Gemeinde fuhr und ich hatte etwas Herzklopfen. Es waren Kühe auf der benachbarten Wiese. Sie aßen ruhig Grass, als wäre bis jetzt nichts passiert. Sie schauten zu uns rüber, ihr Blick war nicht 「gut dass ihr wieder da seid」, sondern als würden sie sagen gegenseitig sagen: 「Kuck mal was da für komische Tiere kommen, haben wir diese nicht vor langer Zeit mal gesehen?」.

 

Die Kirsche blüht auch, egal ob Menschen da sind oder nicht. Für mich erschien es so, als ob die Tiere die Freiheit genießen würden, ohne Autos, keine Unfallgefahr.

Und haben vielleicht die Kirschenblüten, ohne von Menschen gestört zu werden, ihre Ruhe nicht genossen? Der Mensch denkt in seiner arroganten Art 「Wie traurig muss es doch für die Kirschblüte sein, nicht gesehen zu werden.」. Mit seiner Arroganz hat er die Erde erfüllt.

 

Hat Gott vielleicht uns Menschen wegen unserer Arroganz aus seiner Schöpfung ausgetrieben, wie er damals Adam und Eva aus dem Garten Eden ausgetrieben hat?

Nicht ganz ohne,,, dachte ich mir in meinen stickigen Schutzanzug.

 

Ist das eine Illusion? Oder ein Wahrtraum? Oder eine Wiederholung von Turmbau von Babel oder Sodom und Gomorra?

 

Nein, es ist der Anfang der Errettung dieser Welt durch unseren Herrn Jesus, wie es in Jesaja Kapitel 11 prophezeit worden ist.

 

「Und es wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stumpf Isais und ein Schössling hervorbrechen aus seinen Wurzeln. Und auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und er wird sein Wohlgefallen haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht nach Augenschein richten, noch nach Hörensagen Recht sprechen. Er wird die Armen mit Gerechtigkeit richten und den Elenden im Land ein unparteiisches Urteil sprechen, er wird die Erde mit dem Stab seines Mundes schlagen und den Gesetzlosen mit dem Hauch seiner Lippen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und Wahrheit der Gurt seiner Hüften.

Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen und der Leopard sich bei dem Böcklein niederliegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben. Die Kuh und die Bärin werden miteinander weiden und ihre Jungen zusammen lagern, und der Löwe wird Stroh fressen wie ein Rind. Der Säugling wird spielen am Schlupfloch der Natter und der Entwöhnte seine Hand nach der Höhle der Otter ausstrecken. Sie werden nichts Böses tun noch verderbt handeln auf dem ganzen Berg meines Heiligtums; denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis des Herrn, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken.」

Jesaja 11:1-9

 

Aus der Wurzel Isais, als Nachkomme Davids, wird der Retter Herr Jesus geboren. Er wird als König der ganzen Völker die ganze Welt richten und regieren. Und dann werden auf der Welt unglaubliche Dinge geschehen. Der Wolf wird bei dem Lämmlein wohnen. Es werden keine Übergriffe und Verletzungen sein. Auch der Leopard wird mit dem Böcklein friedlich zusammenleben und hinter dem jungen Löwen und dem Kalb wird ein kleiner Junge sie treiben. So etwas hat bis jetzt noch niemand erlebt. Der Löwe wird kein Fleisch mehr essen, ebenso  auch die Bärin wird mit der Kuh weiden. Außerdem wird der Säugling am Schupfloch der Natter spielen und der Entwöhnte seine Hand in die Höhle der Otter stecken, eine unglaubliche Szene.

 

 

Das ist wirklich ,wie in den Vers: 「Sie werden nichts Böses tun noch verderbt handeln auf dem ganzen Berg meines Heiligtums; denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis des Herrn, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken.」Dass das Reich Gottes kommen wird. Wenn es so werden würde. So wie die Erkenntnis des Herrn, den Meeresgrund bedeckt, wenn der Glaube diese Erde erfüllen würde. Der Mensch war vielleicht zu sehr von sich selbst überzeugt gewesen. Der Mensch hat sich vielleicht in ein Bereich gewagt, was er nicht betreten sollte.

 

Als ich die menschenleere und total veränderte Welt um mich so ansah und die Tiere und Pflanzen meiner Heimat beobachtete, war ich mir nicht mehr sicher, was der normale Alltag war. Der Mensch mit seinem selbstbewussten und herrischen Auftreten hätte hier in dieses Bild absolut nicht mehr gepasst.

 

Der Mensch, die Tiere und die Pflanzen, regieren niemand und werden von niemand regiert. Niemand ist oben und niemand ist unten. Das Luftschloss, das der Mensch sich selber Stück für Stück aufgebaut hat, wurde in einen Moment zerstört. Es fiel mir nicht schwer in diesen Augenblick, mir zu fragen, ob das vielleicht wirklich ein Anfang einer neuen Welt sein könnte. Alles Phantasie und Einbildung?

 

Im stickigen Schutzanzug umhüllt kamen mir verschiedene Gedanken.   

 

Ich habe von anderen Leuten verschiedene Heldentaten der hinterbliebene Tiere  gehört. Die 18 Kühe, die unsere Kirche beschützen, und der Hund der nicht wegging, als wir mit dem Auto angefahren kamen, davon habe ich schon berichtet.

 

Eine Familie machte sich Sorgen um die hinterbliebene Katze. Als sie dann zu Hause angekommen, die Haustür mit Sorgen öffnen, kam die Katze aus dem Haus entgegen gesprungen. Die Katze hat selber die Kühlschranktür geöffnet und überlebt.

Jemand anders dachte, dass sein eigener Hund, den sie angebunden hinterlassen hatten, verhungert sei. Aber dieser Hund hat es sich in dem Haus von seinen Herrchen gemütlich gemacht und dort im Haus nach essbaren gesucht und überlebt.

 

Die Menschen, die in Fukushima geblieben sind, leben auch tüchtig weiter. Egal was für Gerüchte kursieren, sie hängen die Wäsche draußen auf, pflügen ihre Felder und sind Fröhlich.

 

Wir sollten auch nicht den Mut verlieren, sondern viel mehr biegsam und tüchtig leben wie der Weidenbaum. Seht die Kühe in unserer Heimat an. Und die Blumen, die blühen ,egal ob da Menschen da sind oder nicht.

Hinter allem steht doch unser Gott.     

 

「Von dem Herrn werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn Ihm sein Weg gefällt. Fällt er, so wird er nicht hingestreckt liegen bleiben, denn der Herr stützt seine Hand. Psalm 37:23-24」

Herr, forme und reinige uns bis unser Weg in Deinen Augen würdig erscheint. Und gib uns, dass wir ganz selbstverständlich bezeugen können, egal wie es werden wird, weil Du da bist, wird alles in Ordnung sein.

 

 

Ich danke für ihre Gebete und Unterstützung von ganzen Herzen.

 

26.4.   Sato Akira

 

Evakuierungbericht 18

Stürmische Tage gehen vorüber. Letzte Woche kam fast jeden Tag ein Krankenwagen und brachte einige Leute ins Krankenhaus, manche mussten sogar im Krankenhaus bleiben. Es ist seither 1 Monat vergangen und ich glaube, dass die Erschöpfung sich langsam anstaut. Auch wenn wir unsere privaten Räume haben, es ist ein Leben in der Gemeinschaft und es ist anders, als  bei sich zu Hause. Es kommen jeden Tag viele Besucher und am Abend bemerkt man, wie der Tag in Windeseile zu Ende gegangen ist. Es kursieren zwar viele Informationen, aber wir haben Handvoll  mit dem alltäglichen Geschehen, das direkt vor uns bevorsteht, zu tun. 

Heute Morgen hat ein junges Ehepaar uns verlassen, sie haben eine neue Wohnung und Arbeit gefunden. Diese Woche wird noch ein anderes Ehepaar von hier wegziehen. Es ist gut möglich, das sie an den neuen Wohnort ansässig werden und unsere Gemeinde verlassen werden. Es ist traurig, aber ich möchte diesen neuen Reiseantritt segnen. Anderseits, letzte Woche kamen 2 Ehepaare und eine Person, insgesamt 5 Leute, hier neu zu uns dazu. Es ist noch auf Plan, dass noch 2 Paare dazukommen werden. Abschied und Begegnungen kreuzen sich. Ist es nicht wie ein intensiver Scheideweg auf der Lebensreise? Wie der Lebenspuls weiter schlägt,  so geht unser Leben weiter in Sorgen und Fragen, .  

Gestern im Gottesdienst gedachten wir an unsere Schwester im Herrn, die im Tsunami ihr Leben verloren hat und jetzt beim Herrn ist.  Wir hatten auch eine Taufe. In meiner Predigt habe ich das Lied von Seikabuch Nummer 397 Im fernen Lande und am Ende des Meereserwähnt und zusammen gesungen.

( Dt.Titel freie Übersetzung aus dem japanischen, engl Titel des Liedes:  There’s a Light on the Cross’)  

Dieses Lied wurde von dem Missionar JV Martin geschrieben, der bei dem Großen Erdbeben von Tokyo 1.Sept. 1923 die Überlebenden beobachtet hat, die auf dem Gelände von dem Meiji Gakuin Schule zusammen gekommen waren. Er hat das Lied gedichtet, um das Kreuz zu beschreiben, das er in den überlebenden Japanern gesehen hat.   

 

1)Schaut! Ihr Leute, die ihr wohnt im fernen Lande und am Ende des Meeres. 

Der immer bleibende Herr bringt Trost, sein Kreuz scheint hell. 

Er bringt Dir Trost, Er bringt mir Trost. 

Auf dem schwankenden Boden stehend, scheint das Kreuz still aber hell. 

Der immer bleibende Herr……..(Wiederholung siehe Vers 1) 

2)Wasser überfluten, Brant bricht aus, der Tod streckt die Hand aus und wartet 

Der immer bleibende Herr bringt Trost (Wiederholung siehe Vers 1) ……..
 

3)Wenn Du den Blick nach Oben richtest, wirst Du Dich nicht fürchten. 

 Es gibt keine Trauer und Sünde verschwindet.   

Der immer bleibende Herr bringt Trost (Wiederholung siehe Vers 1) 

Es wurden Moskitonetze an die Überlebenden, die sich auf dem Gelände der Meiji Gakuin Schule versammelt hatten, ausgeteilt. Er sah in dem Kerzenlicht, das aus den Moskitonetzen leuchtete, ein Kreuz. Schaut ihr Leute aus dem fernen Lande, das große Erdbeben, das am Ende des Meeres passiert ist. Das Kreuz leuchtet trotzdem auf den bebenden Boden.  

Das große Erdbeben von Tokyo hat einen großen Brand ausgelöst. Viele Menschen sind in Flüssen und Teiche gesprungen, viele Menschen sind immer weiter reingesprungen, deshalb sind viele Menschen ertrunken oder wurden durch die Menschenmassen erdrückt und kamen ums Leben. Die Leichen strandeten in der Tokyo Bucht. Das Wasser kommt zum Überlaufen und das Feuer brennt, der Tod breitet die Arme aus und wartet, aber der immer bleibende Herr, sein Kreuz leuchtet..  

Der 1.September in Tokyo damals, es war ein heißer Tag. Die Aussicht, nach dem Brand war wie nach dem Krieg. Es wurden Moskitonetze an die Leute verteilt und das Kerzenlicht in den Moskitonetzen sah aus, als würde das Kreuz in die Dunkelheit hineinleuchten.  

Wir haben in dieser Passionswoche das Kreuz Jesu betrachtet. Der Missionar Martin sah  in den Überlebenden von dem  großen Erdbeben in Tokyo ( im Jahr 1923, zur Erinnerung ) das leuchtende Kreuz und entdeckte darin Trost und Hoffnung. Es ist tatsächlich so, eine Schwester im Herrn von uns stand nervlich am Ende mit ihrer Flüchtlingssituation und hat alleine gebetet. Da kam jemand von der naheliegenden Gemeinde zu ihr, weil sie durch dass Homepage unserer Gemeinde erfahren hat, dass ein Mitglied von uns dort ist und hat im wunderbaren Moment Gottes Trost erfahren.

Eine andere Schwester im Herrn hat in dem Krankenhaus, wo ihr Mann lag, erstaunlicher Weise Menschen getroffen, die mit dem christlichen Glauben was zu tun hatten. Zu Letzt konnte sie mit einen Pastor, den sie zum ersten Mal getroffen hat, in dem Krankenzimmer beten und wurde dadurch reichlich gesegnet. Sie hat es mit viel Freude erzählt. Es ist so als wären wir von Gott ringsum umgeben.

Ob wir Schulter an Schulter leben, oder fristeten wir in der Einsamkeit regungslos dahin, das Kreuz unseres Herrn erleuchtet die dunkele Welt und umgibt uns mitten in der Not.  

Erhalten wir, weil wir verloren haben? Wir haben vieles verloren, aber wir schauen desto mehr auf unseren Herrn Jesus und unser Verlangen nach ihm wird stärker. Wir erleben es wirklich, dass die Verbundenheit zwischen den Geschwistern gestärkt worden ist.  

Übrigens, wir gedachten mit dem Seika-Lied 687 an unsere Schwester im Herrn, die mit 50 Jahren von den Tsunamiwellen davon geschwemmt worden ist und heimgegangen ist. 

Bald in Ferne 

1.           Bald Nahe an der Strömung in der Ferne, werden wir uns fröhlich wieder sehen mit unseren Freunden.  

An dem schönen Fluss nahe bei Gott, wenn wir uns wieder sehen werden, Erinnerungen werden dann wach. 

2.           An dem Strom, das Klarer ist als das Kristall, werden wir den Herrn loben mit den Engeln.  

An dem schönen Fluss.,..(Wiederholung wie in Vers 1)
 

3.           An dem Strom, der Leuchtet wie das Silber, werden wir unseren Retter treffen.An dem schönen Fluss ( Wiederholung wie in Vers 1)

 

4.           All unsere guten Dienste, nahe am Strom werden wir die Krone des Lebens erhalten.

An dem schönen Fluss ( Wiederholung wie in Vers 1) 

 

Hier wird der Anblick, wie es der Apostel Johannes in Offenbarung 22 geschildert wird, besungen. Dort fließt von dem Thron des Herrn der Fluss des Lebens, das Leuchtet wie das Kristall. An dem Ufer von dem Fluss steht der Baum des Lebens und trägt Früchte.

Und folgt mit  die Blätter des Baumes diene zur Heilung der Völker, man denkt an diese Verse von Offenbarung 21:3-4 Siehe , das Zelt Gottes bei den Menschen. Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen..

 

Als ich diese Verse sang, dachte ich im Herzen , das unsere Schwester im Herrn zu dem Lebensfluss im Himmel erhöht worden ist. Was für eine Angst muss sie gehabt haben, als sie die Tsunamiwellen vor sich sah. Sie hat ihre Familie geliebt und hat bis zum Schluss hart gearbeitet, war Treu in ihren Dienst und hat unter Tränen im Gebet unsere Kirche besucht. Sie hat nicht einfach ihr Leben hier auf Erden durch die Tsunamiwellen beendet, sie wurde in den Himmel erhöht, wo der Lebensstrom fließt.

Deshalb lasst uns auch singen. Die Hymnen , Vers für Vers andächtig, rückblickend auf den Lebensweg.




Gestern kam ich von Osaka zurück. Ich betrachtete die Kirschblüte durch ein Fenster der Traurigkeit. Sie macht mich traurig. Etwas in mir hat sich verändert seit dem Tag, an dem das Desaster uns traf.

Gestern erhielten wir eine traurige Nachricht. Ein Gemeindeglied, mit dem wir den Kontakt verloren hatten, ist tot aufgefunden worden. Er war von der Tsunami mitgerissen worden, als er in der Nähe der Küste mit dem Auto fuhr. Mitarbeiter der Gemeinde werden morgen hinfahren und einen Erinnerungsgottesdienst für ihn abhalten. Alles erscheint mir, als sei es in Trauer. Die Passionswoche beginnt und das macht alles noch trauriger.

Petrus schrieb den Gläubigen, die wegen der Verfolgung in den Untergrund gingen. Die Gemeinde damals hatte sicher auch
solche, die krank waren oder starben und begraben werden mussten. Als sie zerstreut wurden, waren sicher auch Kranke oder Verletzte dabei. Andere sind vielleicht gestorben oder wurden unterwegs begraben. Die Leute, die in Noah’s Arche waren, verbrachten über einen Monat zusammen. Ich stelle mir vor, was sie alles erlebt haben, als sie für die Tiere sorgten.

Die frühen Christen reisten viele Meilen, um Leute in der Zerstreuung zu besuchen und um neue Gebiete zu erreichen. Das
Team, das zur Beerdigung nach Fukushima geschickt wurde, wird für drei Tage dort bleiben, weil das Krematorium so ausgelastet ist. Sie berichten, dass sie Gemeindeglieder besuchen, gemeinsame Veranstaltungen haben und geschätzt werden. Es scheint, dass diese Not unsere Beziehungen stärkt.

„Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle.“ Sprüche 25,25

Am nächsten Sonntag werden wir während des Gottesdienstes eine Gedenkfeier für eine liebe Schwester haben und auch eine
Taufe. Ich schlug den darauffolgenden Sonntag, Ostern, für die Taufe vor, aber die Person wollte gern am Palmsonntag getauft werden. Für die Gedenkfeier (Trauerfeier) werden wir einen selbstgemachten Beerdigungsaltar haben,  um unsere Schwester zu verabschieden. Für die Taufe benutzen wir das große japanische Bad des Freizeitheims und erinnern uns an Jesus, als er im Jordan stand.

Als ich von Osaka zurückkam, empfand ich ganz stark, dass dies nun unsere Arche ist. Obwohl das Freizeitheim zum Tokiogebiet gehört, sind wir umgeben von Wäldern, die uns des Schöpfer Heilung schenken. Jeden Tag sind wir von der Güte unseres himmlischen Vater reich beschenkt und finden Freude inmitten von Traurigkeit.

Bei der Taufe am Palmsonntag werden wir uns erinnern an die Hoffnung, die Gott gibt, wenn wir uns an das Leiden unseres Herrn erinnern. Wir freuen uns darauf, Ostern zu feiern. Wir sind schwach und doch stark. Wir haben nichts und doch ist uns alles gegeben. Hallelujah





In dieser Woche ist unser Leben wieder etwas zum normalen Alltag zurückgekehrt. Um 7 Uhr frühstücken die Kinder und gehen dann mit den anderen Kindern aus der Gegend zur Schule. Am ersten Tag waren sie recht nervös. Wir beobachteten sie und machten Fotos, als wir sie verabschiedeten. Es war so gut, sie sagen zu hören „ich bin wieder zu Hause“, als sie zurückkehrten. Das verunsicherte mich aber auch, denn mir war, als sei das Desaster gar nicht passiert. Sie sahen so glücklich aus mit ihren Schulranzen, die ihnen Leute aus der Gegend gegeben hatten. Aber es brachte auch Lächeln auf unsere Gesichter.

Zu unserem ersten Gottesdienst am 3. April kamen 70-80 Leute. Gemeindeglieder, die in Tokio Unterkunft gefunden hatten,
kamen dazu mit ihren Familien. Es ließ mich realisieren, wie stark die Gemeinde ist. Wir haben unser Kirchengebäude verloren und alle unsere Dokumente, Aufzeichnungen und Pläne. Die Gemeindeglieder sind zerstreut. Aber die Gemeinde hat überlebt. Auch wenn wir hin und her geschoben werden und zerstreut, die Gemeinde stirbt niemals.

Um ehrlich zu sein, als der Unfall am Reaktor geschah nach dem Erdbeben und dem Tsunami, dachte ich, dass unsere missionarische Aufgabe zu Ende sei. Die Städte waren radioaktiv verseucht und jederman war verschwunden. Deshalb dachte ich, dass unsere Gemeinde am Ende sei, beendet in einer Art und Weise, wie es sich niemand in ihrer 70jährigen Geschichte hätte vorstellen können. Ich musste starke Emotionen unterdrücken und diese Tatsache akzeptieren. Ich half einigen Gemeindegliedern Arbeit zu finden, bat Pastoren anderer Gemeinden, sich um Leute zu kümmern, die wegzogen und bei Bekannten untergekommen waren und ließ einige unserer Gemeindeglieder in der Obhut anderer Gemeinden. Es schien, als ob mein Dienst zu Ende war. Doch nun haben sich die Dinge weiterentwickelt in einer Art und Weise, wie ich es mir nie hätte vorstellen können und die Gemeinde hat überlebt.

Ich weiß aus dem Neuen Testament, dass die frühe Gemeinde durch Verfolgung und Zerstreuung wuchs. Wer hätte gedacht, dass im heutigen Japan gewöhnliche Christen in Tohoku ihr alltägliches Leben verlieren würden und überall hin zerstreut? Aber selbst in dieser Lage haben sie es geschafft, wieder miteinander Kontakt aufzunehmen und daran festzuhalten, Teil des Leibes Christi zu bleiben. Es mag übertrieben scheinen, aber eine erweiterte Gemeinde ist entstanden, die uns unterstützt und nationale und denominationale Grenzen überwindet. Ich frage mich, wessen Plan das ist.

Am Samstagabend sprachen meine Frau und ich über die starken Beziehungen, die wir haben. Wir sind ganz gewiß im Zentrum der Gemeinschaft einer Gemeinde. Doch nun wissen wir, dass da eine Welt ist, die wir bisher noch nicht so wahrgenommen hatten. Das ist ein weiterer Schatz, den das Desaster uns gebracht hat.

Von dem HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, und er hat Gefallen an seinem Wege. Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand. Psalm 37:23-24

In Yonezawa hatten wir die Abschlußfeier für Schule und Kindergarten an einem verschneiten Tag. Diese Woche nun hatten wir die Feiern zum Schulbeginn, aber wir hatten keine passenden Kleider. Die Leute vom Freizeitheim besorgten uns welche von Bekannten, die uns paßten. Das wird eine der Geschichten sein, die wir später erzählen können, wenn wir auf die Zeit in Okutama zurückblicken.

Es gibt einige ernstere Angelegenheiten. Ich organisierte ein Treffen für die Leute, die Arbeit suchen und 10 kamen. Teenager, für die die Oberschule beginnt oder die an der Uni anfangen wollen, müssen nun Entscheidungen treffen. Sie überlegen, ob sie von Okutama aus jeden Tag zu einer Schule in erreichbarer Nähe fahren sollen oder mit Fernunterricht beginnen. Das Desaster hat viele Verbindungen unterbrochen. Ich hoffe sehr, dass unsere Herzen nicht zerbrechen. I muss diesen Leuten als Pastor dienen, bitte beten Sie für uns.

P.S.: Diese Woche reiste ich nach Kyoto zur Hochzeit eines unserer Gemeindeglieder. Sie hat die Bibelschule abgeschlossen und heiratet einen Pastor. Sie sagte: „Wenn ich an das Desaster denke, dann möchte ich lieber ein Trauerkleid tragen statt meines Hochzeitskleides“. Mein Herz bebte. Von einem Fenster im zweiten Stock hatte sie voll Horror miterlebt, wie Wellen über die Tsunami Schutzbarrieren, die gebaut wurden um den Tsunami aufzuhalten, hinwegschlugen und auf ihr Haus zukamen.



Ich schätze die Gebete von so vielen von euch. Gestern am späten Nachmittag kamen wir im Freizeitheim in Okutama an. Wir hatten das verschneite Yonezawa um 10 Uhr morgens verlasssen nach 15 Tagen dort und haben viele Erinnerungen mitgenommen. An unserem neuen Ort ist schon Kirschblüte … Hier werden wir eine Weile bleiben. Wir haben uns jeder in seinem Zimmer eingerichtet und in der Nähe sind Schulen, Ärzte und ein Postamt.

Viele Leute kamen, um uns in Yonezawa zu verabschieden. Wir mussten Hilfsrationen wie Reis, Essen in Dosen und Fertignudelgerichte mitnehmen. Als wir noch einen Karton in das schon vollgepackte Auto reinpfropften, murmelten wir, „ Wann haben wir nur soviel angesammelt?“ Ich frage mich, ob wir bei unseren Brüdern und Schwestern in Yonezawa einen schlechten Eindruck hinterließen.

Als wir losfuhren, war ich besorgt, dass wir einen Unfall haben könnten, weil die Autos so überladen waren, oder dass Leute
von der Presse kämen und berichteten, wir wären habgierig geworden. Wir stimmten überein, dass wir schon so viel Übung im schnellen Packen und Weiterreisen bekommen haben, dass wir Experten geworden sind. Reporter könnten sagen, dass dieses Desaster eigenartige Menschen geschaffen hat. Wir lachten darüber. Doch jeder betet und sehnt sich in seinem Herzen danach, dass dies der letzte Umzug sein wird. Wir versuchen unsere Lage auf die leichte Schulter zu nehmen. Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Es zieht sich so lange hin! Ich wünschte, dass es bald zu Ende ist, aber das steht nicht in unserer Macht. Darum muss ich diese Gedanken unterdrücken und weiterfahren mit Angst und Erwartung.

Wo immer ich hingehe, ich scheine ständig “Danke“ zu sagen. Bei den Mahlzeiten denke ich an die, die die Zutaten geschickt haben und an die, die Mahlzeit zubereitet haben. Ich danke denen, die die Kleider geschickt haben, die wir tragen und alles andere, was wir brauchen und danke dem Herrn, der sie dazu bewegt hat. Unsere Rettung in solch einer schweren Zeit und alles was wir empfangen haben sollte uns verändern. Herr, möchten wir dankbare Herzen haben für den Rest unsers Lebens und nicht nur während dieser Zeit der Not!

Ich hatte vorher geschrieben, dass ich eine Diät machen wollte. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich habe den Eindruck, dass ich in diesen Tagen zu viel esse, weil ich versuche, alles zu essen, was mir vorgesetzt wird. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich darüber froh sein soll oder nicht, aber ich muss berichten, dass ich wieder zunehme. Ich bin dankbar für Gottes Versorgung für uns.

Es ist wärmer hier in Okutama. Magnolien und Pflaumen blühen. Die, denen es nicht so gut ging und auch die Älteren fühlen sich wieder besser. Ich bin so erleichtert, dass wir hier sind. Gott versorgt uns gewiß! Halleluja!

Ich muss auf den Großen Hirten schauen, während die Kinder zur Schule gehen, Leute auf Arbeitssuche sind und die Kranken versorgt werden müssen. Ich brauche viel Weisheit und Kraft für dies Versorgen rund um die Uhr.

Wir verließen unsere Häuser mit praktisch nichts dabei. Laßt uns nicht vergessen, wie gut der Herr zu uns gewesen ist. Er hat uns auf Seinen Flügeln getragen, uns beschützt und versorgt. Ich möchte mit Ihm gehen, ihn anbeten, bis zu dem Tag, an dem Er unsere Reise zu Ende bringt.

Dies ist unsere vierte Station seit dem Evakuierungszentrum, wo es kalt war und wir wenig Privatsphäre hatten. In Okutama ist es ruhig und warm und wir sind auf dem Weg zu einem normalen Leben.

Wir schätzen eure Gebete....




Es gibt Zeiten in unserem Leben, wenn wir neue Menschen treffen und Zeiten, wenn wir uns von denen trennen müssen, die wir kennen. In diesen Tagen erlebe ich mehr von dem letzteren. Heute Morgen haben wir uns auf den Weg in den Süden gemacht. Es ist das dritte Mal, dass wir umziehen auf unserer Suche nach einer Bleibe.

Gestern Abend organisierten die Geschwister der Yonezawa Gemeinde eine Abschiedsfeier für uns; sie servierten uns selbstgemachte Soba Nudeln und Süßigkeiten. Wir waren nur zwei Wochen dort, aber ihre Freundlichkeit gab uns das Gefühl, als ob sie unser Leben gerettet hatten. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Wir hatten nichts als Gegengeschenk für sie, fanden aber einige Schokoladensüßigkeiten in den Hilfepaketen, die wir zu Halsketten machten und dem Pastor der Gemeinde übergaben zusammen mit Karten von uns allen. Wir sangen ein letztes Lied und gaben uns die Hände zum Abschied. Viele weinten, andere schluchzten laut. Das half mir, weniger verlegen zu sein wegen meiner eigenen Tränen.

Auf unserer Reise von einem Evakuierungszentrum zum anderen treffen wir so viele Leute, die uns helfen. Ich weiß nicht, wie wir ihnen danken sollen.

Schnee fällt, als wir Yonezawa hinter uns lassen und uns auf den Weg nach Tokio machen, wo wir uns ein Maß von Normalität erhoffen. Familien brauchen ihren eigenen Platz. Menschen brauchen eine Privatsphäre. Es fällt uns sehr schwer, weiter weg von Fukuschima zu ziehen, aber es ist an der Zeit, diese Entscheidung zu treffen. Herr, bitte schütze besonders die Alten und Schwachen auf dieser langen Reise in den Süden.

Meine Pläne ab April wurde ausradiert und Gott schreibt seine neuen Pläne in meinen Terminkalender. Niemals hatte ich vor, nach Tokio zu ziehen. In meinem Herzen wünsche ich mir, in meine Heimat zurück zu gehen und zu meiner Gemeinde. Mit der Hoffnung, dass dies die letzte Station sein wird, bevor wir wieder heimkehren können, fahren wir Richtung Süden. Vielen Dank, ihr unsere Brüder und Schwestern in Yonezawa!

Vielen Dank denen, die uns Hilfsgüter brachten! Vielen Dank
denen, die Benzin und andere Dinge von Niigata her transportierten! Danke allen, die für uns gesorgt haben, für uns gebetet und uns aus der Ferne unterstützt. Bitte vergebt uns, dass wir nur empfangen und euch eure Liebe nicht vergelten können.




Das war ein langer Tag.

Heute morgen verließen meine Frau und ich zusammen mit einem Mitglied unserer Gemeinde das Haus meines Schwiegersohns in Ushiku und fuhren nach Iwaki (Anmerkung: eine Stadt nahe an der 30 km Grenze um das Atomkraftwerk mit ca. 340.000 Einwohnern). Dort trafen wir uns mit einigen unserer Gemeindeglieder, die trotz der Strahlenbedrohung geblieben waren, weil sie kein Benzin bekommen hatten. Nach unserm  Treffen mit ihnen fuhren wir weiter und besuchten andere Gemeindemitglieder in einem Krankenhaus in Sukagawa und in einem Altenheim in Aizu. Mitglieder unserer Gemeinde sind  zurückgelassen worden wie die zerstreuten Gläubigen der frühen Kirche. Erst spät erreichten wir die “Arche” in Yonezawa.

In Iwaki hatte uns wir eine über 80jährige Frau vor ihrem Haus begrüßt. Mit Tränen hieß sie uns willkommen, nahm meine Hand und sagte: “Pastor, Sie sind unversehrt. Wie mich das freut!”

Das Desaster liegt nun schon über zwei Wochen zurück, aber hier ist die Uhr stehengeblieben. Oft weiß ich nicht, welcher Wochentag es ist. Seit dem Tag des Desasters habe ich noch kein Fernsehn geschaut oder die Zeitung gelesen. Ich fühle mich nicht in der Lage dazu. Ich frage mich, ob es daran liegt, dass wir über unsere Kräfte hinaus zu tragen haben oder ob es ein Zeichen von posttraumatischen Belastungsstörungen ist.

Am Tag vor dem Desaster beobachteten meine Frau und ich etwas ungewöhnliches - einen flammenden Sonnenuntergang, der bis zum Auslöschen zu brennen schien. Es war so außergewöhnlich, dass ich daran dachte, ihn mit der Videokamera aufzunehmen. Ich sagte zu meiner Frau, es könnte ein Zeichen für ein Erdbeben sein, ohne zu erwarteten, dass es wirklich zutreffen könnte. Ist es möglich, dass der Herr uns ein Zeichen gab, bevor dieses Desaster geschah?

Herr, wenn das so ist, dann frage ich dich, wann werden wir wieder nach Hause gehen können? Was kommt auf uns zu in den vor uns liegenden Tagen? Es ist so schwer rauszufinden, wenn man den Weg nicht kennt. Aber wenn du uns ein Zeichen gibst, dass die Situation wieder in Ordnung kommen wird, können wir es tragen. Bitte zeig uns den Weg, wie du ihn auch Jesaja gezeigt hast, “Deine Ohren werden hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht! Sonst weder zur Rechten noch zur Linken!” (Jes. 30,21).

Es gibt keinen offiziellen Bericht über die Anzahl der Menschen, die starben oder vermisst werden wegen der Unfälle am Atomreaktor, da diese dem Erdbeben und der Tsunami folgten. Wenn die Reaktor Unfälle nicht geschehen wären, könnten unsere Leute jetzt zurück nach Hause und beginnen, den zu Schutt beseitigen und ihr Leben neu aufzubauen. Aber für uns ist die Uhr am Freitag, den 11. März um 14.46 stehengeblieben. Manche Leute können ihre Tränen nicht zurückhalten und sagen, dass sie andere unter den Trümmern oder im Wasser hätten retten können, wenn die Unfälle am Reaktor nicht geschehen wären.

Herr, wie lange sollen wir in dieser Ungewißheit bleiben? Gib uns die Erlaubnis wieder mit dem Aufbau zu beginnen. Ich möchte einen neuen Start machen. Wenn es Leuten erlaubt würde zurückzukehren, würden Reperatur- und Baufirmen wieder anfangen zu arbeiten. Doch wenn diese Situation anhält, werden noch mehr Leute ihre Arbeit verlieren. Gib uns ein Zeichen! Wenn du uns das gibst, dann kann ich die Herde führen und sie ermutigen, auf den Tag zu hoffen, an dem wir wieder zurück können. Wenn du uns kein Zeichen gibst, dann gib uns bitte Kraft zum Durchhalten. Hilf uns auf dich zu sehen und uns in Geduld zu üben.

 „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ 2.Kor. 5,17 Am letzten Tag unserer Reise hier auf Erden wirst du uns in dein Reich aufnehmen und wir werden alles Irdische zurücklassen. Proben wir für diesen Tag? Ich denke an einen Mann, der seine ganze Familie verlor und tiefe Einsamkeit erlebt. Ich kann nun verstehen, was er empfindet. Möchtest du uns eine wichtige Lektion lehren, die fundamental ist für unser Leben?

Wir haben die Entscheidung getroffen, Yonezawa zu verlassen und nach Okutama (im Westen von Tokyo) zu gehen. Das Risiko der Verstrahlung wird wohl nicht weggehen für absehbare Zeit. Die Kinder müssen zur Schule gehen. Leute müssen Arbeit finden. Wir müssen an einem Ort leben, wo wir für einige Zeit bleiben können und wo jeder von uns etwas Privatsphäre haben kann. Wir sind uns bewusst, dass wir als Christen Fremdlinge auf Erden sind. Doch wir sehen uns nach Normalität, obwohl diese Normalität immer nur zeitlich begrenzt sein wird auf dieser Erde. Deshalb werden wir zum nächsten  Ziel aufbrechen. Wir schätzen eure Gebete sehr.


Vor 4 Tagen, am Freitag den 25. März, verließen meine Frau und ich die “Arche” in Yonezawa und zogen Richtung Süden. Auf dem Weg besuchten wir ein Mitglied unserer Gemeinde im Krankenhaus, der wegen einer Notbehandlung dort war. Ich bat einen unserer Gemeindemitarbeiter bei ihm zu bleiben und zog weiter zu meinem Schwiegersohn.

Es war kein Zufall, dass wir von diesem Gemeindeglied hörten, gerade als wir nach Yokohama gehen wollten, und dass das Krankenhaus gerade auf dem Weg lag. Seit dem Tag, als die Katastrophe zuschlug, ist mir so stark Gottes Hand in unserem Leben bewußt. Ich bin mir nicht sicher, ob es daher kommt, dass wir sensibeler geworden sind gegenüber Gottes Führung oder weil unser Leben so bis auf’s Allernotwendigste reduziert wurde, dass wir gezwungen sind zu sehen, was wir vorher nicht sahen. Dies ist eine der Segnungen, die wir durch diese Katastrophe erfahren.

Der Tagesplan der Gemeinde und mein eigener existieren nicht mehr. Nun bestimmt der Herr den täglichen Ablauf. Es scheint,
dass wenn irdische Dinge bis in die Grundfesten erschüttert werden, uns der Herr auf seine eigene Weise führt. Jetzt wo er uns führt, möchte ich mit ihm gehen, ohne mich dagegen aufzulehnen, und diese Welt genießen, die Er für uns bereitet hat.

Als wir in Yokohama ankamen, merkten wir, dass Leute uns besonders behandelten, weil wir von der “Arche” kamen. Wir sind eine Gruppe von Gläubigen, von unsern Häusern vertrieben. Sie brachten uns in einem Hotel unter. Nachdem wir zwei Wochen lang mit vielen anderen in einer großen Halle geschlafen hatten, dann in der Wohnung meines Schwiegersohnes, sind wir nun in einem Hotel untergebracht. Ich fühle mich schlecht wegen denen, die wir in der “Arche” zurückgelassen haben, aber gleichzeitig fühle ich mich wie ein König. Meine Unterbringung hat sich enorm verbessert! Wenn wir in den Himmel kommen, wird der Herr uns noch millionen Mal besser behandeln.

Am Montag, den 28. März zogen wir nach Tokyo und trafen meinen Verleger und Leute, die bei den Rettungsarbeiten involviert
sind. Ich sprach in einer Versammlung und berichtete über unser Leben seit dem Erdbeben. Ich merkte, wie ich leidenschaftlich darüber berichtete, ganz eigenartig bewegt. Von der “Arche” in die große Stadt zu kommen, ist wie in eine andere Welt zu kommen. Wahrscheinlich kann ich emotional diese beiden Welten nicht auseinander halten.

Die Atmosphäre in Tokio ist bedrückend. Es scheint, als ob alles am Weinen ist. Meine Frau sagt, dass sie das Essen nicht richtig genießen kann, obwohl es so lecker ist. Wir beide empfinden sehr stark, dass wir Opfer der Katastrophe sind. Dinge scheinen auf den Kopf gestellt worden zu sein. Dies wird wohl für die absehbare Zukunft so weitergehen.

Meine Frau hat seit über 20 Jahren immer wieder denselben Traum geträumt.

Mitglieder unserer Gemeinde waren als Gruppe viele Tage unterwegs an verschiedenen Orten. Sie hatte diesen Traum so oft, dass sie ihn schlussendlich niederschrieb. Ich sagte hin und wieder zu ihr, dass dieser Traum irgend etwas für unsere Gemeinde zu bedeuten habe. Nun weiß ich, dass es wirklich so war.

Es ist eine déjà vu Situation – wir ziehen umher wie in ihrem Traum.
Gott gab uns dieses Bild, das uns vertraut wurde, so dass wir jetzt nicht furchtsam oder verzagt sind. Es ist fast so wie in der frühen Christenheit, als die Christen trotz Verfolgung und Verstreuung das Evangelium weitergaben. Wir sind von unserm Zuhause vertrieben, die Kirchentür ist geschlossen. Ich glaube, dass der Herr uns dieses bekannte Bild in unsere Gedanken und Herzen gab, damit wir in dieser harten Versuchung nicht zerbrechen.

Ich merke, dass ich oft an die Zeit der ersten Christen denke. Sie mussten wegen Verfolgung aus Jerusalem wegziehen. Wie sind sie gereist - einzeln, oder als Familien? Vielleicht ist es ein Segen, dass ich mich in den Geschichten der Bíbel verlieren kann. Wegen der Situation, in der wir sind, haben sie für mich eine neue Realität angenommen.

“Gott ist treu, der euch nicht versuchen läßt über eure Kraft.” (1. Kor. 10,13). Andere sind auch den Weg gegangen, den wir jetzt gehen, geführt vom Herrn. Für uns mag er überraschend sein, aber Er kennt ihn. Uns ist, als ob wir im Zentrum eines Strudels sind, aber wenn wir uns nahe bei Jesus halten auf diesem Weg, den auch andere gegangen sind, wird er es uns vielleicht eines Tages schenken, auf dem Wasser zu gehen. Wenn ich vor dem Spiegel stehe, sehe ich dass ich mehr graue Haare habe. Das Gewicht, das ich verloren habe, ist nicht zurückgekehrt, obwohl ich nun gut esse. Von den 50 Gemeindegliedern haben 9 eine Arbeit angenommen, die ich ihnen vermitteln konnte.

Wir haben immer noch keine Information darüber, wie viele Leute starben oder vermißt werden in dem Teil von Fukushima, wo unsere Gemeinde war. Aus Furcht vor der radioaktiven Strahlung ist die Uhr dort am 11. März stehengeblieben. Alle sind physisch und emotional müde. Die Orte sind zu Geisterstädten geworden und wir hören Gerüchte über Einbrüche dort. Wir haben daraufhin gleich unsere Bank- und Postkonten gekündigt. Auch Gas, Elektrizität und Telefon bestellten wir ab.

Herr, wir mußten alles verlassen und ausziehen. Bitte bewahre uns vor denen, die von uns stehlen wollen. Gib uns ein Zeichen, wann wir wieder zurückkehren können und unsere Häuser in Ordnung bringen, unsere Städte und Kirchen. Hilf und bewahre die Arbeiter und Glieder unserer Gemeinde, die sich abmühen und versuchen, die Probleme am Kernkraftwerk zu lösen.

Ich frage mich, wievielen Gemeinden und Einzelnen ich zu danken habe, wenn diese Situation gelöst ist. Die Zahl wächst von Tag zu Tag wie Sterne am Himmel. Mein Leben wird zu kurz sein, um allen zu danken, wenn alles wieder in Ordnung gekommen ist.

Nach der Katastrophe umgab mich Leid, aber ich bin überwältigt von der Gnade Gottes, die das Leiden überwindet.
“Du schenkest mir voll ein.” Psalm 23,6.


Pastor Sato und 50 Mitglieder der Gemeinde leben in einem Auffanglager in Yonezawa, ca. 50 km von ihrer Kirche und ihrer Heimat in Fukushima entfernt. Das erinnert ihn an Noah, der von Gott durch die Flut aus seiner Heimat geleitet wurde. Darum nannte er die Gemeinde im Evakuierungszentrum “Arche”.





Ich bin dankbar für Ihre Gebete. Es gibt Vorteile beim Wohnen in einem Notlager. Ich habe immer gesagt, ich würde auf Diät gehen, aber nun habe ich an Gewicht verloren. Andere jedoch haben zugenommen. Im Scherz sage ich: “Deine Lebenskraft ist erstaunlich, du kannst jede Katastrophe überleben.” Jeder lacht.

Ich habe ein paar weitere Besitztümer dazubekommen. Jeden Tag kommen Kleider an. Einige davon sind ganz neu. In einem Kleidergeschäft in der Nähe können wir uns nehmen was wir möchten – umsonst! Manche sagen, dass sie nun besser essen als zuhause. Sogar mitten in tiefer Traurigkeit können wir lachen.

Ich muss oft an Jesus denken, der Traurigkeit kannte und dem Schmerz vertraut war. Er wurde Mensch, kam in eine Welt der Dunkelheit, teilte Freude und Schmerz mit uns und erlebte Glück und Traurigkeit. Ich suche nach diesem Retter in meinem Herzen. Diese Straße, die wir gehen, ist vielleicht eine von Jesus geführt, eine, die Seine Frohe Botschaft reflektiert. “Jede Straße führt nach Rom”. Jesus ist mit uns auf der Reise. Last uns mit Ihm gehen.





In unserer Andacht heute Morgen über Matthäus 5 haben wir gelernt, dass Jesus uns beruft, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein. Manche sagen, dass dieses Erdbeben der Anfang einer Zeit der Drangsal sei. Es gibt keinen Zweifel, dass dies eine Zeit der Prüfung ist. Vielleicht müssen wir durchgerüttelt werden oder durchs Feuer gehen, damit das Salz seine Salzkraft zurückgewinnt. Wir lesen in Hebräer 12,5 “Achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht.” Ich möchte dieses Erleben als Gottes Erziehung annehmen, so wie Eltern, die ihre Kinder lieben, sie strafen.

Bei Schneewetter hatten wir gestern die Abschlußfeier für unsere Kindergarten- und Grundschulkinder. Alle waren am Weinen. Es scheint unmöglich, unser Weinen zu unterdrücken. Wir machten ein Gruppenphoto, nachdem wir das Lied gesungen hatten, das wir immer bei Abschlußfeiern singen. Ich schrieb dazu noch diesen zweiten Vers, der ausdrückt, was ich gerade fühle:

Wie die Zeit eilt, ich kann es kaum glauben, wie schnell die Momente vorbei gegangen sind.
Die kostbaren Jahre sind gekommen und zu schnell wieder gegangen, hier mit dir.
Ich habe von dir gelernt in der richtigen Weise das zu tun, was getan werden muss.
Nun ist es an der Zeit, Aufwiedersehen zu sagen, mit einem für immer dankbaren Herzen.


Selbst in dieser Notunterkunft haben wir als Familie Gottes einen gesegneten Tag.

Wie gut ist es, eure kleinen Hände zu sehen.
Möge unser Herr euch segnen jetzt, wo ihr eine neue Phase eurer Reise beginnt.


Ich hoffe, dass auch wir eine Abschlußfeier von dieser Katastrophe haben werden, und wir dann hören, wie Gott zu uns sagt: “Gut gemacht, ihr treuen Diener.”

Es schneit. Ich fühle, wie neue Kraft in mir hochsteigt. Wie der Winter in den Frühling übergeht, so hat Gott auch einen Plan für uns vorbereitet zur Wiederherstellung. Seit dem Erdbeben leben wir von Essen, das uns geschickt wird aus ganz Japan durch das Wohlwollen der Leute. Obwohl wir kein Fleisch hatten, ist doch das Essen aus Dosen abwechslungsreich. Wir sind gesund und ich fühle eine Auferstehungskraft in mir. Ich fühle mich gesegnet und gestärkt durch das, was Leute uns geben. Ich fühle, dass der Herr unsere Gemeinde erwählt hat – erwählt, in der Nähe des Kernkraftwerkes zu sein; und er plante, dass ich der Pastor sein sollte, der dieses Erdbeben erlebte.

Morgen werde ich zu Treffen nach Tokio und Yokohama gehen, die schon vorher geplant waren. Ich möchte außerdem meine
Gemeindeglieder besuchen, die verstreut an verschiedenen Orten untergebracht sind. Einige haben schon am Telefon mit mir gesprochen, “Am meisten bin ich traurig, dass ich meine Gemeinde verloren habe.” Schon wieder kommen mir die Tränen, obwohl ich mir vorgenommen hatte nicht zu weinen.

Ich will mich nicht geschlagen geben. Ich werde nicht aufgeben. Ich sage das zu mir selbst. Ich werde meine Arche verlassen, aber ich werde wiederkommen. Mein Herr, der nicht schläft noch schlummert, segne diese Herde während ich fort bin. Umgib auch jeden, der verstreut ist und hab Erbarmen.

Ich nahm mir Montag frei und ruhte mich etwas aus. Am Abend gingen wir gemeinsam aus Essen, das erste und wahrscheinlich auch letzte Mal während wir hier in dieser Notunterkunft sind. Die Kinder bekamen umsonst Süßigkeiten im Restaurant und die Erwachsenen schauten lächelnd zu. Ich konnte nicht anders, als diese Szene “Glücklich sein” zu nennen.

Wir besitzen nun so etwas wie einen “Katastrophenopfer-Pass”. Wenn ich zum Beispiel beim Kartenschalter eines „Onsen“ (Heißen Bades) sage “Schön haben Sie’s hier! Übrigens, ich habe das Erdbeben und den Tsunami überlebt“, dann bekomme ich 50% Ermäßigung. Es würde nicht klappen, wenn du dich als Überlebender ausgibst und es nicht bist. Da ist etwas, das nur ein echter Überlebender rüberbringen kann.

Gestern arbeitete ich an meinem Tagesplan. Nach dem Frühstück und Saubermachen haben wir Andacht von 9:30. Neben einer Zeit des Austauschs und Gebets haben wir ist eine Bibelarbeit. Ab 10:30 gibt es etwas Sport und Spiele und Zeit zum Erholen. Vielen Leuten geht es nicht gut. Wir müssen sehen, dass wir bei Kräften bleiben. Danach haben die Kinder Zeit zum Lernen bis zum späten Nachmittag. Es ist wie eine kleine Schule in den Bergen.

Der 11. März, der Tag des Erdbebens und der Tsunami, war mein 54. Geburtstag. Gestern erhielt ich ein Geburtstagsgeschenk
- ein Paar Hausschuhe, die jemand für 2 Euro gekauft hatte. Normalerweise erwähnt man ja nicht den Preis, aber das ist jetzt anders. Sie sind so viel mehr wert. Sie sind zu gut für mich, darum hebe ich sie in meinem Beutel auf.

Heute während der Andacht hatten wir eine kleine Abschlußfeier für die Kinder, die den Kindergarten und die Grundschule
abgeschlossen haben. (In Japan endet das Schuljahr Ende März!) Ich mußte meine Tränen abwischen, damit ich als Pastor die Feier recht leiten konnte.

Ein Telefonanruf von Korea erreichte mich: “Wir schauen uns die Nachrichten an und sind erstaunt und bewegt, wie die
Japaner  mit der Situation fertig werden, wie sie sich geordnet anstellen fürs Essen und nicht darum kämpfen.“ Wenn das so ist, dann sind wir vielleicht eine Gemeinde, die der Herr in Fukushima gegründet hat vor der Ankunft des Kernkraftwerkes und die nun durch diese Not gestärkt wird, um widerstehen zu können.

Ich erinnere mich, wie sehr ich bewegt war, als ich das Buch las von Ernest Gordon “Through the Valley of the Kwai”. Während des 2. Weltkrieges wurden die Kriegsgefangenen im Lager in Thailand von den japanischen Soldaten mißhandelt und unter dem starkem Druck behandelten sie auch einander in schrecklicher Weise. Als sie jedoch anfingen, gemeinsam im Neuen Testament zu lesen, begannen sie sich zu ändern. Die Schwachen wurden ermutigt. Sie begannen das wenige Essen, das sie hatten, miteinander zu teilen. Einer gab sein Leben für den anderen. Nach dem Krieg gab es Vergeltungsschläge gegen die Japaner in anderen Lagern, nicht aber in diesem Lager. Wegen dieser Erfahrung wurde Ernest Gordon später Pastor. Man sah, was in diesem Lager geschah war richtige Gemeinde, wo Christus an der Arbeit war. Wenn Gott diese Kriegsgefangenen für Seine Absicht benutzen konnte, dann hat er vielleicht auch uns für einen bestimmten Zweck ausgesucht.

Ich erhielt heute eine gute Nachricht. Der „Wort des Lebens“ Buchverlag rief an und teilte mir mit, dass mein Buch “Gott ist am Wirken, in guten wie in schlechten Zeiten” gedruckt wurde. Wer hätte gedacht, das solch eine Katastrophe geschehen würde gerade zu der Zeit dieser Publikation? Es scheint, als ob mein eigenes Buch mich ermutigt, voran zu gehen.




Wir feierten gestern  Gottesdienst, den ersten in zwei Wochen. Die Yonezawa Gemeinde ließ uns ihre Musikinstrumente benutzen, PA und Video Ausrüstung. Ich weinte und gab dem Gottesdienstleiter (unserem zweiten Pastor) die Schuld, dem auch die Tränen über die Wangen liefen! Es scheint, dass wenn du weinen musst, dann solltest du es tun ohne verlegen zu sein. Ich möchte die Tränen von 50 Jahren oder einem ganzen Leben weinen!

Mit 50 Menschen zusammenzuleben, mit ihnen zu kochen, essen und schlafen ist sehr ungewöhnlich. 10 Tage sind nun seit dem Erdbeben vergangen und ich kann nicht mehr sagen, was normal ist und was nicht. Ich versuche es zu akzeptieren und einfach mitzumachen.  Vielleicht  kann ich so meine inneren Batterien wieder aufladen für die Tage, die noch vor uns liegen. Jesaja 42,3: “Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.” Möge der Große Hirte seine Herde in die Arme nehmen und sie tragen auf Seinen Flügeln!




Dritter Tag in Yonezawa. Ich bin so dankbar für die Gebete und die Unterstützung durch unsere Brüder und Schwestern. Menschen um mich herum sagen, sie verließen ihre Häuser mit dem Gedanken, es sei nur für ein oder zwei Stunden. Sie brachten sozusagen nichts mit sich. Geschwister aus ganz Japan versorgen uns mit Essen und Kleidern. Ich fühle mich wie Elia, versorgt von Gott mit Essen, durch Raben gebracht. Unsere Gruppe von 50 Leuten ist gut versorgt durch hilfreiche Spenden. Viele von uns sind müde und sind schon beim Arzt gewesen, auch ich hatte Fieber.

Gestern hatte ich mein Handy in der Hand, konnte mich aber nicht erinnern, was ich hatte machen wollen. Ich fühlte mich wie betäubt. Mein Herz schmerzte. Zwei oder drei Schichten von Verlust schlugen über mir zusammen. Mein Haus war weg  und meine Kirche! Von meiner Stadt bin ich vertrieben worden! Mein Dienst als Pastor ist weg! Ich kann nicht erkennen, was als nächstes geschehen wird. Ich versuche die ganze Lage zu begreifen, merke aber, dass ich es nicht schaffe.

Unsere Gemeinde wurde durch einen amerikanischen Missionar gegründet, lange bevor das Kernkraftwerk gebaut wurde. „Fukushima First“ (Erste) war der Name, den der Missionar ihr gab, weil das so die Gepflogenheit in seiner Heimat war. Das Kernkraftwerk hat den selben Namen (Anmerkung Langhans: Dai Ichi bedeutet Erste), also Erste Baptistengemeinde und Erstes Kernkraftwerk. Es gibt noch ein zweites Fukushima Kernkraftwerk etwas weiter entfernt), aber unsere Gemeinde wurde zuerst so benannt.

Vor zwei Tagen wurde ein Bruder, der am Kernkraftwerk arbeitet, aber bei uns war, zurückgerufen an die Arbeit. Wir beteten zusammen mit seiner Familie und verabschiedeten ihn. Andere Gemeindeglieder arbeiten auch dort und riskieren ihr Leben. “Herr, bitte beschütze sie mit deiner allmächtigen Hand”. In 1 Chronik 4,10 lesen wir “Und Jabez rief den Gott Israels an und sprach: Ach, dass du mich segnetest und mein Gebiet mehrtest und deine Hand mit mir wäre und schaffest, dass mich kein Übel bekümmere! Und Gott ließ kommen, worum er bat.”





Ich fühle mich getragen durch die Gebete unsere Freunde. Wenn den Leuten hier zuhöre, sehe ich, dass jeder von ihnen durch Feuer und Tsunami gegangen ist. Ein Gemeindeglied, um den ich besorgt war, meldete sich gestern. Er bekam einen Herzinfarkt gleich nach dem Erdbeben. Wenn er nicht 30 Minuten später eine Notoperation gehabt hätte, wäre er gestorben. Er war so dankbar, dass Gott ihn gerettet hat.

Eine unsere Frauen kam mit dem Leben davon, weil sie für eine Kollegin in der Arbeit eingesprungen war. Später beim Autofahren waren die Straßen in einem furchtbaren Zustand. Sie nahm einige Leute mit, die um ihr Leben liefen und einer von ihnen sagte ihr, wie man in dieser Situation fahren muss. Viele Autos steckten in Rissen in der Straße fest. Sie selbst kam wohlbehalten in einer Notunterkunft an, fuhr dann weiter zu einer anderen und ist nun bei Verwandten. Das erstaunlichste für mich ist, dass niemand mich fragt: “Warum läßt Gott das zu?” oder “Ich kann nicht an Gott glauben, es gibt keinen Gott.” Von allen 160 Gemeindegliedern, mit denen ich in Verbindung bin, höre ich immer wieder Worte wie “Gott ist groß! Ich möchte Ihm vertrauen und mit Ihm von nun an leben.” Ich bin bewegt im Blick auf die Stärke ihres Glaubens an den Herrn Jesus.

Gestern haben 3 Leute, die mit uns unterwgs sind, gebetet, um Jesus in ihr Herz aufzunehmen. Halleluja!

Vor zwei Tagen, als wir von Fukushima nach Yamagata zogen, entschieden sich einige bei ihren Freunden und Familie zu bleiben. Ich war wieder sehr bewegt, denn ich musste denken, dass wir sie vielleicht nie wiedersehen werden. Es ist sehr traurig, sich von Gliedern der Familie Gottes zu verabschieden.

Gestern fuhren wir mit 12 Autos durch einen Schneesturm zum nächsten Ort. Das Gemeindehaus und Gelände hier in Yonezawa waren mit Schnee bedeckt. In dieser Kälte begrüßten uns die Geschwister dort mit heißer  Nudelsuppe. Ich aß einen Reisball und versuchte nicht zu weinen. “Herr, mach unsere Herzen so weiß wie der Schnee um uns herum!”

Werden wir nun Diaspora Leute? Werden wir wieder zu einem geordneten Leben kommen? Eins ist sicher, Gott erschüttert alles durch diese außergewöhnlichen Ereignisse. Einige nehmen Jesus an. Andere tun Buße und sagen, dass ihr Glaube an Gott nicht lebendig war. Sie sagen, dass das, was man zum Leben braucht, eingentlich sehr wenig ist. Wir brauchen nicht viel materiellen Besitz. Der Herr fordert jeden einzelnen heraus, rüttelt sie auf vom Grund ihre Seele. Ist dies der Beginn eines Auszugs in neue Gebiete, die der Herr für uns öffnet?



Wir fuhren mit zwei Lastwagen und hielten unterwegs um ca. 1 Uhr nachts an verschiedenen Geschäften (24 Stunden Läden, die es hier in Japan viel gibt) und kauften, was immer zu haben war. Um 11 Uhr  kamen wir dann in der Gemeinde in Aizu an - eine 10 Stunden Fahrt von Chiba. Hier in Aizu werden wir eine Weile bleiben.

Etwa 60 unserer Gemeindeglieder wohnen in der Nähe des Fukushima Kernkraftwerks. Sie mussten Strahlungskontrollen über sich ergehen lassen. Am Nachmittag kamen wir zusammen zu einer gemeinsamen Zeit der Anbetung. Ich konnte Leute schluchzen hören und sah, dass sie eine schwere Zeit durchgemacht haben. Am Abend ging ich in das nahegelegene „Onsen“ (heiße Bad). Was für eine Erholung, nach 5 Tagen endlich wieder baden und im heißen Wasser entspannen. Die Leute sind so glücklich, einander wieder zu sehen, es bringt mich zum Weinen. Unser Leben als Nomaden hat begonnen. Wenn ich die Leute frage, ob sie Wäsche haben, antworten sie, dass sie keine Kleider zum Waschen haben. Sie haben nur das, was sie auf dem Leib tragen. Nun brauchen wir Benzin und einen Platz, wo wir bleiben können. 60 von uns entscheiden sich, in den Norden nach Yamanaga zu gehen in der Hoffnung, dort längerfristig bleiben zu können. Alles liegt im Ungewissen. Werden wir wieder nach Hause gehen können? Wenn ja, wann wird das sein? Werden wir je wieder in unserer Gemeinde Gottesdienst feiern können? Oder wird die Stadt einfach verlassen bleiben? Wie die Israeliten in der Wüste können wir nur einfach Gott folgen, Er wird uns leiten mit einer Feuer- und Wolkensäule.

Psalm 121
1 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen . Woher kommt mir Hilfe?
2 Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht,
4 Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
5 Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
7 Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele
8 Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.

Wir haben mit 150 Gemeindegliedern Kontakt aufnehmen können. Sie sind in Sicherheit! Halleluja! Eine Schwester erzählte mir, dass die Wellen sie erreichten, sie aber schwimmen und sich in Sicherheit bringen konnte. Meine Augen füllen sich mit Tränen, während ich die Gemeindeglieder anrufe - aber mit 50 bis 60 haben wir noch keinen Kontakt aufnehmen können.

Als wir nach Yonezawa fuhren, kauften wir unterwegs einiges ein. Ich hörte, wie andere Kunden sagten: “Er kauft so viel aus Panik!”, fühlte mich aber nicht danach, mich zu verteidigen. Busse brachten uns zu den Notunterkünften. Eine davon ist recht angenehm mit „Onsen“ (heißen Quellen) in der Nähe und auch einigen Geschäften. Die andere Unterkunft hat keine Heizung und sehr wenig Essen. Um uns vor Kälte zu schützen, kaufte ich viele warme Socken. An einem Handy Geschäft fragte ich nach einem Aufladegerät und einigen extra Kabeln. Die Leute dort waren sehr verständnisvoll und ermutigend, es bewegte mich sehr.

Wenn ich in den Nachrichten von Rettungsteams aus dem Ausland höre, dann bewegt es mich, dass mir die Tränen kommen.

Liebe Mitglieder von Gemeinden und Pastoren,
Preist den Namen unseres Herrn! Ich schätze all eure Gebete und Anteilnahme für uns sehr.

Am 11. März zum Zeitpunkt des Erdbebens war ich in Chiba und nahm an der Eröffnungsfeier der Tokyo Christlichen Universität
teil. Ich bin immer noch in Chiba, weil die Straßen in solch schlechtem Zustand sind und wegen dem Mangel an Benzin. Ich habe
versucht, Kontakt mit den Gemeindegliedern aufzunehmen, die vom Erdbeben getroffen wurden und auch mit Pastor Masashi

Sato, um herauszufinden, wie es ihnen geht.

Dies war eine dreifache Katastrophe. Wegen des Bebens waren die Häuser einiger Gemeindeglieder teilweise zerstört. Mit den
Familien, die in der Nähe der Küste wohnten, konnte ich bisher noch nicht in Kontakt kommen. Der Bahnhof von Tomioka ist von

der Tsunami weggespült worden. Die Stadt wurde völlig zerstört.
Sie haben schon von dem Unfall bei dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi erfahren. Alle Bewohner wurden evakuiert. Meine
Gemeindeglieder mussten in einen Bus steigen ohne irgendwelche Sachen mitnehmen zu können. Sie wurden zu verschiedenen
Schulen und Sporthallen gebracht. Es ist schwierig herauszufinden, wie es ihnen geht. Ich hörte, dass es nicht genügend Decken
gab für jeden, und einige konnten die ganze Nacht nicht schlafen, weil es in der Unterkunft so kalt war. In einigen Unterkünften

wurde den ganzen nächsten Tag kein Wasser und Essen verteilt. Ich mache mir besonders Sorgen um Bruder Suenaga, 95 Jahre

alt. Er war im Krankenhaus wegen einer Lungenentzündung, musste aber trotzdem evakuiert werden, ebenso Leute mit
Knochenbrüchen, Dialysepatienten, kleine Kinder oder Kinder mit Behinderungen ...
Ich habe nun gehört, dass drei Mal am Tag Onigiri (kleine Reisbälle) verteil wurden, jeweils eins pro Mahlzeit. Dennoch kann ich
nicht aufhören, mir Sorgen zu machen um die Alten und Kranken. Sie sind gewiß nun völlig erschöpft. Ich bitte euch sehr für sie
zu beten. Zudem ist mein größtes Gebetsanliegen, dass nicht noch mehr Radioaktivität austritt. Das schlimmste, was ich mir vorstellen kann, ist, dass die Leute nicht mehr zurück können in ihre Stadt und Häuser, dass die Kirche geschlossen und die missionarische
Arbeit in der Gegend eingestellt werden muß. Bitte beten Sie, dass das nicht geschieht. Bitte beten Sie, dass die Leute wieder
zurückkehren können in die Stadt und die Türen der Kirche wieder geöffnet werden und wir den Herrn dort wieder loben und

preisen können.

Der Gottesdienst heute wurde abgesagt, auch eine Taufe und eine Verlobung, die für heute geplant waren. Ich weiß nicht, wie
lange die Gemeindeglieder herumirren müssen und nicht nach Hause gehen können. Wenn ich daran denke, fühle ich mich
richtig depressiv. Jedoch glaube und bekenne ich, dass unser allmächtiger Gott und Herr der Geschichte, der alles regiert, auch

die Natur, eine neue Seite der Mission öffnen  wird und uns leiten.
Nach meinem Anruf heute Morgen hat Pastor Keiichi Mori zum Gebet aufgerufen, dafür bin ich sehr dankbar. Über 10 Leute aus
unserer Gemeinde sind von ihrer Notunterkunft zur Kirche in Aizu umgezogen. Sie werden dort bleiben. Dafür bin ich sehr
dankbar. Andere müssen erst einmal in den Notunterkünften bleiben, in denen sie jetzt sind. Viele Leute haben ihre Hilfe
angeboten und auch Geld. Dafür bin ich so dankbar.

Meine Botschaft am letzten Sonntag hatte den Titel “Hiskia, ein eindringlicher Beter”. Natürlich hatte ich nicht erwartet, dass so

etwas in der folgenden Woche geschehen würde. Als die Zerstörung durch die Assyrer drohte, legte Hiskia einen Sack an, betete

und bat auch den Propheten Jesaja um eindringliches Beten, als sie die Krise ihrer Nation über Leben und Tod vor Augen sahen.
Darauf hin kehrte der König von Assyrien zurück nach Ninive und wurde von seinem eigenen Sohn getötet. Bevor Hiskia es recht
wußte, war die Krise schon vorüber. Wir wurden daran erinnert, dass der Gott der Geschichte in wunderbarer Weise arbeitet. Nie
hätte ich gedacht, dass ich nun auch um solch dringliches Gebet bitten muß wie Hiskia, und dass wir verstreut in den
verschiedenen Unterkünften Gottes Wort lesen würden.

Noch einmal bitte ich Sie um Ihre eindringliche Fürbitte, dass unsere Gemeinde diese Krise übersteht und die Missionsarbeit nicht
aufgehalten wird, ja, dass sie zu neuem Leben erwacht und dass das Entweichen der Radioaktivität gestoppt wird.